Berlin

Aus der Krise heraus

Foto: ddk

Besucher aus aller Welt kommen zur Kotel in Jerusalem, um dort zu beten und Briefe sowie Zettel in die kleinen Ritzen der historischen Mauer zu stecken. Die Möglichkeit, Hoffnungen aufzuschreiben und an der Kotel zu hinterlassen, besteht nun auch auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB).

In den Hallen unter dem Funkturm findet von Dienstag bis Donnerstag die weltgrößte Reisefachmesse statt. Und das israelische Tourismusministerium hat dazu eine kleine Nachbildung der Kotel aufgebaut. Es liegen Kugelschreiber und kleine Zettel mit der Aufschrift »Klagemauer – Deine Wünsche und Gebete« aus.

Daneben präsentieren sich am israelischen Messestand 27 Aussteller – Hotelgruppen, Reiseveranstalter und Tourismusregionen. Sie alle vereint der Wunsch, dass es mit dem Fremdenverkehr endlich wieder aufwärtsgeht. Das Staatliche Verkehrsbüro hat seine Pressemitteilung zur ITB 2025 mit der Überschrift »Kernbotschaft: Optimismus« versehen.

Herausfordernde Zeiten

Und entsprechend optimistisch gab sich Tourismus-Staatssekretär Dani Shahar am Dienstag vor Journalisten auf der ITB: »Israel kommt in diesen Tagen aus der Krise heraus.« Das Land habe herausfordernde Zeiten hinter sich. Das habe insbesondere auf den Fremdenverkehr Auswirkungen gehabt.

Israels Tourismus-Staatssekretär Dani Shahar und Ksenia Kobiakov bei der ITB in Berlin

Während vor dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 noch täglich rund 15.000 Touristinnen und Touristen nach Israel reisten, waren es danach nur noch ein paar Dutzend. Aber jetzt würden die Zahlen wieder nach oben gehen, so Shahar. Täglich kämen bereits 5000 ausländische Besucherinnen und Besucher ins Land.

Zu den Oster- und Pessach-Feiertagen erwarte man noch mehr Gäste, und für den Sommer rechne man mit einem weiteren Anstieg. »Schließlich ist Israel ein tolles Land für den Tourismus, denn es hat so viel zu bieten.« Es sei das Land der drei Weltreligionen, und es gebe unzählige Kulturangebote.

Eilat und Tel Aviv

Zudem seien die Regionen sehr attraktiv, von Tel Aviv über Jerusalem bis zum Toten Meer. Derzeit sei Badeurlaub in Eilat ebenso möglich wie Wintersport auf dem Hermon. Das Skigebiet im Norden sei aktuell geöffnet. Zudem habe man die Zeit genutzt, um touristische Attraktionen auf Vordermann zu bringen. Millionen seien in die Infrastruktur investiert worden, auch Hotelneubauten würden subventioniert.

Ami Alon, Marketingchef des Tourismusministeriums, ergänzte: Israel sei an Krisen gewöhnt. »Aber wir sind auch daran gewöhnt, immer wieder aus ihnen herauszukommen.« Für dieses Jahr habe man daher eine besondere Marketingstrategie entwickelt.

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Einerseits widme man sich gezielt den Zielgruppen der jüdischen und christlichen Touristen, da sie eine besondere Beziehung zu Israel hätten. Außerdem konzentriere man sich auf Länder mit hohem Potenzial für den Fremdenverkehr nach Israel – dazu gehöre auch Deutschland.

Reisewarnung des Auswärtigen Amtes

Allerdings besteht derzeit noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Reisen nach Israel. Diese ist zwar bereits deutlich abgeschwächt und gilt nur noch für bestimmte Gebiete. Aber Staatssekretär Dani Shahar zeigte sich zuversichtlich, dass diese Reisewarnung bald gänzlich aufgehoben werde.

Die Entwicklung auf dem deutschsprachigen Markt sei also vielversprechend, betonte Ksenia Kobiakov, Direktorin des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros in Berlin. Ein wichtiges Signal sei, dass zahlreiche Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Israel wieder aufgenommen hätten.

Nach längerer Pause fliege Lufthansa seit Anfang Februar wieder von Frankfurt und München nach Tel Aviv. Auch die zur Lufthansa Group gehörenden Austrian Airlines und Swiss hätten die Verbindung wieder in ihren Flugplan aufgenommen.

Frieden und Touristen

Am 30. März soll die irische Billigfluggesellschaft Ryanair wieder Richtung Israel starten, die britische EasyJet soll Anfang Juni folgen. Zudem werde EL AL Israel Airlines ihre Flugverbindungen ab Deutschland erhöhen. Kobiakov sagte: »Nach eineinhalb sehr herausfordernden Jahren sind wir hier heute mit einer klaren Botschaft: Israel ist bereit!«

Einer der Aussteller auf dem Israel-Stand ist Uri Sharon. Er ist Marketingchef der »Abraham Hostels & Tours« in Tel Aviv. Was er für einen Wunsch auf den Zettel der ITB-Klagemauer schreiben würde? »Dass es Frieden gibt und endlich die Touristen in größerer Zahl nach Israel zurückkehren.«

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