Kritik

Der ungewollte Minister

Der Diasporaminister Israels gilt als Hardliner des Likud Foto: Flash 90

Chikli kommt nicht. Der umstrittene israelische Diasporaminister Amichai Chikli wird nun doch nicht nach Europa reisen. Das gab die israelische Regierung am Montagnachmittag bekannt. Der Grund seien »Sicherheitsbedenken«. Der Politiker gilt als Hardliner in der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Das Büro des Premiers teilte mit, dass der Minister »eine Reise zum Europaparlament in Brüssel aufgrund von Sicherheitsbedrohungen absagen muss«. Die Entscheidung sei »angesichts konkreter Warnungen und in Übereinstimmung mit den Anweisungen von Sicherheitsbeamten« getroffen worden, hieß es weiter.

Kritiker bezweifeln, dass »Sicherheitsbedenken« der Grund waren

Der Minister hätte am Mittwoch im Europaparlament anlässlich einer Veranstaltung zum Internationalen Holocaust-Gedenktag sowie am Vorabend bei einer Veranstaltung in der belgischen Hauptstadt erscheinen sollen.

Doch Kritiker bezweifeln, dass tatsächlich »Sicherheitsbedenken« der Grund für die Absage gewesen sind. Denn im Vorfeld des Holocaust-Gedenktags hatten israelische Angehörige der Geiseln im Gazastreifen und führende Mitglieder Dutzender jüdischer Gemeinden in Europa die Abgeordneten des Europäischen Parlaments gebeten, die Einladung des israelischen Ministers zu überdenken.

»Sein ‚Nein‘ zum Geiseldeal steht in krassem Widerspruch zu den Werten von Empathie und Solidarität, die uns leiten sollten, insbesondere am Holocaust-Gedenktag.«

Chikli war als Hauptredner für eines Panels am 28. Januar vorgesehen. Der Titel des Panels lautet: »Indoktrinierung und Hass auf Juden: Was hat sich in 80 Jahren geändert?«

In einem Brief an die Gastgeber wiesen die Angehörigen von Verschleppten darauf hin, dass Chiklis Teilnahme an dem Panel aufgrund seiner Ablehnung eines Geiselabkommens und seiner Unterstützung für umstrittene rechtsextreme europäische Politiker unangemessen wäre. Sein ‚Nein‘ zu einer Befreiung ihrer Liebsten, schrieben sie, »steht in krassem Widerspruch zu den Werten von Empathie und Solidarität, die uns leiten sollten, insbesondere am Holocaust-Gedenktag.«

Glaubwürdigkeit infrage gestellt

Seine Unterstützung rechtsextremer Politiker wie der Französin Marine Le Pen und des Rumänen Calin Georgescu würde zudem Chiklis »Glaubwürdigkeit infrage stellen.« Der israelische Minister hatte sich mehrfach mit höchst umstrittenen Politikern getroffen.

41 Angehörige der Geiseln und 32 führende Vertreter jüdischer Gemeinden hatten den Brief unterzeichnet. Sie resümierten: »Chiklis Anwesenheit auf der Konferenz birgt die Gefahr, Persönlichkeiten und Ideologien zu legitimieren, die im Widerspruch zu den Kernzielen des Europäischen Parlaments stehen.«

Meinung

Rotes Fähnchen der Linken im antizionistischen Wind

Linken-Parteichef Jan van Aken bagatellisiert den Beschluss seiner Genossen in Niedersachsen zu Israel. Damit dürfte er nicht durchkommen

von Michael Thaidigsmann  16.03.2026

Rüstung

Ein Iron Dome »Made in Germany«?

Israel hat Deutschland Unterstützung beim Ausbau seiner Luftabwehr angeboten. Man könne sich vorstellen, den Iron Dome nicht nur zu liefern, sondern auch vor Ort zu produzieren, sagt der Chef des Rüstungskonzerns Rafael

von Ralf Balke  16.03.2026

Hisbollah

Irans stärkster Proxy wankt

Geschwächt und unter Druck im eigenen Land versucht die schiitische Terrormiliz im Libanon, sich von Teheran zu distanzieren

von Sabine Brandes  16.03.2026

Ausnahmesituation

Club Med kostenlos für gestrandete Israelis

Der französische Tourismuskonzern zeigt sich großzügig in Kriegszeiten

von Sabine Brandes  16.03.2026

Krieg

Mullah-Regime soll Angriffe im Weltraum trainiert haben

Israel wirft dem Iran vor, »Fähigkeiten zur Kriegsführung im Weltraum« zu entwickeln. Die israelische Armee begründet damit einen neuen Angriff auf ein Ziel in Irans Hauptstadt Teheran

 16.03.2026

Krieg

Israel startet »großangelegte Angriffswelle« auf Iran

Israels Militär bombardiert eigenen Angaben zufolge erneut Ziele unter anderem in der iranischen Hauptstadt Teheran. Nachrichten von dort dringen nur noch langsam nach außen

 16.03.2026

Iran-Krieg

Israelische Armee beginnt Bodenoffensive im Libanon

Das israelische Militär geht eigenen Angaben auch am Boden gegen die Hisbollah vor. Einem Bericht zufolge wurden zuletzt auch Dutzende Mitglieder der Terror-Miliz bei Kämpfen am Boden getötet

 16.03.2026

Iran-Krieg

Chameneis Regierungsflieger in Teheran zerstört

Der Flughafen Mehrabad in Teheran war in den vergangenen Tagen mehrfach Ziel israelischer Bombardierungen. Nun melden Israels Streitkräfte die Zerstörung eines Regierungsfliegers

 16.03.2026

Terror

Israel sieht neue Terrorgruppe hinter Anschlägen auf Synagogen in Europa

Die israelische Regierung findet Hinweise auf eine koordinierte Einschüchterungskampagne. Verbindungen der Terroristen zu proiranischen Netzwerken werden vermutet

 16.03.2026