Jerusalem

Bericht: Israel schließt Tempelberg vorerst für jüdische Besucher

Blick auf die Altstadt von Jerusalem: Endlich Frieden für die »Stadt des Friedens«? Foto: imago

Um weitere Spannungen zu verhindern, will Israel laut Medienberichten den Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem vorerst für jüdische Besucher schließen. Eine Ausnahme soll am sogenannten Jerusalemtag gemacht werden, berichtete die Zeitung »Times of Israel« am Dienstagabend.

Mit dem Jerusalemtag, der in diesem Jahr am Abend des 9. Mai beginnt, erinnert Israel an die Wiedervereinigung der einst geteilten Stadt nach der Eroberung des Ostteils durch Israel im Sechstagekrieg (1967). Dies war 1980 im so genannten Jerusalemgesetz festgeschrieben worden.

RAMADAN Seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April war es in Jerusalem wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Palästinenser hatten gegen die polizeiliche Absperrung des Platzes vor dem Damaskustor zur Jerusalemer Altstadt protestiert, der zu den beliebtesten öffentlichen Plätzen im Ramadan gehört.

Zudem war es zu Zusammenstößen zwischen rechten jüdischen Demonstranten und palästinensischen Gegendemonstranten gekommen. Auslöser der Auseinandersetzungen waren Videos in soziale Netzwerken, die Angriffe palästinensischer Jugendliche auf strengreligiöse Juden dokumentieren.

FASTENBRECHEN In der Nacht zum 8. Mai feiern Muslime mit der »Lailat al-Qader« die Nacht der Offenbarung des Korans, in der traditionell Tausende Muslime zum Gebet zum Tempelberg kommen. Der Fastenmonat Ramadan endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens (Eid al Fitr), das voraussichtlich am Abend des 12. Mai beginnt.

Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige Heilige Stätte. Bis zur Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 befand sich an dieser Stelle der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels. Zahlreiche biblische und religiöse Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, die Opferung Isaaks oder aufseiten des Islam die Himmelsreise Mohammeds sind mit dem Ort verbunden.

Besuchen von Israelis auf dem Tempelberg sowie jüdische Forderungen nach Gebetsrechten auf dem Tempelberg waren in Vergangenheit Anlass zu teils gewalttätigem Protest von Palästinensern. kna

Alltag im Krieg

Mitgehört im Bunker ...

Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach

von Sabine Brandes  12.03.2026

Iran-Krieg

Israel ruft Bewohner des Südlibanons zur Flucht auf

Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah spitzt sich weiter zu: Die israelische Armee weitet ihren Evakuierungsaufruf für den Süden des Nachbarlandes aus

 12.03.2026

Jerusalem

Justizgutachten zu Netanjahus Gnadengesuch fertig

Präsident Herzog muss über den Antrag entscheiden. Ein Termin steht bisher nicht fest

 12.03.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Nach 200 Terror-Raketen: Katz droht Libanon

Der Verteidigungsminister: »Ich habe den Präsidenten des Libanon gewarnt, dass wir das Gebiet selbst einnehmen, wenn die libanesische Regierung nicht in der Lage ist, das Territorium zu kontrollieren.«

 12.03.2026

Israel

Dating im Bunker

Neue Apps sollen den Krieg erträglicher machen

von Sabine Brandes  12.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  12.03.2026

Gesellschaft

Zwischen den Welten – der Tod von Maher Khatar

Warum die militärische Beerdigung des gefallenen drusischen Reservisten aus Majdal Shams ein historischer Moment ist

von Sabine Brandes  12.03.2026

Jerusalem

Begnadigung für Netanjahu: Justizministerium äußert »erhebliche Bedenken«

Das Fehlen eines Schuldeingeständnisses könnte eine Begnadigung verhindern. Und dies ist nur eines von mehreren Problemen

 12.03.2026

Petach Tikva

Streubomben-Opfer: Getöteter Bauarbeiter beigesetzt

»Du hast dich immer um mich gekümmert, du warst immer bei mir. Ich verspreche, dich nicht zu enttäuschen«, sagt einer der Söhne von Amid Mortozov

 12.03.2026