Unterstützung

Bocherim gehen künftig leer aus

Jeschiwastudenten in Jerusalem Foto: Flash 90

Das Urteil war einstimmig. Bald schon wird es kein Geld mehr vom Staat für Studenten an religiösen Schulen, den Jeschiwot, geben. Im Januar 2015 wird die Entscheidung der Regierung, diese Stipendien weiterhin zu zahlen, annulliert. Das entschied der Oberste Gerichtshof am Sonntag mit sieben Stimmen.

Die Zahlungen widersprechen dem Grundsatz der Gleichbehandlung, argumentierten die Richter. Dem Urteil war ein zehn Jahre andauernder Streit vorausgegangen. Vor vier Jahren bereits hatte der Gerichtshof erklärt, es sei diskriminierend, wenn Jeschiwastudenten Staatsgelder erhalten würden, andere Studenten indes leer ausgingen.

Trotz der Entscheidung hatte die Regierung unter Premier Benjamin Netanjahu nach dem Einsetzen eines Komitees zur Untersuchung der Fakten verfügt, dass die Gelder weiterhin fließen würden. In den ersten vier Jahren des Studiums voll und anschließend um 75 Prozent gekürzt. Jährlich schrumpfte das Staatssäckel auf diese Weise um rund 22 Millionen Euro.

Geldhahn Doch jetzt wird der Geldhahn endgültig zugedreht. Denn die Petition verschiedener Organisationen, darunter die nationale Union israelischer Studenten, überzeugte die Richter. Auch die Ausrede des Staates, dass das Budget der Universitäten als Ausgleich um zehn Millionen Euro aufgestockt worden war, zeigte keine Wirkung. Richter Salim Joubran schrieb in seiner Begründung, dass der Regierungsbeschluss in gewisser Weise dazu beitrage, dass die Jeschiwastudenten von Staatsgeldern abhängig bleiben. Er zitierte Rabbiner Gamliel: »Tora ohne Arbeit lädt Faulheit und Sünde ein«.

Während Studenten an den Universitäten die Entscheidung als überfällig und moralisch korrekt bezeichneten, kritisierten streng religiöse Politiker das Urteil scharf. Arie Deri, Chef der ultraorthodoxen Schas-Partei, sagte in Bezug auf die charedische Gemeinde: »Ich bedauere zu sehen, dass das Gericht in den Chor des Hasses gegen jene einstimmt, deren Taschen im vergangenen Jahr zusehends geleert wurden. Wir werden nicht erlauben, dass Torastudenten zum nationalen Boxsack gemacht werden«.

Bildung

Handys weg!

In Tel Avivs Schulen müssen Mobiltelefone künftig im Schließfach bleiben

von Sabine Brandes  24.09.2026

Politische Einflussnahme

»Katargate« bringt Netanjahu und sein engstes Umfeld unter Druck

Neue, brisante Informationen zur Affäre um mutmaßliche Verbindungen zwischen Mitarbeitern des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Katar könnten weitreichende Folgen haben

 24.09.2026

Terror-Infrastruktur

Tunnelschacht und Waffen im Westjordanland entdeckt

Ermittler nahmen vier Personen fest, die sich am Fundort befanden. Sie wurden zur weiteren Befragung mitgenommen

 24.09.2026

Tel Aviv

Fall eines Grenzpostens erleichterte Hamas-Angriff auf Be’eri

Einer Untersuchung zufolge war die Einheit nicht auf einen groß angelegten Überraschungsangriff vorbereitet

 24.09.2026

Jerusalem

Wahlausschuss schließt arabische Parteien und Kandidaten von Israels Wahl aus

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand ein Artikel des Kandidaten Abu Shehadeh. Darin bezeichnete er den Hamas-Angriff vom 7. Oktober als »ein wichtiges historisches Ereignis in militärischer, politischer und strategischer Hinsicht«

 24.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  24.09.2026 Aktualisiert

Westjordanland

Sohn von Israels US-Botschafter bei Anschlag schwer verletzt

Neria Leiter benötige »ein Wunder«, um zu überleben, erklärt sein Vater

 24.09.2026

Ranking

Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  23.09.2026

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026