Trauer

Beisetzung am Geburtstag

Tiefe Trauer: Tal Tamari bei der Beerdigung Foto: Flash 90

An seinem 32. Geburtstag wurde Meir Tamari beerdigt. Einen Tag zuvor war der Israeli aus der Siedlung Hermesh im nördlichen Westjordanland bei einem palästinensischen Terroranschlag ermordet worden. Tamari war im Auto unterwegs, als der oder die Täter ihn in den Oberkörper schossen.

»Heute sollten wir mit den Kindern einen lustigen Tag verbringen, um deinen Geburtstag zu feiern«, sagte seine Witwe Tal Tamari unter Tränen, als sie am Mittwoch von ihrem Ehemann für immer Abschied nahm. »Doch anstatt dir zu gratulieren, muss ich jetzt eine Grabrede halten.« Das Ehepaar hat zwei kleine Kinder, erst drei Jahre und ein Jahr alt.

trauergäste »Es ist eine Realität, die keinen Sinn ergibt: dass unsere süßen Kinder dein Licht nicht sehen können, dich nicht mehr erleben und mit dir wachsen können. Jetzt bin ich allein mit ihnen.« An ihren Mann gerichtet, sagte Tal Tamari: »Ich verspreche dir, dass unsere Kinder erfahren werden, dass sie den großartigsten Vater der Welt hatten.« Hunderte von Trauergästen waren in die Siedlung Shaked gekommen, um Tamari das letzte Geleit zu geben.

Die israelische Armee suchte bei Redaktionsschluss noch nach den Tätern, unter anderem in palästinensischen Dörfern und Städten in der Gegend. Medienberichten zufolge soll sich die palästinensische Terrororganisation Al-Aksa-Märtyrerbrigaden zu der Tat bekannt haben.

Die Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, wie Tamaris Auto langsamer wurde, bevor er in die Siedlung abbog, in der er lebte, als ein weißer Wagen ihn überholte und neben seinem Auto anhielt. Die Terroristen eröffneten dann aus nächster Nähe das Feuer auf den Mann.

sicherheitskräfte Trotzdem konnte er weiterfahren, bis er einige Hundert Meter entfernt den Eingang der Siedlung erreichte, wo Sicherheitskräfte Sanitäter alarmierten. Trotz der schnellen medizinischen Versorgung und dem Transport per Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Hadera verstarb Tamari dort wenige Stunden später.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach der Familie am selben Tag sein Mitgefühl aus. In einem Tweet des Premierministers heißt es: »Unsere Streitkräfte verfolgen derzeit die Terroristen, um mit ihnen abzurechnen – und das wird umgehend geschehen.«

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nachrichten

Umwelt, Anerkennung, Bücher

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  02.07.2026

1000 Tage

Tausende Stimmen gegen das Vergessen

Die Hebräische Universität und Edut 710 schaffen ein KI-gestütztes Archiv, das die Zeugnisse des 7. Oktober bewahrt

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

5800 Juden wollen in diesem Sommer Alija machen

Das Interesse, nach Israel überzusiedeln, ist ungebrochen groß: Im Juli und August werden zahlreiche Neubürger erwartet, vor allem aus Frankreich und den USA

 02.07.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Sensationsfund in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  02.07.2026

Zeitgeschichte

Entebbe und kein Ende

Der Historiker Jan Gerber zeigt in seinem neuen Buch, wie aus dem Antizionismus der 68er-Generation radikale antisemitische Praxis wurde

von Ralf Balke  02.07.2026