Jerusalem

Ideen für den März

Netanjahu-Herausforderer Gideon Saar Foto: Flash90

Der Wahlkampf in Israel hat begonnen. Alte Allianzen werden gekappt, neue geschmiedet. Und mindestens fünf neue Parteien wollen bei der nächsten Parlamentswahl – der vierten innerhalb von weniger als zwei Jahren – mitmischen.

Da ist zunächst die ernsthafteste Konkurrenz für die rechtskonservative Regierungspartei Likud: die »Neue Hoffnung« von Ex-Bildungsminister und Netanjahu-Herausforderer Gideon Saar. Saar hat auch seine neue Partei im rechten Spektrum der israelischen Politik angesiedelt.

kritik In einer scharfzüngigen Kritik seines ehemaligen Chefs Netanjahu sagte der 53-Jährige: »Meine Partei ist zu einem Werkzeug für die persönlichen Interessen geworden, bei denen es auch um seinen Prozess wegen krimineller Vergehen geht.« Der Likud fördere einen »Personenkult« rund um den Ministerpräsidenten.

Auf der anderen Seite der politischen Landkarte erklärte das 78-jährige Urgestein der Lokalpolitik, Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai: »Ja, ich gründe eine neue Partei.« Einen Namen hat sie auch schon: Die Israelis. »Ich konnte nicht länger von außen zuschauen.« Huldai, der eigentlich der Arbeitspartei angehört, regiert die Metropole am Mittelmeer bereits seit 22 Jahren.

Alte Allianzen werden gekappt, neue geschmiedet. Und mindestens fünf neue Parteien wollen bei der nächsten Parlamentswahl mitmischen.

Entsprechend einer Umfrage des Fernsehkanals zwölf könnte seine Mitte-Links-Partei bis zu sieben Mandate bei Parlamentswahlen holen. Und auch die einstige Außenministerin Zipi Livni erwägt Medienberichten zufolge, aus dem politischen Ruhestand zurückzukehren.

hatnua Livni habe vor, sich mit der Zentrumspartei Jesch Atid von Yair Lapid zusammenzuschließen. Ihre Partei Hatnua (Die Bewegung) war zwar bei den vergangenen drei Wahlen nicht angetreten, doch es könnte sein, dass sie wieder aktiviert wird.

Währenddessen heißt es, dass der Vorsitzende der zusehends vom Zerfall bedrohten Zentrumspartei Blau-Weiß, Benny Gantz, ein ungewöhnliches Bündnis erwägt: das mit der Rechtsaußenpartei Jamina. Noch verwirrender sind die Nachrichten, dass der Likud auf Stimmenfang bei den arabischen Israelis geht. Klar ist nur eines: Bei den Wahlen am 23. März ist noch nichts entschieden.

Statistik

Knapp 111.000 Holocaustüberlebende leben in Israel

Sie sind alt und sie werden weniger: Heute leben noch etwa 111.000 Holocaustüberlebende in Israel. Fast ein Drittel von ihnen ist über 90 Jahre alt, fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen

 15.04.2026

Nahost

Iran droht USA mit Angriffen

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe

 15.04.2026

Studie

Israelische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Lungenkrebs

Das Spike-Protein des Coronavirus könnte nach Angaben der Autoren schädliche Prozesse im Lungengewebe auslösen

 15.04.2026

Streit

Israel wirft Südkoreas Präsidenten vor, Massaker an Juden zu verharmlosen

Lee Jae-Myung zog einen Vergleich zwischen einem angeblichen Vorgehen Israels gegen palästinensische Kinder und dem Holocaust. Das Jerusalemer Außenministerium bezeichnet dies als »inakzeptabel«

 15.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  15.04.2026

Jerusalem

Mossad-Chef: Einsatz gegen Iran erst mit Regime Change beendet

»Unsere Mission ist noch nicht beendet«, sagt David Barnea

 15.04.2026

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026