Nahost

Hamas feuert zehn Raketen auf Israel

Israelische Sicherheits- und Rettungskräfte am Ort des Einschlags einer von Hamas-Terroristen aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete in der südisraelischen Stadt Aschkelon Foto: copyright (c) Flash90 2025

Beim schwersten Beschuss aus dem umkämpften Gazastreifen auf Israel seit Monaten sind nach Militärangaben etwa zehn Raketen auf den Süden des Landes abgefeuert worden. Die meisten von ihnen konnten abgefangen werden, erklärte ein israelischer Militärsprecher. Eine Rakete schlug laut der »Times of Israel« jedoch in der südisraelischen Stadt Aschkelon ein und richtete Schäden an. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes wurde ein Mann durch Granatsplitter leicht verletzt. Außerdem seien mehrere Menschen wegen Angstzuständen behandelt worden.

Den Angriff reklamierte die islamistische Terrororganisation Hamas für sich. Das israelische Militär bombardierte daraufhin nach eigenen Angaben den Raketenwerfer in Deir al-Balah im Gazastreifen, von dem aus die Geschosse abgefeuert worden waren. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach auf dem Weg nach Washington aus dem Flugzeug mit Verteidigungsminister Israel Katz und ordnete eine »energische Reaktion« an, wie das Büro des Ministerpräsidenten mitteilte. Er habe die Fortsetzung der »intensiven« Einsätze der Streitkräfte im Gazastreifen gegen die Hamas abgesegnet, hieß es weiter.

Netanjahu trifft erneut Trump

Netanjahu traf unterdessen in Washington ein, wo er heute zum zweiten Mal seit dessen Amtsantritt US-Präsident Donald Trump treffen wird. Der Israeli dankte auf X für die Einladung und kündigte an, er wolle mit Trump unter anderem über das neue US-Zollpaket, die Bemühungen um die Freilassung der Hamas-Geiseln im Gazastreifen und die Bedrohung durch den Iran sprechen. 

Trump hatte Netanjahu bereits Anfang Februar empfangen - als ersten ausländischen Gast in seiner zweiten Amtszeit. Es ist einmal mehr eine Geste der Unterstützung für Israels rechten Ministerpräsidenten, der wegen der Kriegsführung im Gazastreifen international stark in der Kritik steht. Trump ist als ein enger Verbündeter Netanjahus bekannt. 

Erneut Proteste im Gazastreifen

Inzwischen kommt es in Gaza wiederholt zu Protesten von Bewohnern gegen die Hamas. Im Flüchtlingslager Dschabalija im Norden des abgeriegelten Küstenstreifens demonstrierten mehrere Hundert Palästinenser für ein Ende des Krieges mit Israel. Viele machten die Hamas für die Verschlechterung der humanitären Lage in dem weitgehend zerstörten Gebiet verantwortlich. Auf Plakaten und in Sprechchören hieß es unter anderem: »Hamas ist Terrorismus!«

Andere Bewohner waren voller Zorn auf Israel. Sie warfen den Streitkräften vor, Wohngebiete absichtlich zu bombardieren. Die Proteste richteten sich zudem gegen die Anfang März von Israel verhängte Blockade für Hilfslieferungen in den Gazastreifen. dpa/ja

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Eisenkot will Netanjahu ablösen

Netanjahus Likud liegt zwar laut ersten Prognosen vorn, doch seinem Lager fehlen viele Sitze zur Mehrheit. Ex-Militärchef Eisenkot will die Regierung ablösen – doch gelingt ihm das?

 27.10.2026

Knesset-Wahl

Lapid: Öffentlichkeit hat Netanjahu-Lager »nach Hause geschickt«

Netanjahus Likud-Partei wurde zwar laut Prognosen stärkste Kraft im Parlament, kommt aber mit ihren Partnern nicht auf eine Mehrheit. Die Opposition sagt, seine Regierung sei damit »gefeuert«.

 27.10.2026

Israel

Eisenkot-Lager liegt vor Netanjahu-Lager

Die Likud-Partei des Premiers wurde allerdings ersten Prognosen zufolge stärkste Kraft. Der Wahlausgang ist alles andere als eindeutig

 27.10.2026 Aktualisiert

Entscheidung

Keine längeren Öffnungszeiten trotz hoher Wahlbeteiligung

15 Stunden haben die Israelis Zeit, ihre Stimme abzugeben. Ein Antrag, die Abstimmung zu verlängern, scheiterte

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Überschwemmungen behindern Wahl im Süden Israels

Überflutete Zufahrtsstraßen, abgeschnittene Orte: Im Süden Israels kamen manche Einwohner nicht zu ihrem Wahllokal. Reicht die Zeit noch, bevor die kleinen Wahllokale schließen?

 27.10.2026

Israel

Wer wählt wen und warum?

Von unerschütterlicher Bibi-Treue bis zur Sehnsucht nach einem Neuanfang: Wir haben Israelis gefragt, wem sie ihre Stimme gegeben haben

von Sabine Brandes  27.10.2026

Israel

Wahlbeteiligung bricht Aufzeichnungsrekord

Schon mehr als drei Millionen Israelis haben am Nachmittag ihre Stimme abgegeben - das ist der höchste in den Aufzeichnungen gemessene Wert

 27.10.2026