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Das wahre Leben

Man nehme einige hübsche Menschen, Bilder von schöner Landschaft und ein paar interessante Lebensläufe – fertig ist die Show. So einfach geht das. Zumindest, wenn man in Israel ist. »Is.real«, eine neue Doku‐Reality‐Serie im Internet, soll das »wirkliche Leben« in Tel Aviv, Jerusalem oder Kafr Yasif um die ganze Welt senden.

Das Abschlussprojekt von 23 Studenten der »Stand With Us«-Gruppe an der Tel Aviver Universität ist eine Mischung aus Dokumentation und Realityshow. »Stand‐WithUs« ist eine Organisation, die in einem zwölfmonatigen Kurs freiwillige Botschafter ausbildet, die für ein positives Image ihres Landes arbeiten.

Der Name »Is.real« ist ein Wortspiel aus »Israel« und dem englischen Satz »It is real«. Genau das soll vermittelt werden: reales Israel. Seit August werden dafür einmal pro Woche Videoclips veröffentlicht, in denen vier junge Leute unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft über ihren Alltag erzählen. Es geht um Freunde, Familie, Beruf, Liebe, Freizeit und die Beziehung zu ihrer Heimat.

»Is.real« hat nicht den Anspruch, besonders kritisch zu sein und den Nahostkonflikt in Details zu beleuchten. Dennoch werden Probleme nicht per se unter den Teppich gekehrt, sondern in verschiedenen Folgen thematisiert. Wie die von Ayman Dan, einem christlichen Araber, der schon im Trailer sagt: »Es ist nicht leicht, als Araber hier zu leben.«

Darstellung Generell zeichnet »Is.real« ein positives Bild vom Land, zeigt die Vielfalt seiner Bewohner. Tatsächlich sind die Protagonisten gänzlich unterschiedlich. Zum einen ist da Savannah Zvi‐Navon, bildhübsche Sängerin und Songschreiberin, deren Lächeln allein zum Anklicken animiert.

Die 27‐Jährige stammt aus Sydney, Australien, und hat sich im Kibbuz Maagan Michael zuerst ins Land, später in Tel Aviv in einen Israeli verguckt. »Das Land hat mich völlig überrascht«, erzählt sie strahlend. »Ich habe mich Hals über Kopf in diesen Ort verliebt, aber es war immer unmöglich, es meiner Familie und meinen Freunden im Ausland zu erklären. ›Is.real‹ hat mich sofort überzeugt, weil es mir die Möglichkeit gibt, die Magie Israels in meiner ganz persönlichen Art rüberzubringen. Es ist Zeit, dass die Welt versteht, was hier wirklich ist.«

Auch Shay Doron ist nicht schlecht für die Klickzahlen. Die professionelle Basketballspielerin ist Mitglied der Nationalmannschaft und gilt als erfolgreichste Israelin in diesem Sport. 2011 holte sie mit ihrem Team den Pokal der Europäischen Meisterschaft. Sie hat bereits für verschiedene internationale Mannschaften gespielt, darunter in der WNBA in den USA.

Die 26‐Jährige aus Herzliya lädt die Zuschauer ein, beim Training zuzuschauen, lässt sie in ihr Gitarrenspiel reinhören und nimmt sie mit zu ihrer Familie. »Die Leute verstehen einfach nicht, was hier so läuft. Besonders dort, wo ich mich häufig aufhalte, in Rumänien, der Türkei und Amerika etwa, haben viele keine Ahnung«, weiß Doron. »Ich versuche, ihnen zu vermitteln, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie meinen. Wenn ich ihr Freund sein kann, dann kann jeder Israeli ihr Freund sein.«

Initiatoren »Dadurch, dass wir das tägliche Leben ganz normaler Menschen zeigen, soll ein frischer Wind in die Meinung der Öffentlichkeit gebracht werden«, erläutert Or Schachar, einer der Macher der Clips. »Es sind Bilder, die sonst nicht durch die Nachrichten gehen.« Die Studenten von »StandWithUs« hoffen, dass »Is.real« einen positiven Effekt auf die Haltung großer Teile der Welt in Sachen Israel hat. »Wir wollten Kunst, neue Medien und unseren Wunsch vereinen, das normale Leben von jungen Israelis in allen Teilen der Erde zu zeigen.«

Auch Yair Tayor ist mit dabei. Der 26‐Jährige stammt aus Beit Horon, einer Siedlung in der Westbank, unweit von Modiin. Er ist Capueira‐Fan und Reiseleiter. Am liebsten zeigt er südamerikanischen Touristen sein ganz persönliches Israel.

Und dann ist da Ayman. Sicher nicht der typische junge arabische Israeli, wie ihn sich die Welt vorstellt. Doch der 20‐Jährige aus einem Dorf in Galiläa ist genau das – und damit ein Teil der israelischen Realität.

»Is.real« geht mit seiner Beteiligung gegen Stereotype an, zeigt, wie er als Stylist für eine große Modekette in Tel Aviv arbeitet, mit seinen Freunden in die Stadt fährt, um »Fun zu haben«. Seine Motivation, bei »Is.real« mitzumachen: »Ich habe mich verpflichtet gefühlt, mitzuteilen: Wir sind alle gleich. Als junger Araber in Israel war es mir wichtig, viele Mythen zu widerlegen, die immer noch kursieren.«

Joav Susz, Israel‐Chef von »Stand With Us«, hofft auf einen durchschlagenden Erfolg der Serie. »Wir zeigen mit ›Is.real‹ ein authentisches Israel und authentische Bewohner. Natürlich wollen wir, dass sich das so viele Menschen wie möglich überall auf der Welt anschauen.«

www.isreal2011.com

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