Sicherheit

Israels Olympia-Athleten werden von bewaffneten Agenten bewacht

Paris vor den Olympischen Sommerspielen Foto: picture alliance/dpa

Wenn Israelis offiziell in andere Länder geschickt werden – ob es nun um den European Song Contest (ESC) geht, um Olympia oder andere Events –, wird im Vorfeld monatelang über ihre Sicherheit gesprochen. Vor der jeweiligen Veranstaltung steht ein Plan, der dann streng umgesetzt wird.

Seit dem 7. Oktober 2023 gilt dies umso mehr. Jetzt geht es um die Olympischen Sommerspiele in Frankreich, die am Freitag beginnen und bis zum 11. August andauern. Israelische Medien berichten, bewaffnete Agenten des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet seien bereits dabei, sich auf die Bewachung der israelischen Athleten vorzubereiten.

Morddrohungen per E-Mail

Israels Athleten bekommen bereits jetzt Morddrohungen per E-Mail und Chats. Der ausufernde Judenhass macht offensichtlich auch vor Olympia nicht halt.

In einigen der Mitteilungen ist davon die Rede, dass das Massaker von München in Paris wiederholt und »jeder israelischen Präsenz« Schaden zugefügt werde. Die Drohungen werden in Israel ernst genommen. Auch deshalb will der Shin Bet nichts dem Zufall überlassen.

Lesen Sie auch

Insgesamt 88 israelische Athleten in Paris zu bewachen, ist kompliziert und aufwändig. Einige von ihnen werden eigene Bodyguards an ihrer Seite haben, die sie und ihre Umgebung nicht aus den Augen lassen. Anonyme Anrufe, die die Sportler neuerdings erhalten, lassen die Sicherheitspläne noch wichtiger erscheinen.

Bekannte Bedrohung

Das Budget für die Sicherheit der Olympia-Teilnehmer wurde seit dem letzten Mal verdoppelt. Israels Sportminister Miki Zohar wurde im britischen Blatt »The Telegraph« mit den Worten zitiert, die Bedrohung sei bekannt. »Wir reden aber nicht darüber«, so der Minister.

Um die Athleten nicht zu ängstigen oder allzu sehr einzuschränken, sollen sie die Agenten so weit wie möglich gar nicht bemerken. Vielmehr müssten sie selbstsicher sein »und ihren Job machen«, so Zohar.

Diversen Zeitungsberichten gemäß werden die beteiligten Shin Bet-Agenten gut ausgestattet sein, auch mit Waffen. Die Polizei in Paris soll sie unterstützen – und dies, obwohl sie auch für die Sicherheit aller anderen Athleten zuständig ist. Es geht um insgesamt gut 10.000 Sportler aus 200 Nationen.

Größte Operation

Der Schutz für die israelischen Teilnehmer beginnt in der Sekunde ihrer Ankunft in Paris und endet mit ihrer Rückkehr nach Israel zwei Wochen später. Die Athleten werden sich laut Medienberichten weder zurückhalten, noch sollen sie bestimmte Orte meiden.

Die Sicherheitsoperation in Paris ist die größte ihrer Art für eine israelische Delegation. Mit anderen Worten: Nie zuvor wurde so viel Aufwand betrieben.


Meinung

Die Hamas muss sich entscheiden: Deal or no deal?

Die Terrororganisation hält sich nicht an das Waffenstillstandsabkommen mit Israel und verzögert so dessen Umsetzung. Der Druck auf die Hamas muss nun unbedingt erhöht werden

von Sarah Cohen-Fantl  13.01.2026

Jerusalem

Ehemalige Geisel warnt: Die Hamas gibt nicht auf

»Sie sind regelrecht besessen von uns – das ist der Sinn ihres Lebens«, sagt Eitan Mor

 13.01.2026

Hintergrund

Hamas will angeblich Verwaltung in Gaza abgeben

Die Terrorgruppe signalisiert Bereitschaft zur Übergabe von zivilen Einrichtungen – doch weigert sich nach wie vor, die Waffen niederzulegen

von Sabine Brandes  12.01.2026

Beerscheba

Plünderer vom Nova-Festival zu Haftstrafen verurteilt

Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gab es viele Beispiele von Mut und Solidarität. Drei Männer dagegen plünderten am Schauplatz des Massakers. Nun gibt es ein Urteil

 12.01.2026

Kommentar

Wir müssen unsere Kinder schützen

In Israel wurde ein 14-jähriger Junge bei Protesten gegen die Wehrpflicht von einem Bus erfasst und getötet. Hier reflektiert ein orthodoxer Rabbiner aus Jerusalem, was sich ändern muss

von Rabbiner Raphael Evers  12.01.2026

Nahost

Rubio telefonierte mit Netanjahu über mögliche US-Intervention

Vor dem Hintergrund der Proteste wächst in Israel die Sorge vor einer regionalen Eskalation

von Sabine Brandes  12.01.2026

Nahost

Israels Armee würde »mit Macht« auf iranischen Angriff reagieren

Im Iran gehen Tausende gegen die Führung des Landes auf die Straße. US-Präsident Trump erwägt laut Berichten Militärschläge. Der Iran warnte deshalb auch Israel

 11.01.2026

Iran

Iranisches Regime droht mit Angriff auf US-Stützpunkte

Seit rund zwei Wochen gehen Menschen im Iran auf die Straße. US-Präsident Trump warnte Teheran vor Gewalt gegen die Protestierenden. Laut Berichten erwägt er Militärschläge. Das Mullah-Regime warnt

 11.01.2026

Waffenruhe

Israelische Armee bereitet Offensive auf Gaza-Stadt vor

Sollte sich die Hamas nicht freiwillig entwaffnen, will die Armee den Angriff noch im März beginnen

 11.01.2026