Jerusalem

Israels Regierungschef wirft Australien Tatenlosigkeit vor

Foto: Flash 90

Nach dem blutigen Anschlag in Sydney hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Australien vorgeworfen, es habe nicht entschlossen gegen Antisemitismus gekämpft. Netanjahu sagte in einer Mitteilung, er habe Australiens Premierminister Anthony Albanese schon vor vier Monaten in einem Brief gewarnt, »dass die Politik der australischen Regierung Antisemitismus in Australien fördert und ermutigt«. 

Australien und andere führende Staaten hatten in diesem Jahr unter dem Eindruck des Gaza-Kriegs einen Staat Palästina formell anerkannt. Netanjahu warf Albanese vor, damit »Öl ins antisemitische Feuer« gegossen zu haben. Die Anerkennung belohne Hamas-Terroristen. Sie bestärke »jene, die australische Juden bedrohen, und ermutigt den Judenhass, der nun in Ihren Straßen umgeht«. 

Der israelische Regierungschef schrieb, Antisemitismus sei ein Krebs. »Sie haben nichts getan, um die Krebszellen einzudämmen, die in Ihrem Land wuchsen, Sie haben nicht gehandelt«, warf er Albanese vor. »Sie haben die Krankheit sich ausbreiten lassen – und das Ergebnis sind die schrecklichen Angriffe auf Juden, die wir heute gesehen haben.«

Netanjahu lobte dagegen das Handeln eines Passanten, der einen der Schützen entwaffnete, »wie sich herausstellte, eines mutigen muslimischen Mannes«. Er rief Australien zum Durchgreifen gegen Antisemitismus auf. Israel erwarte dies von jeder Regierung im Westen. »Denn die Krankheit breitet sich aus, und sie wird auch Sie erfassen.« dpa

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