Ukraine-Krieg

Israel: Bereits 15.000 Neueinwanderer

Jüdische Ukrainer bei der Ankunft in Israel (17. März 2022) Foto: Flash 90

Israel hat im Rahmen seiner Rettungsaktion für Juden seit Kriegsbeginn in der Ukraine eigenen Angaben zufolge mehr als 15.000 Einwanderer aus der Region aufgenommen. Wie das Alija- und Integrationsministerium am Dienstag in Jerusalem mitteilte, sind 8800 Ukrainer, 5800 Russen und 400 Belarussen seit Beginn der Operation »Immigrants Come Home« im Land eingetroffen.

Weitere 10.000 hätten sich bereits für die Einwanderung registriert, sagte die zuständige Ministerin Pnina Tamano-Shata laut »Jerusalem Post«. Das Ministerium bereite sich darauf vor, sie in den kommenden Monaten aufzunehmen.

Unter den Neuzuwanderern sind demnach 24 Prozent Kinder und Jugendliche, 18 Prozent sind älter als 66 Jahre und 32 Prozent gehörten in die erwerbsfähige Altersgruppe (22 bis 60 Jahre). Sie brächten Erfahrungen aus Marketing-, Dienstleistungs- und Handelsberufen mit, andere arbeiteten in den Bereichen Technologie, Ingenieurwesen, Rechnungswesen, Recht und Medizin.

FRAUEN Infolge der ukrainischen Ausreisebestimmungen seien unter den Neueinwanderern doppelt so viele Frauen wie Männer. Viele sind dem Bericht zufolge bereits in dauerhafte Unterkünfte umgezogen. Knapp 3.000 lebten noch in Hotels, die vom Ministerium angemietet wurden. Die meisten Einwanderer aus der Ukraine (932) hätten den Wunsch geäußert, sich in Jerusalem niederzulassen. Es folgen Netanja, Haifa und Tel Aviv.

In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium seien bis Mitte April rund 650 Kinder in Bildungseinrichtungen unterschiedlicher Träger aufgenommen worden, die meisten in der Grundschule, so der Bericht. Inzwischen bietet das Ministerium etwa 40 hebräische Sprachprogramme für Erwachsene an.

Die Einwandererzahlen für Israel dürften 2022 weit über denen der Vorjahre liegen. 2021 folgten – pandemiebedingt –wenig mehr als 20.000 der Alija. Ein Recht auf Alija (»Aufstieg«), wie der Akt der jüdischen Einwanderung heißt, hat nach dem 1950 eingeführten Rückkehrgesetz jeder, der seine Abstammung bis zu einem jüdischen Großelternteil zurückverfolgen kann oder Ehepartner eines zur Alija Berechtigten ist.

»Alijah ist die Verwirklichung des zionistischen Traums«, erklärte Tamano-Shata. Seit der Staatsgründung Israels 1948 wanderten demnach rund 3,34 Millionen Juden nach Israel ein. kna

Nahost

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Israel ist laut Netanjahu mit Blick auf die Region »auf jedes Szenario vorbereitet«. Ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Emiraten schürt die Sorge vor einer neuen Eskalation

 17.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

Haaretz berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Wirtschaft

Energiezentrum in Nahost

Die Gasfelder im östlichen Mittelmeer könnten für mehr Stabilität in der Region sorgen – gäbe es keine kriegsbedingten Ausfälle

von Sabine Brandes  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Flaggen, Glitzer und Herzchen für Noam

Tausende feiern das ESC-Finale am Strand von Tel Aviv – mit Tanz, Drag Queens, spontanen »Michelle«-Gesängen und Jubel über Israels zweiten Platz

von Sabine Brandes  17.05.2026

Zoo

Eine Elefantin als Ehrenbürgerin

Trauer und Neubeginn: Israels berühmtestes Wildtier ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Ihr ehemaliges Zuhause, der »Ramat Gan Safari Park«, zieht bald nach Tel Aviv

von Sabine Brandes  17.05.2026

Nahost

Stille Wende im Krieg: Emirate und Saudi-Arabien griffen Iran an

Nach Irans Angriffen wiederholten die Golfstaaten das Mantra vom Recht auf Selbstverteidigung. Jetzt wird bekannt, dass zwei von ihnen auch zurückschlugen - und eine wichtige Schwelle überschritten

von Johannes Sadek, Weedah Hamzah  17.05.2026

Gazastreifen

Israel tötet Hamas-Militärchef

Iss al-Did al-Haddad gilt als letzter Drahtzieher der Massaker vom 7. Oktober

 17.05.2026

Meinung

Ein Mutmacher in trüben Zeiten

Die Abstimmung für Noam Bettan beim Eurovision Song Contest zeigt, dass sich die Bürger nicht so einfach von israelfeindlicher Propaganda beeinflussen lassen

von Daniel Killy  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Als die Zuschauer abstimmten, rutschte Israel deutlich nach oben

Das Zuschauervoting mit einer Abstimmung für Israels Ansehen zu verwechseln, wäre ein Fehler. Aber es sagt etwas über ESC-Fans

von Martin Krauss  17.05.2026