Terror

Israelisches Militär entdeckt Geisel-Verlies in Gaza-Tunnel

Foto: picture alliance / REUTERS

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben im Gazastreifen einen Tunnel gefunden, der in Teilen als Verlies für aus Israel verschleppte Menschen gedient hat.

»Nach dem, was wir wissen, sind darin 20 Geiseln in stickiger Luft mit wenig Sauerstoff und furchtbarer Luftfeuchtigkeit, die das Atmen erschwert, festgehalten worden«, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Samstagabend auf einer Pressekonferenz.

Der Tunnel sei unter dem Haus eines Hamas-Terroristen in Chan Junis entdeckt worden. Zu der Verlies-Stelle seien israelische Soldaten gelangt, nachdem sie einen unterirdischen Gang in einer Tiefe von 20 Metern etwa einen Kilometer lang entlanggegangen waren. Die Geiseln hätten sich dort zu unterschiedlichen Zeiten befunden, einige von ihnen seien inzwischen durch einen Austausch gegen palästinensische Häftlinge freigekommen.

Hagari präsentierte Fotos von der unterirdischen Anlage, in der die Geiseln in Gefangenschaft gewesen sein sollen. Er zeigte auch Abbildungen von Kinderzeichnungen, die ein fünfjähriges Mädchen angefertigt haben soll, das unter den Ende November freigelassenen Geiseln war.

Die Befreiung der anderen 136 Geiseln, die immer noch in der Gewalt der Hamas sind, habe für die Armee höchste Priorität. »Die Bemühungen werden durch technische Mittel, Sondereinheiten und nachrichtendienstliche Informationen, die wir ständig optimieren, unterstützt«, sagte Hagari.

In Israel demonstrierten unterdessen am Samstag Tausende Menschen für ein Ende des Gaza-Kriegs, damit die Geiseln ihre Freiheit wiedererlangen können. Anders als die Regierung und die Armeeführung glauben sie - zusammen mit den meisten Angehörigen der Geiseln - nicht daran, dass die von der Hamas verschleppten Menschen auf militärischem Wege befreit werden können.

Derzeit werden in Gza noch 136 Geiseln festgehalten. Israel geht davon aus, dass etwa 25 von ihnen nicht mehr am Leben sind. dpa

Nahost

Hinrichtungen im Iran auf 35-Jahres-Rekordhoch

Im Iran wurden 2025 laut Iran Human Rights mindestens 1.639 Menschen hingerichtet – ein Höchststand seit 35 Jahren. Menschenrechtsorganisationen fordern Konsequenzen

 13.04.2026

Libanon

Israels Armee umstellt Hisbollah-Hochburg

In dem Ort in der Nähe der israelischen Grenze sollen Dutzende Kämpfer der Terror-Miliz eingeschlossen sein

 13.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  13.04.2026

Bericht

Antisemitische Gewalt auf Höchststand seit Jahrzehnten

Nach dem Gaza-Krieg werden Übergriffe gegen Juden in aller Welt zur Normalität

von Sabine Brandes  13.04.2026

Terror

Israel: Wir wollen ein echtes Friedensabkommen mit dem Libanon

Israel und der Libanon wollen erstmals seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene führen. Premier Netanjahu fordert als Ziel ein Friedensabkommen, das über Generationen halten soll

 13.04.2026

Nahost

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Nach ergebnislos beendeten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran versetzt Israel sein Militär Berichten zufolge in erhöhte Gefechtsbereitschaft. Geht der Krieg mit dem Iran bald wieder los?

 13.04.2026

Wahlen

Die Herausforderer

Der einstige Premier Naftali Bennett und Ex-Generalstabschef Gadi Eizenkot holen in Umfragen auf

von Sabine Brandes  12.04.2026

Nahost

Friedensgespräche im Raketenhagel

Während die Regierungen von Israel und dem Libanon verhandeln wollen, feuert die schiitische Terrororganisation Hisbollah weiter Geschosse auf den Norden ab

von Sabine Brandes  12.04.2026

Kommentar

Empathie für alle?

Dunja Hayali hat zu mehr Mitgefühl mit Betroffenen von Kriegen aufgerufen. Zurecht. Was in den deutschen Medien jedoch kaum vorkommt: das Leid der Israelis, die unter dem ständigen Beschuss der Hisbollah stehen

von Jenny Havemann  10.04.2026