Diplomatie

Botschaft am Golf

Bahrains König empfing Israels Außenmnister Yair Lapid. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Jetzt weht die blau-weiße Flagge Israels auch im Königreich Bahrain. Außenminister Yair Lapid (Jesch Atid) eröffnete in der vergangenen Woche die Vertretung seines Landes in dem kleinen Golfstaat. Wenige Wochen zuvor hatte er bereits die Botschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) eingeweiht. Mit beiden Golfstaaten hatte Israel vor einem Jahr die Abraham-Abkommen geschlossen.

König Hamad bin Isa Khalifa empfing Israels Außenminister bei dessen offizieller Visite. Es war das erste Mal, dass der Monarch offiziell mit dem Vertreter einer israelischen Regierung zusammenkam. »Die Führung und Inspiration seiner Majestät haben zu einer echten Kooperation geführt«, twitterte Lapid nach dem Meeting. »Unser Treffen ist erst der Beginn des Pfades unserer Beziehung.«

ABKOMMEN Der israelische Außenminister unterzeichnete zudem gemeinsam mit seinem Amtskollegen Abdullatif al-Sajani, der ihn am Flughafen empfangen hatte, mehrere bilaterale Abkommen. Vor einem Monat hatte der Botschafter Bahrains, Yusuf Al-Jalahma, seine Arbeit in Tel Aviv aufgenommen.

Das Regime in Teheran kritisierte Bahrain und erklärte: »Die Verbindung hat die Regenten der Golfstaaten verschmutzt. Das wird nicht mehr auszuradieren sein.« Doch der Mittlere Osten formiert sich neu, nicht zuletzt wegen der gemeinsam empfundenen existenziellen Bedrohung durch den Iran. Nach den Friedensabkommen zwischen Israel und den Golfstaaten sowie mit Marokko und dem Sudan nähern sich auch die Regierungen in Kairo und Jerusalem zusehends einander an.

FLUG Am Sonntag war der erste kommerzielle Flug der nationalen Linie EgyptAir auf dem Ben-Gurion-Flughafen gelandet. Obwohl der Frieden zwischen den Nachbarn formell bereits seit mehr als vier Jahrzehnten besteht, war zuvor noch nie ein Flugzeug mit einer sichtbaren ägyptischen Flagge nach Israel geflogen. Künftig wird EgyptAir die Strecke viermal pro Woche als Direktflug bedienen. Zuvor war lediglich Air Sinai von Ägypten nach Israel geflogen, ohne sichtbare Flagge des nordafrikanischen Staates.

Nur drei Tage zuvor war – ebenfalls zum ersten Mal in der Geschichte beider Staaten – ein Flug aus Bahrain in Israel gelandet. GulfAir will zweimal wöchentlich direkte Verbindungen anbieten.

Krieg

Israel will Angriffe auf Iran stoppen

Die Entscheidung soll auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump gefallen sein. Der Einsatz gegen die Hisbollah im Libanon ist davon aber nicht betroffen

 08.06.2026

Luftfahrt

Austrian Airlines und WizzAir streichen Israel-Flüge

Aufgrund der jüngsten Raketenangriffe machen sich Fluggesellschaften erneut Sorgen. Welche Pläne hat die Lufthansa Group?

von Imanuel Marcus  08.06.2026

Krieg gegen den Iran

Zwischen OP-Saal und Parkgarage

Aus Schutz vor den Angriffen aus dem Iran werden Patienten und Personal in unterirdische Bereiche verlegt. Die psychische Belastung wächst besonders bei Kindern

von Sabine Brandes  08.06.2026

Studie

Iranische Schattenwelt im israelischen Ferienparadies

Wie das Regime in Teheran in Georgien ein Netzwerk aus Ideologie, Geld und Einfluss aufgebaut haben soll

von Sabine Brandes  08.06.2026

Nahost

Iranische Rakete beschädigt Häuser im Westjordanland, Sirenenalarm in ganz Israel

Die Lage am Montag im Überblick

 08.06.2026 Aktualisiert

Daniel Jositsch, Zürcher SP-Ständerat, am letzten Donnerstag, dem Tag seines Austritts aus der Partei

Meinung

Daniel Jositsch und der Preis der Klarheit

Daniel Jositsch verlässt nach seiner Nichtnomination in den Ständerat die SP. Der Fall zeigt, wie eng der Raum für sozialliberale und proisraelische Stimmen in der Linken geworden ist, nicht nur in der Schweiz

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.06.2026

Westjordanland

Nach Ausschreitungen in Huwara: Zwei Verdächtige festgenommen

Die Ermittler gehen davon aus, dass Dutzende Siedler an den Vorfällen beteiligt waren. Zuvor hatte es Berichte über Vieh gegeben, das Siedlern gestohlen wurde

 08.06.2026

Ankara/Jerusalem

Türkischer Innenminister fordert »Befreiung« Jerusalems

Mustafa Çiftçi will eine Rückkehr der Stadt unter türkische Kontrolle. Die Reaktion des israelischen Verteidigungsministers Katz: »Jerusalem ist nicht Konstantinopel, und der Staat Israel ist kein zerfallenes Kreuzfahrerreich.«

 08.06.2026

Nahost

Reaktion auf Hisbollah-Angriff: Israel nimmt Hauptquartier der Terroristen ins Visier

Die israelische Armee erklärt, sie habe auch Abschussvorrichtungen für Raketen zerstört

 08.06.2026