Israel

Der Winter ist da

Heftige Regengüsse und Sturm: Jaffa-Straße in Jerusalem Foto: Flash90

Nachdem es zu Sukkot lediglich ein wenig in die Laubhütten getröpfelt hatte, hat nun der Winter in Israel wahrhaftig Einzug gehalten. Mit heftigen Regengüssen und starken Winden verabschiedete sich der Sommer endgültig aus dem Nahen Osten.

Vor allem die Menschen in der Mittelmeermetropole Tel Aviv bekamen am Sonntag das winterliche Wetter zu spüren. Nach Angaben des meteorologischen Institutes Meteo-Tech stürmte es am Abend heftig – der Wind erreichte eine Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometer. Im Feierabendverkehr versperrten entwurzelte Bäume und Überschwemmungen mehrere Hauptverkehrsadern und führten zu kilometerlangen Staus.

Assaf Weiß war auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, als plötzlich Baumstämme seinen Weg versperrten. »Dieses Wetter kam völlig überraschend, ich glaube, niemand hat das so erwartet. Die Bäume waren wie Streichhölzer umgeknickt und blockierten die komplette Straße«, erzählt der Büroangestellte aus Hod Hascharon.

Böen Anderthalb Stunden stand er auf dem Namir-Boulevard, der aus der Stadt in die Vororte im Norden führt. Die Böen hatten einige der meterhohen Dattelpalmen, die die Straßenränder säumen, umgerissen. Sie versperrten den Weg und mussten vom städtischen Räumdienst entfernt werden.

Obwohl es von Nord nach Süd Niederschläge gab, war Tel Aviv am stärksten von den Regen betroffen. Innerhalb von nur einer Stunde fielen 17 Millimeter Nass, sofort bildeten sich riesige Pfützen auf den Straßen und Fußwegen. In Jerusalem waren es zehn Millimeter, in der nördlichen Stadt Safed zwölf. Da die meisten Israelis dank der milden Temperaturen der vergangenen Wochen noch in sommerlicher Kleidung unterwegs waren, bekamen viele sofort nasse Füße und fröstelten ob der teils um 15 Grad gefallenen Temperaturen.

blitzfluten Durch die Regengüsse werden im Süden des Landes, vor allem in der Negevwüste, wieder die alljährlichen Blitzfluten erwartet. Meteo-Tech warnte die Menschen dort vor den Wassermassen, die binnen Sekunden ganze Straßen überfluten können und schon oft zu schweren Verkehrsunfällen geführt haben.

Das Winterwetter soll noch in den kommenden Tagen anhalten. Die Temperaturen lagen am Morgen mit zwölf Grad in Jerusalem, 16 in Tel Aviv und nur vier Grad auf dem Berg Hermon in den Golanhöhen unter dem Durchschnitt für diese Jahreszeit.

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