Israel hat nach eigenen Angaben Esmail Khatib, den iranischen Minister für Nachrichtenwesen getötet. Ihm unterstand der iranische Geheimdienst, der unter anderem Terroranschläge und Auftragsmorde im Ausland, darunter in Deutschland, verübt hat. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Khatib sei in der Nacht zu Mittwoch in der iranischen Hauptstadt Teheran getötet worden.
Katz kündigte außerdem für Mittwoch »bedeutende Überraschungen« an, die den Krieg gegen den Iran und die Terror-Miliz Hisbollah im Libanon eskalieren lassen würden. Die israelische Armee habe zudem die Befugnis, jeden hochrangigen Vertreter der iranischen Regierung zu töten.
Am Dienstag hatte die israelische Armee Ali Laridschani, den Generalsekretär des Sicherheitsrates, und am Montag Gholamresa Soleimani, den Chef der Basidsch-Milizen getötet. Laridschani galt als einer der wichtigsten Funktionäre im Mullah-Regime. Nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei soll er Experten zufolge die eigentliche Nummer eins des Regimes gewesen sein. Die Basidsch-Milizen waren unter Führung von Soleimani wiederum maßgeblich für die Niederschlagung der Proteste im Iran Anfang Januar verantwortlich. Dabei sollen bis zu 36.000 Menschen von den Milizen und der Polizei getötet worden sein.
Irans Sicherheitsrat befasst sich mit Fragen der nationalen Sicherheit, der Landesverteidigung sowie dem Schutz der Islamischen Revolution. Neben dem Präsidenten als Vorsitzendem gehören dem Gremium mit rund einem Dutzend Mitgliedern mehrere Minister und Generäle an. Der Generalsekretär ist Gesandter des obersten Führers. Der Rat kann Entscheidungen treffen, ohne das Parlament einzubeziehen, die nach Zustimmung des Religionsführers endgültig sind. Ein wiederkehrendes Thema ist das iranische Atomprogramm.
Die Basidsch-e Mostasafin (Mobilisierte der Unterdrückten) ist eine paramilitärische Einheit im Iran. Gegründet nach der Islamischen Revolution 1979 und rekrutiert aus jungen Teilen der Gesellschaft, spielt die Miliz eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung von Protesten im Land. Die Miliz ist Teil der mächtigen Revolutionsgarden, ihr sollen mehrere Hunderttausend systemtreue Anhänger angehören. ja/dpa