Negev-Wüste

DNA-Test an Traubenkernen

Ein Weinberg in Moshav Nov (Nord-Israel) Foto: Copyright (c) Flash 90 2016

1100 Jahre Kontinuität: Der heutige Wein aus den Rebsorten Syriki und Be’er ist ähnlich dem, den Menschen in der südlichen Levante schon im 10. Jahrhundert getrunken haben. Bei einer DNA-Untersuchung konnten Forscher unter der Leitung des Museums für Naturgeschichte der Universität Tel Aviv (TAU) genetische Verbindungen zwischen Rebsorten aus byzantinischer Zeit und den beiden modernen Traubensorten nachweisen, wie die Universität mitteilte. Die Forschungsergebnisse wurden jüngst in der Fachzeitschrift »PNAS« veröffentlicht.

Ausgangspunkt der Untersuchung war demnach der Fund eines großen Horts an gut erhaltenen Traubenkernen bei Ausgrabungen in der antiken Negev-Stadt Avdat. Mittels paläogenetischer Untersuchung sei es gelungen, DNA aus den Traubenkernen zu extrahieren. Ein Vergleich habe ergeben, dass ein Samen fast identisch mit der Sorte Syriki sei, die bis heute in Griechenland und im Libanon für hochwertigen Rotwein angebaut wird.

mittelmeerküste Ein zweiter Traubenkern sei mit der weißen Sorte Be’er verwandt, die in Israel endemisch sei und heute noch in verlassenen Weinbergen in den Dünen von Palmachim an der zentralisraelischen Mittelmeerküste wachse. Beide Traubenkerne stammen laut Forschern aus der Zeit um 900 n.d.Z.

Ausgrabungen in der Negev-Wüste haben laut dem in Haifa lehrenden Archäologen Guy Bar-Oz »eine blühende Weinindustrie aus der byzantinischen und früharabischen Zeit ans Licht gebracht«. Zu den Funden gehören demnach große Weinpressen und Krüge zum Lagern des Weins, der nach Europa exportiert wurde. Im Zuge der muslimischen Eroberung im 7. Jahrhundert sei wegen des Alkoholverbots im Islam dieser Wirtschaftszweig allmählich zurückgegangen und erst nach der Gründung Israels wiederaufgenommen worden.

Die Funde sind nach Einschätzung der Forscher bedeutend für die moderne Weinindustrie Israels, die sich bislang hauptsächlich auf aus Europa importierte Rebsorten stütze. Die lokalen Bedingungen seien für die importierten Rebsorten nicht optimal. Entsprechend eröffne die Studie »neue Wege für die Wiederherstellung und Verbesserung alter lokaler Sorten, um Weintrauben zu erzeugen, die für schwierige klimatische Bedingungen wie hohe Temperaturen und geringe Niederschläge besser geeignet sind«. kna

Nahost

Darüber sprachen Merz und Netanjahu heute

Kurz vor direkten Gesprächen von israelischen und libanesischen Vertretern greifen zwei deutsche Regierungsmitglieder zum Telefonhörer. Wer mit wem spricht und wie Berlin auf die Gespräche blickt

 13.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Washington

Streben nach einem Friedensabkommen, Waffenruhe und Normalisierung: In Washington treffen sich Israel und Libanon zu direkten Gesprächen. Aber wie realistisch sind die Ziele?

 13.04.2026

Waffenruhe

Mangel an Flügen könnte für teuren Sommer sorgen

Reisexperten warnen, dass die Rückkehr der ausländischen Airlines ein langsamer Prozess sein könnte

von Sabine Brandes  13.04.2026

Budapest

Nach Wahlsieg: Magyar äußert sich erstmals zu Israel

Ungarns designerter Ministerpräsident will künftig wieder mit dem Internationalen Strafgerichtshof kooperieren. Auch zu möglichen EU-Sanktionen gegen Israel bezog Péter Magyar Stellung

 13.04.2026

Nahost

US-Militär will ab sofort Straße von Hormus blockieren

Donald Trump möchte verhindern, dass der Iran Gebühren von Schiffen durch die Meerenge verlangt. Jetzt will das US-Militär die Kontrolle der Straße von Hormus übernehmen

 13.04.2026

Nahost

Hinrichtungen im Iran auf 35-Jahres-Rekordhoch

Im Iran wurden 2025 laut Iran Human Rights mindestens 1.639 Menschen hingerichtet – ein Höchststand seit 35 Jahren. Menschenrechtsorganisationen fordern Konsequenzen

 13.04.2026

Libanon

Israels Armee umstellt Hisbollah-Hochburg

In dem Ort in der Nähe der israelischen Grenze sollen Dutzende Kämpfer der Terror-Miliz eingeschlossen sein

 13.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  13.04.2026