Jerusalem

»Gipfel für die gesamte Menschheit«

Am Mittwochabend waren mehr als 40 Staatsgäste in Rivlins Residenz in Jerusalem zum Abendessen geladen. Foto: Flash 90

Auf dem Gruppenfoto aus dem Beit Hanasi in Jerusalem sind Präsidenten neben Königen, Premierministern und religiösen Oberhäuptern zu sehen. »Dies ist ein historischer Gipfel. Nicht nur für Israel und das jüdische Volk, sondern für die gesamte Menschheit«, machte Israels Präsident Reuven Rivlin deutlich.

Bei dem größten diplomatischen Ereignis in Israels Geschichte waren am Mittwochabend mehr als 40 Staatsgäste in Rivlins Residenz in Jerusalem zum Abendessen geladen, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Zukunft Rivlin begrüßte jeden einzelnen Gast mit Handschlag und betonte die Bedeutung des Besuchs. Die Ansagerin des Abends, Yael Lavie, sprach die einleitenden Worte: »Das World Holocaust Forum markiert den Internationalen Holocaust-Gedenktag, um der Opfer der Schoa und des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz-Birkenau zu gedenken. Der Staat Israel ist zutiefst dankbar, dass so viele Staatsoberhäupter aus aller Welt an diesem Forum teilnehmen. Damit wir sicherstellen, dass wir die Erinnerung der Vergangenheit in ein Versprechen für die Zukunft wandeln«.

»Dies ist der Aufruf unserer Zeit. Dies ist unsere Herausforderung. Dies ist unsere Entscheidung.«Reuven Rivlin

»An diesem Abend, während wir den Opfern des Holocaust und des Zweiten Weltkrieges gedenken, begehen wir gleichzeitig den Sieg über die Freiheit und die menschliche Würde.« Rivlin sagte, er hoffe und bete, dass die Botschaft aus diesem Raum jedes Land der Erde erreiche und dass die Welt zusammensteht im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus, um die Demokratie und demokratische Werte zu verteidigen. »Dies ist der Aufruf unserer Zeit. Dies ist unsere Herausforderung. Dies ist unsere Entscheidung.«

In Anlehnung an den Streit zwischen Polen und Russland um die Debatte, wer für den Ausbruch des Krieges verantwortlich ist, machte er deutlich, dass Geschichtsforschung den Wissenschaftlern überlassen werden sollte. »Die Rolle der politischen Anführer ist es, die Zukunft zu formen. In einer Zeit, in der uns mehr und mehr Überlebende verlassen, ist diese Zusammenkunft ein Ausdruck der gemeinsamen Verpflichtung, die historischen Fakten und die Lektionen aus der Schoa an die kommenden Generationen weiterzugeben.«

Monarch Stellvertretend für die Gäste sprach der spanische Monarch, König Felipe VI.: »Weil wir eine wertvolle, reiche und komplexe jüdische Vergangenheit sowie eine lebendige jüdische Gemeinde haben, hat Spanien entschlossen, ein solides Rahmenwerk von Regeln und Initiativen zu schaffen, um unermüdlich gegen Antisemitismus sowie jede Form von Fremdenhass und Rassismus zu kämpfen. Natürlich gibt es viele andere Nationen, die heute hier sind, und andere, die ähnliche Anstrengungen und Fortschritte machen. Doch während ich optimistisch bleibe, weiß ich und wissen wir alle, dass wir immer darauf beharren müssen, dass die Worte, die wir so oft wiederholt haben – Nie wieder! – für immer unser Leitprinzip sein müssen«.

Der berühmte israelische Sänger Shlomi Shaban, der eine besondere Komposition von Leonard Cohens »Dance me to the end of Love« vortrug, ist Enkel einer Holocaust-Überlebenden. Cohen hatte das Lied geschrieben, nachdem er Erzählungen von Überlebenden gehört hatte. Shabans Großmutter Helena Adler Moskovich überlebte die Experimente des grausamen Nazi-Arztes Josef Mengele. Sie musste in der Küche des Lagers arbeiten, wo sie heimlich Essensreste sammelte und damit anderen Insassen half zu überleben.

Jerusalem

Bericht enthüllt Verbindungen zwischen Palästina-Aktivisten und Terroristen

Das israelische Diaspora-Ministerium hat eine Untersuchung veröffentlicht, die zeigen soll, wie israelfeindliche Aktivisten aus den USA die Nähe zu Terrororganisationen suchen

 04.08.2026

Rom

Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom

Die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah halten an. Doch gleichzeitig gehen direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon weiter. Worum geht es dabei?

 04.08.2026

Gaza

Israel lehnt Abzug vor Entwaffnung der Hamas ab

Der vorgesehene israelische Truppenabzug und die Entwaffnung der Hamas sollen offenbar doch nicht parallel erfolgen. Das Board of Peace verändert die Bedingungen

 04.08.2026

Jerusalem

Herzog empfängt neuen deutschen Botschafter

Alexander Graf Lambsdorff hat die Nachfolge von Steffen Seibert als Botschafter in Israel offiziell angetreten. Jetzt war der neue Vertreter Deutschlands beim Präsidenten - dieser sprach dabei auch von »besonderen Beziehungen«

 04.08.2026

Israel

Sie wurde auf dem Nova-Festival ermordet: Junger Israeli tot am Grab seiner besten Freundin gefunden

»Auch die Freunde der Ermordeten sind Opfer dieser Tragödie«, sagt die Familie von Bar Bechor Asraf.

 04.08.2026

Israel

Präsident Herzog lobt Gaza-Friedensplan

In der israelischen Regierung gibt es Vorbehalte gegen den von US-Präsident Donald Trump entwickelten Plan. Das Staatsoberhaupt ist optimistischer

 03.08.2026

Jerusalem

Netanjahus Kehrtwende im Wahlkampf

Premier Netanjahu will sich offenbar von den Haredim distanzieren, um gemäßigte Likud-Wähler zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  03.08.2026

Luftfahrt

Condor nimmt Israel-Flüge wieder auf

Der erste planmäßige Flug landete am Samstagabend am Flughafen Ben Gurion – mit vollständig ausgelasteter Maschine

 03.08.2026

Jerusalem

Katz bestreitet, Generalmajor im Live-Interview gefeuert zu haben

Der Verteidigungsminister spricht von einer »glatten Lüge und Teil einer politischen Kampagne gegen die Regierung«

 03.08.2026