Israel

Ausschreitungen in Jaffa und Jerusalem

Israelische Polizei am Damaskustor in Jerusalem (18. April 2021) Foto: Flash 90

In Jerusalem und Jaffa ist es am Sonntagabend zu Zusammenstößen zwischen gewalttätigen arabischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. In Jerusalem sorgten die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan für Wut, in Jaffa hatte eine Attacke gegen einen Rabbiner die Unruhen ausgelöst.

RABBINER In Jaffa, dem gemischten jüdisch-arabischen Viertel von Tel Aviv, hatten nach Polizeiangaben zwei arabische Männer in einer »Hass-Attacke« den Rabbiner Eliyahu Mali angegriffen. Mali hatte versucht, in der Ajami-Gegend ein Haus zu kaufen, um dort eine Jeschiwa zu eröffnen. Als Anwohner ihn und einen Kollegen bei der Besichtigung des Hauses wütend beschimpften und aufforderten die Gegend zu verlassen, weigerten sie sich.

Daraufhin seien die beiden Männer, vor allem Rabbiner Mali, geschlagen und getreten worden. Videoaufnahmen zeigen die gewalttätige Attacke gegen den über-60-jährigen Mann.

Premierminister Benjamin Netanjahu verurteilte den gewalttätigen Angriff.

Anschließend demonstrierten vorwiegend religiöse Juden gegen die Gewalt. Kurz darauf veranstalteten arabische Bewohner Jaffas eine Gegendemonstration an derselben Stelle. Sie riefen Parolen wie: »Siedler haut ab!«. Arabische Einwohner Jaffas befürchten eine Übernahme von Häusern und Wohnungen durch religiöse Juden, um die Araber aus der Gegend zu vertreiben. Durch die voranschreitende Gentrifizierung des Stadtviertels kommt es zusehends zu Spannungen.

POLIZEIKETTE Polizisten, die eine Menschenkette zwischen den zwei Gruppen der Protestierenden bildeten, wurden mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Zwei Beamte wurden dabei leicht verletzt.

Premierminister Benjamin Netanjahu verurteilte den gewalttätigen Angriff gegen den Rabbiner und forderte die Polizei auf, die Täter schnell der Justiz zu überführen. Die Sicherheitsbeamten gaben an, zwei etwa 30-jährige Männer wegen des Verdachts der Körperverletzung festgenommen zu haben. Beide sind Bewohner des Hauses, das an die Jeschiwa verkauft werden soll.

RAMADAN Am selben Abend gerieten Hunderte von Palästinensern mit der Polizei am Damaskustor in Jerusalem aneinander. Der Unmut war aufgrund von Coronabeschränkungen während des Ramadans ausgebrochen. Der muslimische Fastenmonat hatte am vergangenen Dienstag begonnen.

Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Wasserwerfer ein, um die Massen auseinanderzubringen. Vier Demonstranten seien verletzt worden.

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Verteidigung

Israelisches Startup will »Iron Dome gegen Drohnenschwärme« bauen

Israel hat einen hochmodernen Schutz gegen Raketen, doch Drohnen haben die Kriegsführung grundlegend verändert.

 10.07.2026

Maccabia

Zwischen Medaillen und Menschlichkeit

Für die Schweizer Delegation ist klar, das Spiel ist wichtig, aber neue Freundschaften sind wichtiger

von Nicole Dreyfus  10.07.2026

Opfer der Hamas

Yarden Bibas pflanzt mit Mike Huckabee Baum für seine Familie

Die Ex-Geisel und der US-Botschafter wollen damit die Erinnerung an Kfir, Ariel und Shiri wachhalten, die von Terroristen ermordet wurden

 10.07.2026

Negev

Netanjahu und Armeechef: Israel ist jederzeit zu neuem Militäreinsatz gegen Iran bereit

»Der Krieg ist nicht vorbei«, sagt der israelische Ministerpräsident. »Neben alten Herausforderungen entstehen ständig neue«

 10.07.2026

Humanitäre Hilfe

Israel weist Berichte über Versorgungsengpässe in Gaza zurück

Einem neuen Bericht zufolge sind seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober 2025 1800 Millionen Tonnen an Lebensmitteln nach Gaza gelangt. Israel sagt, das sei mehr als vor dem Krieg

 09.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  09.07.2026

Dublin

Irland beschließt Einfuhrstopp für Waren aus israelischen Siedlungen

Nach acht Jahren Debatte hat das irische Unterhaus ein Importverbot für Produkte aus israelischen Siedlungen im Westjordanland gebilligt

 09.07.2026