Krieg in der Ukraine

Flüchtlinge kommen in Israel an

Flüchtlinge und Waisenkinder aus der Ukraine werden im israelischen Kibbutz Nes Harim aufgenommen. Foto: Flash 90

Hunderte Neueinwanderer aus der Ukraine sind am Sonntag auf dem Ben-Gurion-Flughafen gelandet. Sie alle sind vor russischen Angriffen geflohen und mussten fast alles in ihrer umkämpften Heimat zurücklassen. Mitarbeiter des Außenministeriums, der Jewish Agency und der Organisation International Fellowship of Christians and Jews begrüßten die Menschen.

ABREISE Israel erwartet, dass in den kommenden Wochen Zehntausende ukrainischer Juden nach Israel einwandern werden. Ronen Cohen, Direktor des Einwanderungs- und Absorptionsministeriums, erklärte in einem Interview im Armeeradio, dass die Männer, Frauen und Kinder die Tage vor der Abreise aus Europa in von Israel betriebenen Einwanderungszentren in Polen, Moldawien und Rumänien verbracht hätten.

Ukrainer, die während des Konflikts nach Israel ziehen, werden als Einwanderer anerkannt, die aus einem Kriegsgebiet fliehen, und erhalten zusätzliche finanzielle Unterstützung vom Staat. Dieser Sonderstatus umfassst eine einmalige Zahlung in Höhe von knapp 2000 Euro pro Familie. Dies kommt zu den Leistungen hinzu, die das Einwanderungsministerium in den ersten sechs Monaten jedem in Israel ankommenden Ole Chadasch (Neueinwanderer) auszahlt.  

»In den kommenden Tagen wird es eine ordentliche Politik dazu geben.«

Innenministerin Ayelet shaked

Innenministerin Ayelet Shaked signalisierte allerdings am Sonntag, dass Israel die Zahl der Flüchtlinge begrenzen könnte. Bei einer Knesset-Sitzung über die Vorbereitungen zur Aufnahme von Flüchtlingen, die vor der russischen Invasion fliehen, sagte sie, dass von den 2800 Ukrainern, die seit Beginn des Krieges angekommen sind, etwa zehn Prozent Anspruch auf die Staatsbürgerschaft nach dem Rückkehrgesetz haben.

Sie schätzt, dass es bei dem derzeitigen Tempo innerhalb des Monats 15.000 Flüchtlinge geben wird. »Es ist unmöglich, mit einer solchen Eintrittsrate weiterzumachen. Wir müssen eine Richtlinie festlegen.« Im Verhältnis zu seiner Größe habe Israel mehr Ukrainer ins Land gebracht als jedes andere Land in Europa, abgesehen von den an die Ukraine angrenzenden Nationen.

ARBEITSVISA Die Regierung in Jerusalem will darüber beraten, ob eine größere Zahl an Flüchtlingen aus dem osteuropäischen Land aufgenommen werden soll, die nicht zur Einwanderung nach Israel berechtigt sind. Es wird erwartet, dass die Minister einen Plan erörtern, der Arbeitsvisa für eine bestimmte Anzahl von Ukrainern beinhalten wird. Israelischen Medienberichten zufolge sind sich Shaked und Außenminister Yair Lapid über die Zahl der Visa nicht einig. »In den kommenden Tagen wird es eine ordentliche Politik dazu geben«, versicherte die Ministerin.

Ukrainische Flüchtlinge, die keine Verwandten ersten Grades in Israel haben, müssen derzeit bei der Ankunft eine Kaution in Höhe von 10.000 Schekel (umgerechnet knapp 2800 Euro) hinterlegen. Diasporaminister Nachman Shai forderte die Regierung am Wochenbeginn in einem offenen Brief auf, diese Anforderung aufzuheben, und nannte sie »unlogisch und unmenschlich«. Sie beschränke automatisch die Einreise von Flüchtlingen nach Israel, die keine Verwandten haben und nicht über die entsprechenden Mittel verfügen.

Das Außenministerium in Jerusalem schickt Stromgeneratoren für ein ukrainisches Krankenhaus.

Währenddessen kündigte das Außenministerium eine Reihe laufender Maßnahmen an, um der Ukraine und den Menschen, die aus dem Land fliehen, weitere humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.

Zu den Maßnahmen gehörte die Lieferung von sechs großen Stromgeneratoren in ein Krankenhaus in Lviv (Lemberg), »das einen Dauerbetrieb auch ohne Stromversorgung ermöglichen wird«. Mitarbeiter des israelischen Außenministeriums, die an den ukrainischen Grenzübergängen stationiert sind, werden Flüchtlingen – sowohl Juden als auch Nichtjuden – Hilfe leisten. Hier liege der Schwerpunkt auf der Bereitstellung von Winterausrüstung, heißt es aus dem Ministerium.

Westjordanland

Zwei israelische Soldaten sterben bei Terroranschlag

Ron Yonatan Roytman (23) und Yuval Shai Svilem (20) erlagen ihren Verletzungen. Drei weitere IDF-Soldaten wurden in dem Feuergefecht verletzt

 23.10.2026

Terroranschlag bei Hebron

Netanjahu kündigt größte Militäraktion im Westjordanland seit 1967 an

»Die gesamte terroristische Infrastruktur wird aufgespürt und zerstört«, erklärt der Ministerpräsident am Anschlagsort im Westjordanland

 23.10.2026 Aktualisiert

Westjordanland

Terroranschlag nahe Hebron: Was bislang bekannt ist

Bei dem Angriff starben zwei israelische Soldaten, drei wurden verletzt. Die Angreifer konnten getötet werden

 23.10.2026 Aktualisiert

Demokratie

Auf der Zielgeraden

Am 27. Oktober werden die Parteien anhand von Buchstaben auf den Wahlzetteln gewählt. Politische Notizen und Personalien

von Sabine Brandes  23.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 23.10.2026

Westjordanland

Israel macht Hamas für Anschlag bei Hebron verantwortlich

Drei Menschen wurden bei dem Angriff auf einen Kontrollposten im Westjordanland verletzt, zwei getötet. Die Terroristen sollen der Hamas angehört haben

 23.10.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Angehörige der Opfer des 7. Oktober wollen Wähler an Schicksale erinnern

Zu den Teilnehmern gehört Jochewed Lifschitz, die zusammen mit ihrem Mann Oded nach Gaza verschleppt worden war. Die Hamas ermordete ihn in Geiselhaft

 23.10.2026

Jerusalem

Zehntausende Israelis reisen für die Parlamentswahl aus dem Ausland an

Die Initiative Fly&Vote spielt eine große Rolle. Sie musste sich gegen eine Klage des Likud wehren

 23.10.2026

Westjordanland

Nach Terroranschlag: Israel bereitet Abriegelung des Westjordanlandes vor

An einem IDF-Kontrollpunkt bei Hebron schossen zwei 27-jährige Palästinenser auf Menschen. Bei dem Anschlag wurden mehrere Menschen verletzt. Die beiden Attentäter wurden von Soldaten erschossen

 23.10.2026 Aktualisiert