Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Kein Starbucks im Heiligen Land Foto: dpa

Samenspende
Er muss nicht mehr unbedingt groß und klug sein. Wichtig ist den Damen neuerdings, dass ihr Erwählter eine Armeekarriere vorzuweisen hat – vorzugsweise in einer Kampfeinheit. Dabei geht es nicht darum, den Mann fürs Leben zu finden, sondern einen, der als Samenspender infrage kommt. Israels Samenbank im Rambam-Krankenhaus erklärte jetzt, dass es einen riesigen Anstieg bei der Nachfrage nach Spenden gibt, die von Soldaten abgegeben wurden. »Frauen bauen für sich ein Idealbild, wie der zukünftige Vater ihrer Kinder sein soll«, sagt die Leiterin der Samenbank, Dina Amnipour, zu der Entwicklung. Die Gazaoffensive habe vielen Israelinnen wohl gezeigt, »was einen Mann ausmacht«.

Raketenabwehr
Die Eiserne Kuppel (Iron Dome) ist Israels ganzer Stolz. Kaum eine Rakete, die dem Abwehrsystem entgeht. Während der Militäroperation in Gaza hat es eine Erfolgsrate von 90 Prozent vorzuweisen. Dieser Ruf ist jetzt sogar bis nach Südkorea vorgedrungen. Der Entwickler Rafael Advanced Defense Systems erklärte, der Staat in Fernost habe Interesse an dem System angemeldet. Südkorea befindet sich seit vielen Jahren im latenten Kriegszustand mit dem Nachbarn im Norden. Vertreter von Rafael hätten die Hauptstadt Seoul besucht, erklärte ein Firmensprecher im Armeeradio. Details jedoch würden nicht preisgegeben. In Israel sind derzeit neun Abwehrstationen im Einsatz. Insgesamt sind zwölf geplant.

Solidarität
Sie wollen ihre Freundschaft persönlich bekunden: Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo und mehrere Politiker-Kollegen wollen in dieser Woche zu einem zweitägigen Solidaritätsbesuch nach Israel reisen. »Freunde unterstützen einander in Krisenzeiten«, wird Cuomo zitiert, »und ich bin stolz darauf, diese Delegation nach Israel zu leiten, um genau dies zu zeigen.« New York habe seit eh und je eine besondere Beziehung zu Israel, so der Gouverneur. »Und während die Hamas und andere Terrororganisationen das Land bedrohen, ist es wichtig, diese Botschaft persönlich zu überbringen.« Mit dabei sind Cuomos Schwager, der Designer Kenneth Cole, sowie der Verleger Mort Zuckerman.

Boykott
Für ihre gute Tat muss sich die Kosmetikfirma Garnier jetzt beschimpfen lassen. In der vergangenen Woche schickte sie Pakete mit Schönheitsartikeln an Soldatinnen der israelischen Streitkräfte. Die Produkte wie Seife und Deodorant wurden von der Hilfsorganisation »StandWithUs« verteilt. Jetzt sieht sich die Firma mit Sitz in New York scharfen Angriffen ausgesetzt. In den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter gab es Tausende von Boykottaufrufen gegen Garnier und den Eigentümer L’Oréal. Ähnliches muss die Kaffeehauskette Starbucks nicht befürchten. Die Firma trat in einem Statement energisch Gerüchten entgegen – die offenbar entstanden sind, weil Starbucks-CEO Howard Schultz Jude ist –, sie würde die israelische Regierung und Armee finanziell unterstützen. In der Tat hat Starbucks sämtliche seiner Filialen in Israel bereits vor elf Jahren geschlossen, ist aber nach wie vor in zahlreichen arabischen Staaten aktiv.

Untersuchung
Seit dem 24. Juli ist Reuven Rivlin als Nachfolger von Schimon Peres der zehnte Präsident des Staates Israel. Jetzt hat die Polizei Hinweise auf finanzielle Unregelmäßigkeiten in dessen Vergangenheit untersucht. Rivlin soll vor mehr als einem Jahrzehnt »über einen längeren Zeitraum hinweg mehrere Tausend Schekel monatlich« von dem Geschäftsmann David Appel erhalten haben, der mittlerweile wegen Bestechung von öffentlichen Amtsträgern im Gefängnis sitzt. Kurz nach dem Bericht im Fernsehkanal 2 jedoch entschied Generalstaatsanwalt Yehuda Weinstein, dass die Akte geschlossen und kein Verfahren eröffnet wird.

Gewinn
Zum ersten Mal seit 20 Jahren hat Israel den internationalen Mathematikwettbewerb gewonnen. Bei dem Turnier in Bulgarien waren 73 Teams von verschiedenen Universitäten aus der ganzen Welt gegeneinander angetreten. Sie mussten Probleme in Algebra, Geometrie und anderen Disziplinen lösen. Die sechsköpfige Gruppe aus Israel holte die Goldmedaille, gefolgt von Bulgarien mit Silber. Bronze ging an Russland. Bildungsminister Schai Piron freute sich mit den Gewinnern: »Ihr bringt große Ehre nach Israel«, sagte er bei der Begrüßung des Teams nach dessen Rückkehr.

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026

Gesellschaft

Gewalt in arabischen Gemeinden eskaliert: Fünf Tote in zwölf Stunden

Die Gewalt in arabischen Gemeinden Israels eskaliert. Der Polizeichef spricht von einem »nationalem Ausnahmezustand«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Gaza

Israel meldet Tötung eines Terror-Drahtziehers

Basel Himouni, ein Hamas-Terrorist aus Hebron, hatte einen Anschlag auf Busse in Beerscheba im Jahr 2004 organisiert. Damals wurden 16 Israelisch ermordet und über 100 Menschen verletzt

 12.02.2026

Melbourne

Herzog warnt vor Judenhass in Australien

Der Staatsbesuch des israelischen Präsidenten löste Proteste im Land aus. Herzog sagte, er habe eine Botschaft des guten Willens nach Australien gebracht und hoffe auf eine Entspannung der Lage

 12.02.2026 Aktualisiert