Israel

Haushalt in der Krise

Finanzminister Israel Katz Foto: Flash 90

Neuwahlen in Israel sind angeblich abgewendet. Das zumindest sagt Finanzminister Israel Katz. Zuvor hatte die Krise um das Budget die Regierung an den Rand des Zusammenbruchs der Koalition gebracht.
Die Parteien Likud und Blau-Weiß stehen nach Aussagen von Katz kurz vor einer Einigung in dieser Angelegenheit.

»Meiner Meinung nach ist die Gefahr abgewendet. Jetzt geht es nur noch um Vereinbarungen und Formulierungen. Wenn beide Seiten verstehen, dass es keine Wahlen geben soll, dann gibt es auch keine.« Er rief Blau-Weiß dazu auf, »jedes beliebige Budget mitzutragen«, damit die Bereiche Sicherheit und Bildung stärker gefördert werden können.

geld Schon jetzt sind verschiedene Bildungseinrichtungen geschlossen worden, weil kein Geld mehr da ist. Dazu gehören Programme für Jugendliche im ganzen Land und zudem für junge Menschen in der Peripherie. Das Bildungsministerium erklärte, dass Aktivitäten ausgesetzt werden, bis ein Haushalt verabschiedet ist.

Spätestens am 25. August muss der Haushalt von den Parteien unterzeichnet sein, sonst gäbe es automatisch Neuwahlen.

Spätestens am 25. August muss der Haushalt von den Parteien unterzeichnet sein, sonst gäbe es automatisch Neuwahlen. Das verlangt das Gesetz. Während Premier Benjamin Netanjahu die Gelder lediglich bis zum Ende des laufenden Jahres festschreiben will – er nennt als Grund die Unsicherheiten wegen der Corona-Krise –, beharrt Blau-Weiß-Chef Benny Gantz darauf, sie bis 2021 zu sichern. Letzteres ist im Koalitionsvertrag vereinbart.

Die Laufzeit des Haushalts ist nicht die einzige Änderung der Vereinbarungen, die Netanjahu fordert, berichten israelische Medien. Es gehe zudem um verschiedene politische und juristische Punkte, die ihn persönlich betreffen. Laut Vertrag wechselt das Amt des Premiers nach der Hälfte der Legislaturperiode, im November 2021, in die Hände von Gantz.

gezerre Der ist besorgt, dass Netanjahu sich nicht daran halten will und bereits Wege sucht, dies zu verhindern. Einer ist seiner Meinung nach das Gezerre um den Haushalt, um Änderungen im Koalitionsvertrag durchzudrücken. Dem Ministerpräsidenten wird derzeit vor dem Bezirksgericht in Jerusalem wegen Korruption in drei Fällen der Prozess gemacht.

Kommt letztlich doch keine Einigung beim Haushalt zustande und es käme zu Neuwahlen, wären es die vierten in Folge seit April 2019.

Sicherheit

Unerlaubter Pilot an Bord: Maschine muss wieder umdrehen

Weil ein indonesischer Kapitän an Bord war, wurde einem Frachtflug von Ethiopian Airlines die Landung in Israel verweigert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Krieg

Netanjahu fordert Ermittlungen gegen Soldaten im Film »NAZA«

Der Premier wirft den anonymen Beteiligten mögliche Straftaten im Zusammenhang mit der Weitergabe geheimer Informationen vor

von Sabine Brandes  13.10.2026

Interview

»Wenn wir weder denken noch irgendetwas tun müssen – was machen wir dann?«

Der israelische Mathematiker Assaf Hasson warnt vor oberflächlichen Antworten, undurchsichtigen Beweisen und einer Generation, die sich zu sehr auf Künstliche Intelligenz verlässt

von Sabine Brandes  13.10.2026

Oktoberfest

Wiesn am Mittelmeer

Die bayerische Festtradition wird in Israel neu interpretiert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Israel

Ein Toter und 24 Verletzte bei Explosion von Blindgänger

Ein mutmaßlicher Blindgänger explodiert in Nordisrael. Es gibt ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Berichten zufolge waren Schüler und ein Lehrer in der Gegend gewandert

 12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026