Gaza

Hamas ruft weiteren »Tag des Zorns« aus

Hamas-Terroristen bei einer Parade in Gaza Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Angesichts eines heute geplanten, weiteren »Tag des Zorns« der palästinensischen Terrororganisation Hamas hat der Nationale Sicherheitsrat Israelis im Ausland zur Vorsicht aufgerufen. Die Terroristen hatten weltweite »Solidaritätskundgebungen« angekündigt. »Diese Proteste und Demonstrationen können in Gewalt eskalieren, die sich gegen Israelis richtet«, hieß es in der Warnung des Sicherheitsrats.

»Es besteht auch die Sorge, dass Anhänger terroristischer Gruppen oder Einzeltäter versuchen könnten, die Proteste als Gelegenheit für Anschläge zu nutzen.« Der Nationale Sicherheitsrat riet Israelis im Ausland, Demonstrationen zu meiden, keine israelischen Symbole in der Öffentlichkeit zu zeigen und den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte Folge zu leisten.

Seit den Massakern der Hamas am 7. Oktober 2023 hatte die Terrororganisation mehrfach »Tage des Zorns« angekündigt. Terrorakte gegen jüdische Einrichtungen wurden und werden weiterhin befürchtet. Die Terrororganisation will Israel erklärtermaßen vernichten und hat weitere Massaker im Stil des 7. Oktobers bereits angekündigt. Weiterhin hat sie 59 Geiseln in ihrer Gewalt.

Machtübergabe an Palästinensische Autonomiebehörde

Die Hamas ist unterdessen einem Medienbericht zufolge zur Übergabe ihrer Macht an eine andere palästinensische Behörde im Gazastreifen bereit.

Lesen Sie auch

Die Terrororganisation habe ihre Bereitschaft signalisiert, die Regierung in dem Küstenstreifen an eine palästinensische Behörde wie die im Westjordanland regierende Palästinensische Autonomiebehörde (PA) oder eine neu zu schaffende Organisation zu übergeben, zitierte die BBC einen ranghohen palästinensischen Funktionär. Über die künftige Regierung müsse zuvor auf nationaler und regionaler Ebene eine Einigung erzielt werden.

Die Hamas regiert seit 2007 im Gazastreifen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte eine Rolle der PA in einer künftigen Regierung in Gaza allerdings bereits ausgeschlossen, da sie den Terror auch finanziell unterstützt.

Neuer Vorschlag

Derweil legten die Vermittler in den indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas über eine neue Waffenruhe und die Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln einen neuen Vorschlag vor.

Der von Ägypten und Katar ausgearbeitete Entwurf sehe einen fünf bis sieben Jahre langen Waffenstillstand, den vollständigen Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen und die Freilassung aller israelischen Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge vor, berichtete die BBC unter Berufung auf den mit den Verhandlungen befassten palästinensischen Funktionär.

Zuletzt hatte die Hamas einen israelischen Vorschlag einer 45-tägigen Feuerpause für die Freilassung von zehn Geiseln abgelehnt, weil er kein Ende des Krieges vorsah, den die Terrororganisation selbst begonnen hat. Die letzte Waffenruhe-Phase endete vor einem Monat, nachdem sich die Hamas geweigert hatte, mehr Geiseln freizulassen. Die israelischen Streitkräfte nahmen ihre massiven Angriffe gegen den palästinensischen Terror daraufhin wieder auf. dpa/ja

Nahost

Reaktion auf Hisbollah-Angriff: Israel nimmt Hauptquartier der Terroristen ins Visier

Die israelische Armee erklärt, sie habe auch Abschussvorrichtungen für Raketen zerstört

 08.06.2026

Nahost

Israel reagiert mit Angriffen auf iranische Raketenattacken

Ist die Waffenruhe endgültig vom Tisch? Der Überblick am Morgen

 08.06.2026

Krieg

Medien: Trump fordert von Israel Verzicht auf Gegenschläge

Der US-Präsident fordert zugleich den Iran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein Abkommen abzuschließen

 07.06.2026

Krieg

Iran bricht die Waffenruhe und feuert Raketen auf Israel

Was bislang bekannt ist

 07.06.2026 Aktualisiert

Diplomatie

Israel soll US-Unterhändler ausspioniert haben

Nach einem Bericht der New York Times sollen israelische Dienste amerikanische Spitzenbeamte ins Visier genommen haben – darunter den Sondergesandten Steve Witkoff

von Sabine Brandes  07.06.2026

Kommentar

Der alte Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Gesellschaft

Haredi-Attacken werden immer gewalttätiger

Streit um die Wehrpflicht ultraorthodoxer Juden eskaliert weiter: Neue Ausschreitungen in Jerusalem und Beit Schemesch

von Sabine Brandes  07.06.2026

Israel

Ein Toter, sechs Verletzte bei Anschlag

Ein Angreifer schießt an mehreren Orten im Zentrum das Landes auf Zivilisten. Bei dem Täter soll es sich um einen israelischen Araber handeln

von Sabine Brandes  07.06.2026 Aktualisiert

Meinung

Libanon: Zwischen Anschein und Wirklichkeit

Wer den aktuellen Konflikt verstehen will, darf den Zedernstaat nicht als tragisches Opfer Israels lesen

von Jacques Abramowicz  07.06.2026