Nachrichten

Ehre, Abstufung, Fund

Haim Jelin bekommt die Ehrendoktorwürde.

Ehre
Im Juni wird die Bar-Ilan-Universität die Ehrendoktorwürde an Einzelpersonen und Organisationen verleihen, deren Arbeit während des Krieges und im Hinblick auf den Tag danach einen tiefgreifenden Einfluss auf Israel hat. Der erste Geehrte ist Haim Jelin aus dem Kibbuz Beʼeri, ehemaliger Vorsitzender des Eschkol-Regionalrats und Aktivist, der sich für den Wiederaufbau des Gebiets in der Nähe des Gazastreifens starkmacht. Universitätspräsident Arie Zaban schrieb an Jelin: »Sie haben das Inferno am 7. Oktober überlebt und beschlossen, in Ihren Kibbuz, in Ihr Zuhause zurückzukehren«, wo »das Inferno an jeder Ecke sichtbar ist und der Schmerz im Herzen brennt. Sie beginnen mit dem Werk der Erweckung«. Mit der Ehrung wolle man die moralische Verpflichtung ausdrücken, die die israelische Gesellschaft gegenüber Jelin habe.

Abstufung
Nach Warnungen hat die Rating-Agentur Moody’s Israels Kreditwürdigkeit von A1 auf A2 herabgestuft, mit »negativem« Ausblick. Finanzminister Bezalel Smotrich nannte die Entscheidung ein »politisches Manifest«. Der Chef der Bank of Israel, Amir Yaron, forderte die Koalition zur Reaktion auf. Regierung und Knesset müssten sich aller Probleme annehmen, die im Bericht genannt seien, damit das Vertrauen in die israelische Wirtschaft wiederhergestellt werde. Als Grund für die Abstufung wurden finanzielle Folgen und politische Risiken des andauernden Krieges Israels gegen die Hamas in Gaza aufgeführt. Zudem sei weder bekannt, wann noch wie der Krieg beendet werden soll, was Unsicherheit schüre, erläuterte Yaron. Er schlug vor, dass alle nicht kriegsbezogenen Ausgaben im Haushalt 2024 zusammengestrichen werden müssten. Zudem solle man Maßnahmen ergreifen, die das Wirtschaftswachstum antreiben. Er blieb aber auch zuversichtlich: »Wir haben uns in der Vergangenheit von schweren Zeiten erholt – und die israelische Wirtschaft hat die Kraft, es auch dieses Mal zu tun.«

Fund
Ein Wanderer hat im Naturschutzgebiet Tabor Stream in Untergaliläa einen Skarabäus aus der Zeit des Ersten Tempels gefunden, der etwa 2800 Jahre alt ist. Er habe plötzlich etwas auf dem Boden schimmern sehen, wird Erez Avrahamov zitiert. Er habe zuerst an eine Perle oder einen orangefarbenen Stein gedacht. Die israelische Altertumsbehörde verstand dagegen schnell, dass der Reservist etwas Außergewöhnliches gefunden hatte. Solche Skarabäus-Siegel waren ab dem 4. Jahrtausend v.d.Z. in der gesamten Region verbreitet. Sie hatten die Form des Pillendreher-Käfers, daher ihr Name, so die Behörde. Deren Direktor Eli Escusido erklärt, dass jeden Winter antike Artefakte aus tieferen Bodenschichten an die Oberfläche gelangten. Er fordert die Öffentlichkeit auf, solche Funde unbedingt zu melden.

Raketen
Ein Israeli wurde am Mittwochmorgen bei einem Raketenangriff der Hisbollah auf die Stadt Safed getötet. Acht Menschen sind verletzt. Das gab der Rettungsdienst Magen David Adom an. Am Tag zuvor waren bereits eine Mutter und ihr 15-jähriger Sohn in der Stadt Kiriat Schmona schwer verwundet worden, als die schiitische Terrormiliz Raketen aus dem Libanon auf Israel feuerte. Die israelischen Städte, die nahe der Grenze zum Libanon liegen, sind nahezu vollständig evakuiert, allerdings sind nicht alle Bewohner geflohen. Der aktuelle Beschuss wird als Vergeltung für einen israelischen Angriff auf ein Hisbollah-Gelände angesehen. Am Montag hatte Frankreich einen Plan zur Beruhigung der umkämpften Grenzregion vorgelegt. Der Vorschlag soll der Nachrichtenagentur Reuters zufolge auch eine neue Regelung der umstrittenen Grenze zwischen den beiden Ländern enthalten.

Streit
Die als Unruhestifterin in der Knesset bekannte Likud-Abgeordnete Tally Gotliv hat wieder für Streit gesorgt: Sie hat den Minister für regionale Zusammenarbeit, David Amsalem, beschuldigt, bei der Arbeit Wodka getrunken zu haben. Nach einem Wortgefecht sei dieser dann zu ihr gegangen und habe sie angehaucht, berichtet das Nachrichtenportal »Yedioth Ahronoth«. Er habe noch nie Wodka getrunken, betonte Amsalem. Die Beschimpfungen gingen weiter. Likud-Mitglied Ofir Akunis beklagte, dass so etwas dem Likud und dem politischen System insgesamt schade. Vor einigen Wochen hatte Gotliv fälschlicherweise behauptet, dass die Anführerin der Anti-Regierungsproteste, Shikma Bressler, Verbindungen zur Hamas habe. Es folgten eine öffentliche Rüge des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet und eine Verleumdungsklage gegen die Abgeordnete Gotliv.

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  03.05.2026

Essay

Beim Brandbeschleuniger Israelhass darf der Gesetzgeber nicht länger wegschauen

Wer auf unseren Straßen »Tod Israel« ruft, kann bislang in der Regel ohne strafrechtliche Konsequenzen bleiben. Das zermürbt die Demokratie

von Volker Beck  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Israel

Heimkehr nach Nir Oz

Zwischen ausgebrannten Häusern und neuen Plänen versucht ein kleiner Kibbuz nach dem Massaker der Hamas wieder in den Alltag zu finden. Ein Ortsbesuch

von Nils Kottmann  01.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Flottille legt ungeplant auf Kreta an

Außenministerium in Jerusalem: Terrorverdacht gegen einen der Teilnehmer – zwei Aktivisten werden nach Israel gebracht

 01.05.2026

Mittelmeer

Israel stoppt Gaza-Flottille auf hoher See

Die 175 Aktivisten an Bord der »Gaza Sumad Flotilla« wurden festgenommen und werden nun nach Israel gebracht

 30.04.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Washington D.C.

US-Regierung wirft PA fortgesetzte Zahlungen von Terror-Renten vor

Im vergangenen Jahr hat die Autonomiebehörde nach amerikanischen Angaben 156 Millionen Dollar (134 Millionen Euro) an Terroristen ausgezahlt

 30.04.2026