Eine Lehrerin aus dem Gazastreifen berichtet, sie sei bedroht worden, weil sie sich gegen die Verbreitung von Judenhass und die Verherrlichung von Gewalt im Unterricht ausgesprochen habe. In einem Interview mit der »New York Post« warnt die Pädagogin nun davor, dass die ideologische Indoktrinierung palästinensischer Kinder den Nährboden für ein weiteres Massaker wie das vom 7. Oktober 2023 schaffen könnte.
Die 40-Jährige unterrichtete 15 Jahre lang Geografie für das UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA). Der Vorfall ereignete sich nach ihren Angaben an einer Schule der Organisation in Gaza-Stadt, die inzwischen geschlossen wurde und als Unterkunft für Vertriebene dient. Vorausgegangen war ein heftiger Streit mit einer Kollegin, der sie vorwarf, Schülerinnen mit extremistischen Vorstellungen zu beeinflussen.
Wenige Tage später sei ein Verantwortlicher der Schule mit einer Schere auf sie zugekommen. »Er sagte zu mir: Wir werden dich den Tod herbeisehnen lassen, und wenn du nicht aufhörst zu streiten, schneiden wir dir die Zunge heraus«, berichtete sie der Zeitung.
Weitere Repressalien
Lange habe sie aus Angst vor weiteren Repressalien geschwiegen. Sie habe nicht nur um ihre eigene Sicherheit, sondern auch um die ihrer Familie gefürchtet. Zudem sei unklar gewesen, welchen Verantwortlichen sie überhaupt vertrauen könne und wer möglicherweise Verbindungen zur Hamas unterhalte.
Die Lehrerin entschied sich schließlich, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie sehe es als ihre Pflicht an, auf die Situation aufmerksam zu machen. »Als Lehrerin ist es meine Aufgabe, ein zutreffendes Bild zu vermitteln und die Welt dazu aufzurufen, unsere Kinder vor diesen Vorstellungen zu bewahren«, sagte sie. Ihre wichtigste Botschaft sei, dass die Gesellschaft genauer darauf achten müsse, wer die nächste Generation unterrichte.
»Er sagte zu mir: Wir werden dich den Tod herbeisehnen lassen.«
Ursprünglich habe sie bei der UNRWA angefangen, weil sie geglaubt habe, eine Schule unter dem Dach der Vereinten Nationen biete Kindern Schutz vor der Gewaltkultur der Hamas. Die Realität habe sie jedoch schockiert. Nach ihrer Darstellung begegnete sie im Schulalltag Lehrkräften, die offen Hass auf Juden verbreiteten und den Kampf der Terrororganisation gegen Israel verherrlichten.
Lage verschlimmert
So habe ein Geschichtslehrer einer sechsten Klasse Juden für das Leid der Palästinenser verantwortlich gemacht. Zugleich habe er den Schülerinnen und Schülern vermittelt, die Hamas sei entstanden, um historische Ungerechtigkeiten zu korrigieren.
Eine weitere Lehrerin habe junge Mädchen dazu aufgefordert, den Kampf der Hamas gegen Juden fortzuführen. Später habe sie sich gegenüber Kollegen sogar damit gebrüstet, welche Vorstellungen sie ihren Schülerinnen vermittle. Die 40-Jährige erklärte, sie sei angesichts solcher Äußerungen entsetzt gewesen. Ihr Versuch, die Kollegin zur Rede zu stellen, habe schließlich die Drohungen gegen sie ausgelöst.
Die Pädagogin glaubt, dass sich die Lage seit Beginn des Krieges noch verschlimmert hat. Viele Kinder litten unter den Folgen der Kämpfe und seien deshalb besonders anfällig für Botschaften, die Juden pauschal für die Zerstörung im Gazastreifen verantwortlich machten. Dabei werde die Rolle der Hamas beim Auslösen des Krieges häufig ausgeblendet.
Folgen des 7. Oktobers
Nach ihrer persönlichen Einschätzung hält mindestens die Hälfte der Lehrkräfte, denen sie im Gazastreifen begegne, Gewalt gegen Juden für ein legitimes Mittel, um politische Ziele der Palästinenser durchzusetzen. Diese Einschätzung ist eine Aussage der Lehrerin.
»Sie hassen die Folgen des 7. Oktober. Sie hassen den Krieg, den der 7. Oktober über sie gebracht hat. Aber sie hassen nicht den 7. Oktober selbst.«
Besonders beunruhigend findet sie den Umgang mit dem 7. Oktober 2023. Viele Palästinenser lehnten zwar die Zerstörung und das Leid ab, die der darauf folgende Krieg mit sich gebracht habe. Das Massaker der Hamas selbst würden sie jedoch nicht unbedingt verurteilen. »Sie hassen die Folgen des 7. Oktober. Sie hassen den Krieg, den der 7. Oktober über sie gebracht hat. Aber sie hassen nicht den 7. Oktober selbst«, sagte sie.
Darin sieht die Lehrerin eine Gefahr für die Zukunft: »Wenn die kommenden Generationen in Gaza die Fähigkeiten haben, einen weiteren Angriff zu verüben, werden sie ihn verüben.« im