Medienberichte

Biden soll Netanjahu Frist für Bodenoffensive gestellt haben

US-Präsident Joe Biden in Israel Foto: Flash 90

Israelische Medien berichten unter Berufung auf die US-Zeitung »Politico«, dass US-Präsident Joe Biden dem israelischen Militär noch drei Wochen zu Fortsetzung des derzeitigen Militäreinsatzes gebe. Danach solle Israel mit Blick auf die humanitäre Situation seine Truppen abziehen, könne jedoch weiterhin kleinere Razzien gegen verbliebene Hamas-Hochburgen durchführen. Andere Quellen rechnen mit einer Kriegsdauer bei Ende Januar, Einzelstimmen hoffen bereits für Weihnachten auf ein Kriegsende.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat währenddessen den USA für ihr Veto im UN-Sicherheitsrat gegen einen sofortigen Waffenstillstands-Beschluss gedankt. Gleichzeitig kündigte er eine Fortsetzung »unseres gerechten Krieges zur Eliminierung der Hamas« an. Auch die anderen Staaten müssten verstehen, dass ohne den Krieg die Beseitigung der Terrorgruppe nicht möglich sei, heißt es in einem Statement des Premiers vom Samstagabend. Aus Protest gegen das US-Veto ist hingegen im Westjordanland für Montag ein Generalstreik ausgerufen worden.

Nach israelischen Medienberichten rückt das Militär derzeit in drei parallelen Gefechten langsam und mit massiver Feuerkraft in den Süden vor, und stößt dort auf einen heftigeren Widerstand als zuvor. Die Armee wolle mit einer »Pulverisierungs-Strategie« der Hamas großen Schaden zufügen und die eigenen Verluste möglichst gering halten. Nach israelischen Angaben sind bislang rund 100 Soldaten in diesem Krieg getötet worden.

Unterdessen kritisieren Beobachter die Veröffentlichung von Bildern halb nackter, angeblicher Hamas-Gefangenen. Solche Publikationen seien unnötig und demütigend und schadeten dem Ansehen des Landes.

Sorge besteht weiterhin um die noch 138 Menschen in Händen der Hamas, darunter neun Thailänder; fast täglich erfahre man vom Tod weiterer Geiseln. Zudem zeigten Blutuntersuchungen von freigelassenen Geiseln gefährliche Viren, die offenbar in die Wasserversorgung von Gaza gelangt seien. Zusammen mit einem Mangel an Nahrungsmitteln, Medikamenten und medizinischer Versorgung seien sie Frühwarnzeichen für die Ausbreitung gefährlicher Krankheiten. dpa

Krieg

Tanker im Persischen Golf attackiert

Die Golfregion ist für Tanker und Frachtschiffe weiterhin gefährlich. Erneut wird ein Tanker angegriffen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  02.11.2026 Aktualisiert

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026

Regierungsbildung

Israels Oppositionschefs treffen sich zu Gesprächen

Avigdor Liberman soll sich mit Gadi Eisenkot getroffen haben, Yair Golan sprach mit der Gemeinsamen Liste. Der Likud schließt unterdessen eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten aus

 01.11.2026

Gadi Eisenkot spricht in der Wahlnacht vor Anhängern

Regierungsbildung in Israel

Eisenkot nennt vier Bedingungen für mögliche Koalitionspartner

Der Yashar-Chef will die neue Knesset-Mehrheit rasch nutzen und lädt jeden Abgeordneten zur Zusammenarbeit ein, der seine Grundsätze akzeptiert

 01.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Nahost

Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu

Angesichts wachsender Spannungen mit dem Iran stellt ein führender Oppositionspolitiker die politische Legitimation Netanjahus für eine neue militärische Auseinandersetzung infrage

 01.11.2026

Isaac Herzog spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Regierungsbildung

Israels Präsident kündigt Gespräche zur Regierungsbildung an

Keines der politischen Lager in Israel erreicht die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Nun liegt die Initiative bei Präsident Herzog. Wer erhält den ersten Auftrag zur Regierungsbildung?

 01.11.2026

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026