Medien

Aus für TV-Gebühren

Umsonst macht Fernsehen noch mehr Spaß. Foto: Thinkstock

Die Reform ist amtlich. Anfang der Woche hatte das Kabinett über die Abschaffung der TV- und Rundfunkgebühren abgestimmt. Mit 18 zu zwei Stimmen wurde der Vorschlag von Kommunikationsminister Gilad Erdan angenommen. Damit müssen israelische Zuschauer ab März 2015 für die öffentlich-rechtliche Ausstrahlung nichts mehr bezahlen.

Bislang mussten Israelis, die ein Fernsehgerät in ihrer Wohnung haben, jährlich 300 Schekel, umgerechnet rund 60 Euro, an die Behörde überweisen. Taten sie das nicht, erhielten sie nach einer Weile Post von einem Inkassobüro und wurden aufgefordert, ein Vielfaches zu berappen. Genau das war einer der Hauptkritikpunkte von Erdan. Denn, meinte der, anstatt sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren und das Geld für Sendungen auszugeben, seien von der Behörde Millionen von Schekeln für Anwaltskosten ausgegeben worden, um die Gebühren einzutreiben.

änderungen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befand die Reform für bedeutend, merkte jedoch gleichzeitig an, dass sie nicht ohne Probleme sei. Es werde im Laufe der Zeit noch viele Anpassungen geben müssen, sagte der Regierungschef. »Die Richtung der Änderungen aber ist klar. Wir wollen eine starke öffentlich-rechtliche Anstalt auf lange Zeit errichten.«

Denn die Abschaffung der Gebühren bedeutet nicht, dass auch die Behörde zumachen muss. Ganz im Gegenteil, versichert die Regierung. Zwar werde die alte öffentlich-rechtliche TV-Anstalt so nicht weiter existieren, doch eine neue werde an ihrer Stelle die ihr aufgetragenen Aufgaben übernehmen. Unter anderem umfasst die Reform auch drei neue Fernsehkanäle. Erdan: »Die Öffentlichkeit verdient eine bessere Behörde – und wir sorgen dafür, dass es sie geben wird.«

Die Sorge, dass Hunderte von Angestellten ihren Job verlieren würden, winkte Netanjahu ab. Die Mitarbeiter der Behörde würden weiterhin angestellt bleiben, denn es gebe jede Menge Arbeit. »Besonders«, erklärte Minister Erdan, »weil die Einrichtung nach den Änderungen wieder für die Öffentlichkeit relevant sein wird«.

7. Oktober

»Sie aßen Kuchen – als ob kein Skelett neben ihnen läge«

Die ehemalige israelische Geisel Evyatar David erzählt erstmals einem internationalen Sender vom Hunger, der Gefangenschaft in den Terrortunneln der Hamas und wie es ihm heute geht

von Sabine Brandes  27.08.2026

Südlibanon

Erst Drohnenangriffe, dann Gegenschläge

Nachdem die pro-iranische Terror-Miliz Hisbollah mit zwei Drohnen israelische Soldaten angegriffen hatte, reagierte die IDF mit Gegenangriffen

 27.08.2026

Nahost

Israel: Leibwächter von Ex-Hamas-Chef Sinwar in Gaza getötet

Vor knapp zwei Jahren hatte die israelische Armee den Hamas-Chef Sinwar getötet, der als Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober 2023 galt. Nun soll auch sein Bodyguard ums Leben gekommen sein

 27.08.2026

Sicherheit

Streit um Gaza-Friedensplan spitzt sich zu

Israel kritisiert den US-geführten »Board of Peace« – und erwägt einen Ausschluss britischer Vertreter aus dem Koordinierungszentrum

von Sabine Brandes  27.08.2026

Diplomatie

CIA warnt Putin vor Angriffen auf Nato und drängt auf neue Iran-Politik

Geheimtreffen in Moskau: CIA-Chef Ratcliffe mahnt Russland wegen eines möglichen Angriffs auf die NATO und fordert im Iran-Krieg die Öffnung der Straße von Hormus

von Sabine Brandes  27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  27.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  27.08.2026

Israel

Netanjahu-Rivale Eisenkot lehnt Zweistaatenlösung ab

Der ehemalige Armeechef hat sich erstmals zu einem möglichen Palästinenserstaat geäußert. Zugleich warnt er vor dem Ausbau der israelischen Siedlungen im Westjordanland und vor steigender Siedlergewalt

 27.08.2026

Knesset

Wem gehört die Wahl?

»Fly & Vote« will Israelis im Ausland zum Abstimmen nach Hause bringen. Der Likud droht der Initiative mit rechtlichen Schritten

von Sabine Brandes  26.08.2026