München

Markus Söder übt scharfe Kritik am Haftbefehl gegen Israels Premier Netanjahu

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei seiner Rede auf der Ratsversammlung Foto: Andreas Schulz

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die internationalen Haftbefehle gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und den früheren Verteidigungsminister Joav Galant wegen angeblicher Kriegsverbrechen im Krieg gegen die palästinensische Terrororganisation Hamas scharf verurteilt.

»Wir stehen zu Israel und zu dem Recht auf Selbstverteidigung«, bekräftige Söder in München im Rahmen seiner Rede als Ehrengast der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden. »Ich finde es befremdlich, wenn der Internationale Strafgerichtshof Israel und die Hamas gleichsetzt. Der Strafgerichtshof hat sich massiv selbst beschädigt«.

Lesen Sie auch

Bayern stehe felsenfest zu Israel und zur Sicherheit des jüdischen Staates als deutsche Staatsräson. »Das ist nicht nur moralische Verpflichtung und Staatsräson, wir teilen mit unseren israelischen Freunden auch gleiche Werte«, erklärte Söder. »Israel ist die einzig wahre Demokratie in der Region. Israels Recht auf Selbstverteidigung sehen wir als selbstverständlich an.« 

In einer anschließenden Fragerunde stellte Söder auf die Frage eines Delegierten zum jüngsten Beschluss des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) klar: »Ich hielte es für absurd, wenn auf deutschem Boden der Regierungschef von Israel verhaftet werden würde.«

Lesen Sie auch

Der Schutz jüdischen Lebens in Bayern stehe ganz oben an: »Wir müssen nicht nur die Einrichtungen schützen, sondern auch im Netz dagegen vorgehen.« Radikalisierungen geschähen nicht »über Nacht«.

»Nur mahnen, reicht nicht. Machen ist angesagt. Herzlich willkommen in Bayern«, betonte Söder zum Abschluss seiner Rede, für die er stehende Ovationen erhielt.

Als Ehrengast des Zentralrats und der Ratsversammlung, dem obersten Entscheidungsgremium des jüdischen Dachverbands, hatte Söder zuvor ebenfalls hervorgehoben: »Jüdisches Leben hat eine feste Heimat in Bayern. Die Bayerische Staatsregierung und ich ganz persönlich geben ein klares Schutzversprechen: Wir schützen jüdisches Leben und Freiheit in jeglicher Form und werden jedem Auswuchs von Antisemitismus konsequent entgegen treten. Jüdisches Leben gehört zu unserem Alltag und hat einen festen Platz in unserer Mitte.«

Lesen Sie auch

Deutliche Worte fand Söder auch für die Äußerungen der Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik, die vergangene Woche betont hatte, dass Juden und Homosexuelle in manchen Teilen der Hauptstadt nicht sicher seien. Das sei eine »Kapitulation vor Gewalt und eine Kapitulation vor Antisemitismus«, unterstrich Söder. Jüdisches Leben habe das Recht, sich in Deutschland zu entwickeln. ja

Jerusalem

Knesset-Auflösung: Erstes Votum für Montag angesetzt

Ein vorgezogener Wahltermin nimmt langsam Gestalt an. Das genaue Datum bleibt bisher offen

 28.05.2026

Studie

Wird Israel unbezahlbar?

Die Lebenshaltungskosten im Land gehören zu den höchsten weltweit. Dafür gibt es zahlreiche Gründe – manche sind hausgemacht

von Sabine Brandes  28.05.2026

Teheran

Chamenei droht USA und Israel

Die Kämpfer der »Widerstandsfront« hätten »bemerkenswerte Siege« gegen »die beiden amerikanisch-zionistischen Terrorarmeen« errungen, sagt der neue Oberste Führer

 27.05.2026

Krieg

Wo Raketen fliegen, bleiben Klassenzimmer leer

In Kiriat Schmona und anderen nördlichen Gemeinden brechen die Schülerzahlen wegen des Dauerbeschusses der Hisbollah trotz Waffenstillstand ein

von Sabine Brandes  27.05.2026

Wirtschaft

Elbit Systems erhält 1,4-Milliarden-Dollar-Auftrag aus Europa

Es geht um ein umfassendes Modernisierungspaket für Streitkräfte, das über einen Zeitraum von fünf Jahren umgesetzt werden soll

 27.05.2026

Jerusalem

Bildung: Israels Muslimas haben Vorsprung vor Männern

In der israelischen Arbeitswelt stellt sich die Situation anders dar

 27.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  27.05.2026

Jerusalem

Nach Kritik: Katz nimmt Kürzungen für Grenzorte am Gazastreifen zurück

Wegen Haushaltsproblemen hatte die Regierung mehrere Posten nicht länger finanzieren wollen

 27.05.2026

Jerusalem

Shin Bet zerschlägt Terrorzelle in Ost-Jerusalem

Im Zentrum der Ermittlungen steht Salah Hamouri, ein PFLP-Aktivist mit französischer Staatsbürgerschaft

 27.05.2026