Jerusalem

Israels Präsident bestürzt über Kippa-Ratschlag

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin Foto: Flash 90

Israels Staatspräsident hat bestürzt auf die Empfehlung des Antisemitismusbeauftragen der Bundesregierung reagiert, Juden sollten sich nicht überall in Deutschland mit der Kippa zeigen. Reuven Rivlin teilte am Sonntag mit, dieser Rat von Felix Klein habe ihn »zutiefst schockiert«.

Klein hatte seine Empfehlung in der Funke Mediengruppe mit der »zunehmenden gesellschaftlichen Enthemmung und Verrohung« begründet, die ein fataler Nährboden für Antisemitismus sei. »Mit meinem provozierenden Statement, ich könne – anders als früher – Juden nicht empfehlen, überall und zu jeder Zeit in Deutschland eine Kippa zu tragen, wollte ich bewusst eine Debatte über die Sicherheit der jüdischen Gemeinschaft in unserem Land anstoßen«, sagte Felix Klein.

NO-GO-AREAS »Natürlich bin ich der Auffassung, dass es nirgendwo in Deutschland No-Go-Areas für Juden oder Angehörige von anderen Minderheiten geben darf«, so der Antisemitismusbeauftrage der Bundesregierung weiter. »Politik und Gesellschaft müssten die Fehlentwicklungen erkennen, auf die er hingewiesen habe, und dürften diese keinesfalls hinnehmen, so Klein weiter. »Ich möchte, dass wir den Kampf gegen Antisemitismus als Aufgabe für uns alle begreifen.«

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Präsident Rivlin sagte am Sonntag: »Die Verantwortung für das Wohl, die Freiheit und das Recht auf Religionsausübung jedes Mitglieds der deutschen jüdischen Gemeinde liegt in den Händen der deutschen Regierung und ihrer Strafverfolgungsbehörden.«

ÄNGSTE Die deutsche Regierung sei zwar der jüdischen Gemeinde verpflichtet, »aber Ängste über die Sicherheit deutscher Juden sind eine Kapitulation vor dem Antisemitismus und ein Eingeständnis, dass Juden auf deutschem Boden wieder nicht sicher sind.« Rivlin sagte weiter, man werde im Angesicht des Antisemitismus nie kapitulieren, »und wir erwarten und fordern von unseren Bündnispartnern, ebenso zu handeln«.

2018 war die Zahl antisemitischer Straftaten bundesweit stark angestiegen. Der jüngste Jahresbericht zur politisch motivierten Kriminalität wies 1799 Fälle aus, 19,6 Prozent mehr als 2017. Eine Vielzahl antisemitischer Vorfälle – sowohl aus dem muslimischen als auch aus dem rechtsextremistischen Milieu – hatte zuletzt bundesweite Aufmerksamkeit bekommen. So war im August in Chemnitz ein jüdisches Restaurant mit Flaschen und Steinen angegriffen worden.  dpa/ja

Markus Lanz

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