Israel

Fast geheime Gespräche

»Gemeinsame Interessen«: Gadi Eizenkot Foto: Flash 90

Das gab es bislang noch nie. Ein israelischer Armeechef gibt einer saudischen Zeitung ein Interview. Doch genau das geschah am vergangenen Donnerstag. Der IDF-Chef Gadi Eizenkot sprach mit Journalisten der Online-Ausgabe von »Elaph«, die ihren Sitz in London hat.

Israel und Saudi-Arabien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen zueinander – zumindest nicht offiziell. Denn hinter den Kulissen wird offenbar schon eine Weile lang miteinander kommuniziert.

Eizenkot erläuterte seine Einschätzung des iranischen Einflusses in der Region und bot sogar die Hilfe des israelischen Geheimdienstes an, um dem Iran Einhalt zu gebieten. Zudem machte er deutlich, dass Jerusalem keinerlei Interesse an einer militärischen Auseinandersetzung mit der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon habe.

Trump Stattdessen wolle man Erfahrungen mit moderaten arabischen Staaten austauschen, sagte Eizenkot. Sie hätten viele gemeinsame Interessen. »Mit Trump gibt es eine Möglichkeit für eine neue internationale Koalition in der Region. Es sollte einen regionalen Plan geben, um die iranische Gefahr zu stoppen.« Darüber herrsche Einvernehmen zwischen Israel und dem Königreich. »Saudi-Arabien ist nicht unser Feind. Es hat uns niemals bekriegt, und wir haben es niemals bekriegt.«

Zudem gab Yuval Steinitz in einem Interview mit dem Armeeradio zu, dass Israel geheime Kontakte zu Saudi-Arabien unterhalte. Vor allem bespreche man die Gefahr, die vom Iran ausgehe, erläuterte der Minister. Damit bestätigte zum ersten Mal ein offizieller Vertreter einer der beiden Staaten die kursierenden Gerüchte.

Auf die Frage, warum man diese Verbindungen nicht offenlege, antwortete er: »Wir pflegen in der Tat verdeckte Kontakte mit vielen arabischen und muslimischen Staaten. Doch es ist die andere Seite, die an einer Geheimhaltung interessiert ist und dies wünscht. Wir haben kein Problem damit, diese Kontakte offenzulegen, respektieren jedoch diesen Wunsch.« Steinitz gehört zum Sicherheitskabinett der Regierung in Jerusalem.

Verhandlungen

Eltern der letzten Geisel fordern Ultimatum an Hamas

Die Angehörigen fürchten, dass Ran Gvili, der getötete israelische Polizist, in Phase zwei »in Gaza zurückgelassen« wird

von Sabine Brandes  18.01.2026

Trauer

»Verzeih, dass ich dich in eine grausame Welt brachte«

Kfir Bibas, das rothaarige Baby, das von palästinensischen Terroristen entführt und in Gaza ermordet wurde, wäre am Sonntag drei Jahre alt geworden

von Sabine Brandes  18.01.2026

Geiseln

»Die Liebe hat gesiegt«

Die Israelis wählen »Habaita« zum Wort des Jahres. Es enthält ein Versprechen: zurück »nach Hause«. Dort geht für die Entführten das Leben weiter. Zwei Paare, die der Terror trennte, haben sich nun verlobt

von Sabine Brandes  18.01.2026

Nahost

Israel verärgert wegen personeller Besetzung von Gaza-Gremium

Ranghoher US-Beamter reagiert auf Kritik Netanjahus: »Das ist unsere Show, nicht seine Show.«

 18.01.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Rachel Goldberg-Polin veröffentlicht Memoiren

Die Mutter der getöteten Hamas-Geisel Hersh Goldberg-Polin: »Ich setzte mich hin, um meinen Schmerz aufzuschreiben, und heraus strömten Verlust, Leid, Liebe, Trauer, Hingabe, Kummer, Verehrung und Zerrissenheit«

 16.01.2026

Waffenstillstands- und Geiselbefreiungsabkommen

Netanjahu bezeichnet Phase 2 als »symbolisch«

Die USA starten den nächsten Schritt in Gaza, obwohl die Hamas die Waffen nicht niedergelegt und die letzte Geisel noch nicht überführt hat

von Sabine Brandes  15.01.2026

Iran

Israelische Experten rechnen mit Fortsetzung der Proteste

Das Mullah-Regime kann die Demonstrationen mit brutaler Gewalt bekämpfen, sei aber außerstande, die tiefergehenden Ursachen der Proteste zu beheben

 15.01.2026

Antisemitismus

Schriftstellerin Funk lebt lieber in Tel Aviv

Künstlerinnen und Künstler aus Israel klagen seit Langem über Schwierigkeiten in Deutschland

 15.01.2026

Naturgewalt

Erdbeben der Stärke 4,2 in Israel

Erstmals wurde das Warnsystem großflächig ausgelöst. Die Erschütterungen waren bis ins Zentrum spürbar

von Sabine Brandes  15.01.2026