Corona

Israel kündigt Impfauffrischung an

Anti-Corona-Impfung in Israel Foto: Flash 90

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat in einem am Montagmorgen ausgestrahlten Interview mit dem israelischen Sender »Kan« angedeutet, dass bereits zwei Mal gegen das Coronavirus geimpfte Bürger des Landes in einigen Monaten ihre Impfung auffrischen lassen müssen.

36 MILLIONEN DOSEN An den Moderator der Sendung, Aryeh Golan, gewandt, sagte Netanjahu: »Sie haben sich impfen lassen. Begreifen Sie, dass Sie in einem halben Jahr oder womöglich in einem Jahr weitere Impfungen bekommen werden?«

Golan antwortete: »Natürlich. Auf meinem grünen Dokument steht sogar das Datum, der 18. Juli. Das ist in weniger als einem halben Jahr.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Netanjahu sagte daraufhin, Israel müsse sich auf eine erneute Impfung seiner gesamten Bevölkerung vorbereiten. »Der nächste Ministerpräsident muss sofort weitere 36 Millionen Impfdosen gegen Corona im nahenden Jahr beschaffen. Warum 36 Millionen? Wir müssen neun Millionen Bürger impfen, und ich glaube, dass es bis dahin auch eine Impfung für Kinder geben wird.«

Man brauche also alle sechs Monate 18 Millionen Impfdosen. »Es gibt eine riesige Konkurrenz unter den Ländern, und ich bin entschlossen«, so Netanjahu weiter, »erneut die Länder der Welt anzuführen bei der Einfuhr von Millionen Impfdosen.«

SCHUTZ Noch ist unklar, wie lange die Schutzwirkung des vom Mainzer Unternehmen BioNTech entwickelten und gemeinsam mit dem US-Pharmariesen Pfizer vertriebenen Impfstoffs BNT162b2 anhält. Ebenso unbekannt ist bislang, wie wirksam das Mittel gegen Mutationen des Sars-CoV2-Virus ist.

Am vergangenen Donnerstag gaben die beiden Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt, »dass Sicherheit und Verträglichkeit eines Auffrischungsimpfstoffs« gegenwärtig in einer Studie in den USA untersucht würden. Demnach würden die Teilnehmer sechs bis zwölf Monate nach der ersten Verabreichung von zwei Dosen des Impfstoffs eine Auffrischung erhalten.

Allerdings habe man basierend auf bisher durchgeführten Studien und Praxis-Beobachtungen »keine Veränderungen der neutralisierenden Antikörperspiegel beobachtet, die eine signifikante Reduzierung des Schutzes durch zwei Dosen BNT162b2 vorhersagen würden«, so BioNTech und Pfizer in ihrem Statement.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Pfizer-Chef Albert Bourla sagte in einem Interview mit dem US-Sender NBC, so, wie man sich jedes Jahr neu gegen die Grippe impfen lassen müsse, werde es auch beim Coronavirus sein. »In einem Jahr werden Sie gehen müssen, um Ihre jährliche Covid-Impfung zu bekommen, damit Sie geschützt sind.«

KRITIK In seinem Interview wies Benjamin Netanjahu Kritik, wonach er sich den Erfolg der Impfkampagne in Israel immer nur selbst zuschreibe, von sich, lobte sich aber dennoch selbst kräftig. Er habe »mehr als 30 Anrufe bei den CEOs von Pfizer und Moderna getätigt« und spreche fast jeden Tag mit den Chefs der Hersteller der Vakzine. Die hätten ihm denn auch bestätigt, so Netanjahu, dass »wir ohne mein Eingreifen die Impfstoffe nicht bekommen hätten«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Natürlich habe Israel »auch ein außergewöhnliches Gesundheitssystem«, das es erlaube, die Impfungen schnell durchzuführen. »Aber wenn ich die Impfstoffe nicht beschafft hätte, hätte das nichts geholfen.«

Netanjahu sagte wörtlich: »Die Direktoren von Pfizer und Moderna sagen mir: Herr Ministerpräsident, was Sie getan haben, hat kein anderer Regierungschef getan. Israel ist ein Staat von neun Millionen, ein Tausendstel der Weltbevölkerung von acht Milliarden. Wie bekommt ein so kleiner Staat diese Masse von Impfungen?«

Das sei sein persönliches Projekt, und darauf sei er stolz. Kritik an seiner mittlerweile wieder gestoppten Entscheidung, Impfstoff gegen politische Unterstützung an Drittstaaten abzugeben, wies Netanjahu zurück: Es sei »mehr als genug« Impfstoff vorhanden, um alle Israelis zu immunisieren, betonte er. mth

Politik

Superstar der Linken

Naama Lazimi, israelische Abgeordnete der Demokraten, wird vom TIME Magazin als eine der aufstrebenden Persönlichkeiten der Welt gewürdigt

von Sabine Brandes  01.10.2026

Jerusalem

Herzog will »Fly Dubai«-Helfer für Zivilcourage auszeichnen

Vier israelische Passagiere verhinderten auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv durch ihr beherztes Eingreifen eine Katastrophe. Der Präsident will sie nun für ihren Mut ehren

 01.10.2026

Terrorismus

Hamas-Leibwächter plante Anschläge in Deutschland und Österreich

Der Palästinenser erhielt Asyl und Staatsbürgerschaft in Großbritannien. Er hatte jüdische und israelische Ziele im Visier

von Sabine Brandes  01.10.2026

UN-Kongress

Experten diskutieren strafrechtliche Verfolgung sexueller Gewalt in Konflikten

Bei einer Veranstaltung im Rahmen des UN-Kongresses zur Verbrechensverhütung in Abu Dhabi diskutierten jüdische Organisationen über Strafverfolgung, digitale Beweismittel und den Schutz von Betroffenen

 01.10.2026

Der Lehrer einer Kunstschule in Mumbai ehrt Smit Machchhar mit einem Bild

Der unbekannte Held

Schwer verletzt half der indische Pilot Smit Machchhar auf dem verhängnisvollen Flydubai-Flug, die Menschen an Bord vor dem Absturz zu retten

von Sabine Brandes  01.10.2026

Krieg

»Verzerrt, irreführend und unredlich«

Das israelische Militär hat in einer ausführlichen Erklärung auf die anonym erhobenen Vorwürfe des Films »NAZA« reagiert

 01.10.2026

Nachrichten

Klaviere, Dichter, Dienstleistung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  01.10.2026

Westjordanland

Herzog: Politik tut nicht genug gegen Gewalt israelischer Siedler

Israels Staatspräsident Isaac Herzog hat die Regierung aufgefordert, das Problem entschlossener zu bekämpfen

 01.10.2026

Terror

Netanjahu würdigt angegriffenen Piloten: »Ein wahrer Held«

Die israelischen Fluggäste von Dubai nach Tel Aviv sind nur knapp einer Katastrophe entronnen. Israel spricht von einem versuchten Terroranschlag. Nun werden immer mehr Details darüber bekannt, was sich im Cockpit abspielte

 01.10.2026