Verkehr

Fahren am Schabbat?

Begehbar: Bahnmodell in Tel Aviv Foto: PR

Sie sehen aus, als wären sie startklar und würden jede Sekunde losfahren. Doch die Straßenbahnwaggons, die am Rothschild-Boulevard stehen, sind nur Modelle. Die Tel Aviver warten schon jetzt ungeduldig auf ihren Light Rail, der seine Jungfernfahrt allerdings erst im Jahr 2021 aufnehmen soll. Doch immerhin können sie bereits in den Prototyp des Zuges einsteigen und mitbestimmen, wie die Endversion aussehen soll. Überschattet wird das Megaprojekt vom Streit um den öffentlichen Nahverkehr am Schabbat.

Denn der ist in Israel in Städten mit überwiegend jüdischen Bewohnern untersagt – und dazu gehört auch Tel Aviv. In Sachen Light Rail aber will Bürgermeister Ron Huldai das nicht länger hinnehmen. Bei der Enthüllung des Modellzuges stellte er den Verkehrs- und Geheimdienstminister Yisrael Katz (Likud) auf die Probe und forderte die Fahrerlaubnis für das Wochenende. Katz aber wolle zunächst für den Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln zusätzliche Sammeltaxis erlauben, die sogenannten Scherut, heißt es.

Modell Doch Taxis sind nach Huldais Meinung überhaupt nicht ausreichend. »2021 werden wir den Light Rail in unserer Stadt einweihen und das Band des neuen Straßensystems zerschneiden, damit unsere Bewohner von A nach B gebracht werden können. Es ist unmöglich, dass ein Projekt dieser Größe ohne den Verkehr am Schabbat betrieben werden kann, der den Menschen die Möglichkeit gibt, auch am Wochenende in der Stadt umherzufahren«, so Huldai. Er verglich den zukünftigen Light Rail mit einem Schabbat-Aufzug und erklärte: »Ich hoffe wirklich, dass er am Wochenende fahren wird, so wie im Rest der Welt.« Die technischen Voraussetzungen seien dafür gegeben.

Mit dem Bau wurde 2015 begonnen. Die Tel Aviver können über die Feiertage einsteigen und das Modell, das die chinesische Firma CRC gebaut hat, begutachten. Der Light Rail wird nicht nur die Stadt selbst versorgen, sondern den gesamten Großraum der Metropole, Gusch Dan. Es ist das größte und komplizierteste Transportsystem, das jemals in Israel gebaut wurde.

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  10.07.2026

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Verteidigung

Israelisches Startup will »Iron Dome gegen Drohnenschwärme« bauen

Israel hat einen hochmodernen Schutz gegen Raketen, doch Drohnen haben die Kriegsführung grundlegend verändert.

 10.07.2026

Maccabia

Zwischen Medaillen und Menschlichkeit

Für die Schweizer Delegation ist klar, das Spiel ist wichtig, aber neue Freundschaften sind wichtiger

von Nicole Dreyfus  10.07.2026

Opfer der Hamas

Yarden Bibas pflanzt mit Mike Huckabee Baum für seine Familie

Die Ex-Geisel und der US-Botschafter wollen damit die Erinnerung an Kfir, Ariel und Shiri wachhalten, die von Terroristen ermordet wurden

 10.07.2026

Negev

Netanjahu und Armeechef: Israel ist jederzeit zu neuem Militäreinsatz gegen Iran bereit

»Der Krieg ist nicht vorbei«, sagt der israelische Ministerpräsident. »Neben alten Herausforderungen entstehen ständig neue«

 10.07.2026

Humanitäre Hilfe

Israel weist Berichte über Versorgungsengpässe in Gaza zurück

Einem neuen Bericht zufolge sind seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober 2025 1800 Millionen Tonnen an Lebensmitteln nach Gaza gelangt. Israel sagt, das sei mehr als vor dem Krieg

 09.07.2026

Dublin

Irland beschließt Einfuhrstopp für Waren aus israelischen Siedlungen

Nach acht Jahren Debatte hat das irische Unterhaus ein Importverbot für Produkte aus israelischen Siedlungen im Westjordanland gebilligt

 09.07.2026