Jerusalem

Israel-Museum öffnet wieder

Gegen die Schließung des Israel-Museums hatten Beschäftigte am 28. Juli 2020 protestiert. Foto: Flash 90

Corona-Krise, fehlende Einnahmen aus dem Tourismus und interne Konflikte belasten das Israel-Museum in Jerusalem. Doch nach einer 3,4-Millionen-Euro-Spende des US-amerikanischen Freundeskreises soll das seit Mitte März geschlossene Haus am 16. August wieder für Besucher öffnen, berichtete die israelische Zeitung »Haaretz«.

Museumsdirektor Ido Bruno bezeichnete die Spende demnach als »Sicherheitsnetz, das dem Museum ein Vorwärtsschreiten erlaubt«. In einer Stellungnahme schätzt das Museum die Defizite bis Ende 2022 auf umgerechnet 12,5 Millionen Euro.

Laut »Haaretz« war ein Großteil der Beschäftigten seit Beginn der Pandemie in unbezahlten Urlaub geschickt worden.

Israels Gesundheitsministerium hatte der Wiedereröffnung von Museen bereits Mitte Mai zugestimmt. In der vergangenen Woche demonstrierten Museumsangestellte gegen ihr Management.

GEHÄLTER Für Streit sorgten unter anderem Pläne der Museumsleitung, die Gehälter um bis zu zwölf Prozent zu kürzen und mehr Flexibilität bei der Arbeitsplatzverteilung einzuführen. Laut dem Bericht war ein Großteil der Beschäftigten seit Beginn der Pandemie in unbezahlten Urlaub geschickt worden.

Das 1965 auf Initiative des damaligen Jerusalemer Bürgermeisters Teddy Kollek errichtete Museum ist im Besitz verschiedener Organisationen und Behörden, darunter die israelische Regierung, die Stadt Jerusalem und die Hebräische Universität. Das Jahresbudget von umgerechnet rund 32 Millionen Euro kommt von ausländischen Spendern, Einnahmen sowie der öffentlichen Hand.

Neben dem zur archäologischen Abteilung gehörenden »Schrein des Buches« zu den Schriftrollen vom Toten Meer verfügt das Haus über eine Abteilung für Judaica und jüdische Ethnographie, eine Kunstabteilung mit Kunstgarten sowie über eine Jugendabteilung. dpa

Gadi Eisenkot spricht an einem Rednerpult vor einer israelischen Flagge

Israel

Eisenkot will Israel aus der Krise führen

Nach dem Auftrag zur Regierungsbildung ruft der frühere Generalstabschef zu einer Notstandsregierung auf und streckt allen Parteien die Hand aus

 08.11.2026

Kuscheltiere und Puppen auf dem Rabin-Platz, eine Puppe ist mit einem Seil gefesselt

Ariel

Kinderkrippe des Grauens

Drei Betreuerinnen wird systematische Gewalt an Babys und Kleinkindern vorgeworfen. Die Polizei spricht von einem der schwerwiegendsten Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre

von Sabine Brandes  08.11.2026

Krieg gegen den Iran

Die Mullahs schossen Raketen – Bat Yam schickt die Rechnung

Die israelische Stadt will Schadensersatz in Millionenhöhe von Teheran. Für die Zustellung der Klage musste der Bürgermeister einen iranischen Vertreter durch die Straßen von Manhattan verfolgen

von Sabine Brandes  08.11.2026

Israels Präsident Izchak Herzog

Nach der Parlamentswahl

Israels Präsident beauftragt Eisenkot mit Regierungsbildung

Dem Oppositionspolitiker Eisenkot fehlen 13 Mandate für eine eigene Regierungsmehrheit. Arabische oder ultraorthodoxe Parteien könnten ihm helfen. Doch beide Optionen bergen großes Konfliktpotenzial

 08.11.2026 Aktualisiert

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Berlin

Merz fordert Ausreise bei Judenhass unter Muslimen

Bei einem Empfang jüdischer Sportler äußert sich der Kanzler deutlich zum Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern

 07.11.2026

Nach den Wahlen

Streit um Regierungsbildung in Israel eskaliert

Israels amtierender Ministerpräsident Netanjahu fordert eine breite Koalition unter Einschluss der Rechtsextremisten. Oppositionspolitiker Eisenkot weist das Angebot umgehend als PR-Manöver zurück

 07.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  07.11.2026

Jerusalem

Israels Präsident vergibt Auftrag zur Regierungsbildung

In Israel beginnt der Countdown zur Regierungsbildung. Präsident Herzog vergibt den Auftrag wahrscheinlich an den Oppositionspolitiker Eisenkot

 07.11.2026