Nach Angriffen

Israel schließt Übergang nach Gaza

Palästinenser präparieren im östlichen Teil des Gazastreifens Brandballons (10. August 2020) Foto: Flash 90

Nach anhaltenden Terrorangriffen mit Brandballons aus dem Gazastreifen schließt Israel den einzigen Grenzübergang für Warenlieferungen in das Küstengebiet. Die Schließung des Übergangs Kerem Schalom gelte ab Dienstagmorgen, teilte die zuständige israelische Behörde Cogat mit. Lediglich die Einfuhr von wichtigen humanitären Gütern und Treibstoff bleibe erlaubt.

Das Starten der Ballons werde zuallererst die Bewohner des Gazastreifens und das wirtschaftliche Wachstum des Gebiets treffen. Cogat machte die islamistische Terrororganisation Hamas für alles, was im Gazastreifen geschieht, verantwortlich. Wie lange die Schließung dauern soll, blieb unklar.

Angriffe Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte bei einem Besuch einer Luftwaffenbasis, der »Ballon-Terror« werde einen hohen Preis haben. Verteidigungsminister Benny Gantz sagte bei einem Besuch des Heimatfront-Kommandos, sollten die Angriffe andauern, »dann müssen wir darauf reagieren, und zwar entschlossen«.

Ein Sprecher der im Gazastreifen regierenden Hamas kritisierte die Schließung des Übergangs. Sie gehe einher mit Druck auf Gaza und dem »Straffen der Belagerung«. Niemand könne die Entschlossenheit des palästinensischen Volkes brechen, die »Belagerung« zu beenden.

HAMAS Ein Sprecher der im Gazastreifen regierenden Hamas kritisierte die Maßnahme. Sie gehe einher mit Druck auf Gaza und dem »Straffen der Belagerung«. Niemand könne die Entschlossenheit des palästinensischen Volkes brechen, die »Belagerung« zu beenden.

Die Einfuhr von wichtigen humanitären Gütern bleibt erlaubt.

Seit Beginn der Corona-Krise hatten palästinensische Terroristen weitgehend davon abgesehen, Ballons aus dem Gazastreifen in Richtung Israel fliegen zu lassen, an denen Brandflaschen oder Sprengsätze befestigt waren. Zuletzt nahm dies aber wieder deutlich zu. Zu Wochenbeginn wurden Dutzende Ballons gestartet, um Israel massiv zu schaden.

Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben. Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitserwägungen. dpa/ja

Westjordanland

Schin-Bet-Chef streitet mit Rechtsradikalen

David Zini fordert von Ministerin Orit Strock eine klare Verurteilung jüdischer Siedlergewalt – und droht mit der Rückkehr zur Verwaltungshaft

von Sabine Brandes  06.10.2026

Jahrestag

Israel warnt vor Angriffen auf Juden am 7. Oktober

Am 7. Oktober jährt sich das Massaker von Hamas-Terroristen in Israel. Bei dem Überfall 2023 wurden rund 1.200 Menschen getötet. Israel warnt nun Israelis im Ausland und Juden weltweit vor Angriffen

 06.10.2026

Gedenken

»Berlin steht fest an Israels Seite«

Regierender Bürgermeister Kai Wegner besucht zum Jahrestag des 7. Oktobers den Geiselplatz in Tel Aviv und erhält die Medaille der Stadt

von Sabine Brandes  06.10.2026

Grausamer Plan

Der Professor, der Massenmörder werden wollte

Der Akademiker plante, Hunderte Araber zu töten und viele Unterstützer zu gewinnen. Die Bar-Ilan-Universität zeigt sich »zutiefst entsetzt«

von Sabine Brandes  06.10.2026

Gaza

Hamas: Sinwars »rechte Hand« überlebt israelischen Angriff

Bei einem israelischen Luftangriff in dem Palästinensergebiet sollen am Wochenende mehrere Menschen getötet worden sein. Israel zielte auf den ranghöchsten Hamas-Führer in dem Küstenstreifen ab – doch der hat wohl überlebt

 06.10.2026

Be’eri

»Ich musste ihre Geschichte erzählen«

Dafna Gerstner hat die Hamas-Massaker überlebt und wagt einen vorsichtigen Blick in die Zukunft

von Geneviève Hesse  06.10.2026

Geiseln

Überlebt

505 Tage war Omer Shem Tov in der Gewalt der Hamas in Gaza. Seine Schilderungen zeigen, wie leicht es sich all jene machen, die bei der Bewertung des Krieges die perfide Taktik der Terroristen ausblenden

von Sabine Brandes  06.10.2026

Interview

»Wir haben Angst, dass Shani und Carolin vergessen werden«

Sonja Bohl-Dencker und Ricarda Louk leben seit dem 7. Oktober mit einer unvorstellbaren Wunde – dem Tod ihrer Töchter, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden

von Sophie Albers Ben Chamo  06.10.2026

7. Oktober

»Ich hatte keine Ahnung, wie sehr wir gehasst wurden«

Unsere Autorin ist an der Grenze zu Gaza aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Hier beschreibt sie, wie das Hamas-Massaker ihr Leben verändert hat – und was es mit ihr macht, dass sie und ihr Land plötzlich weltweit als genozidal verleumdet werden

von Adi Kaslasy-Way  06.10.2026