Vermisst

»Grausame Achterbahn«

Seit 500 Tagen verschleppt: Nimrod Cohen Foto: Sabine Brandes

Vermisst

»Grausame Achterbahn«

Nimrod Cohen ist Geisel in Gaza

von Sabine Brandes  20.02.2025 13:11 Uhr

Das Leben der Familie von Nimrod Cohen gleicht seit mehr als 500 Tagen einer »grausamen Achterbahn, die nie anhält«. So beschreibt es Vicky Cohen, die Mutter des jungen Soldaten, die in den vergangenen Tagen von befreiten Geiseln endlich Lebenszeichen ihres Sohnes erhalten hat. Zwei der Männer seien zusammen mit Nimrod festgehalten worden. »Sie waren lange mit ihm in den Tunneln.«

Ihr Sohn sei »gesund und in einem vernünftigen Zustand, aber er ist dort«, sagte Nimrods Mutter dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan. »Er wird lebend zurückkehren«, fügte sie hinzu. Zur selben Zeit war sein Vater, Yehuda Cohen, auf seiner fünften Reise in die USA, um dort für mehr Unterstützung für die Freilassung seines Sohnes zu werben.

Zurückgekehrte Geiseln berichteten auch, dass Nimrod seine Familie »so sehr vermisst«.

Weil Nimrod als Soldat verschleppt wurde, steht sein Name nicht auf der ersten Liste des derzeitigen Waffenstillstands- und Geiselbefreiungsabkommens. Am Tag der Hamas-Massaker war er Schütze in einem Panzer, als er und seine Mannschaft versuchten, die Masse an Terroristen aufzuhalten, die in die Armeebasis Nahal Oz eindrangen, um dort zu foltern, zu morden und Geiseln zu nehmen.

Lesen Sie auch



Am vergangenen Sonntag reichten die Cohens zusammen mit Einav Zangauker, der Mutter des verschleppten Matan Zangauker, eine Petition beim Obersten Gerichtshof ein und forderten, dass die Regierung angewiesen werde, den Inhalt des Abkommens mit der Hamas vollständig zu veröffentlichen. »Basierend auf den Erfahrungen mit Premier Benjamin Netanjahu und seiner Sabotage von Abkommen, ist es unser Ziel sicherzustellen, dass er nicht erneut Möglichkeiten schafft, die zweite Phase des Deals scheitern zu lassen«, erklärte Nimrods Vater, der die Regierung – und vor allem den Ministerpräsidenten persönlich – immer wieder scharf kritisiert.

Zurückgekehrte Geiseln berichteten auch, dass Nimrod seine Familie »so sehr vermisst«. Vicky Cohen wandte sich danach in einer öffentlichen Nachricht direkt an ihren Sohn: »Wir lieben dich so sehr. Du bist immer in unseren Herzen. Verliere nicht deinen Glauben, dass du freikommen wirst. Bitte habe noch etwas Geduld. Bald kommst auch du nach Hause.«

Hintergrund

Hamas will angeblich Verwaltung in Gaza abgeben

Die Terrorgruppe signalisiert Bereitschaft zur Übergabe von zivilen Einrichtungen – doch weigert sich nach wie vor, die Waffen niederzulegen

von Sabine Brandes  12.01.2026

Beerscheba

Plünderer vom Nova-Festival zu Haftstrafen verurteilt

Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gab es viele Beispiele von Mut und Solidarität. Drei Männer dagegen plünderten am Schauplatz des Massakers. Nun gibt es ein Urteil

 12.01.2026

Kommentar

Wir müssen unsere Kinder schützen

In Israel wurde ein 14-jähriger Junge bei Protesten gegen die Wehrpflicht von einem Bus erfasst und getötet. Hier reflektiert ein orthodoxer Rabbiner aus Jerusalem, was sich ändern muss

von Rabbiner Raphael Evers  12.01.2026

Nahost

Rubio telefonierte mit Netanjahu über mögliche US-Intervention

Vor dem Hintergrund der Proteste wächst in Israel die Sorge vor einer regionalen Eskalation

von Sabine Brandes  12.01.2026

Nahost

Israels Armee würde »mit Macht« auf iranischen Angriff reagieren

Im Iran gehen Tausende gegen die Führung des Landes auf die Straße. US-Präsident Trump erwägt laut Berichten Militärschläge. Der Iran warnte deshalb auch Israel

 11.01.2026

Iran

Iranisches Regime droht mit Angriff auf US-Stützpunkte

Seit rund zwei Wochen gehen Menschen im Iran auf die Straße. US-Präsident Trump warnte Teheran vor Gewalt gegen die Protestierenden. Laut Berichten erwägt er Militärschläge. Das Mullah-Regime warnt

 11.01.2026

Waffenruhe

Israelische Armee bereitet Offensive auf Gaza-Stadt vor

Sollte sich die Hamas nicht freiwillig entwaffnen, will die Armee den Angriff noch im März beginnen

 11.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  10.01.2026

Knesset

In den Startlöchern

Israels Parteien bereiten sich auf die Wahl vor

von Sabine Brandes  10.01.2026