Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Kultkoch Anthony Bourdain Foto: screenshot youtube

Eingefüllt
Teures Fahren: Israel steht an dritter Stelle der 60 Länder, in denen Benzin am meisten kostet. Autofahrer im Heiligen Land müssen für eine Gallone 6,94 Euro hinblättern, während dieselbe Menge in den USA lediglich 2,81 Euro kostet. Diese Zahlen veröffentlichte die Agentur Bloomberg. Die Studie zeigte außerdem, dass die israelische Regierung die Preise reguliert und die Steuern durchschnittlich die Hälfte des Preises ausmachen. Gleichzeitig werde Öl mit 422 Millionen Euro jährlich subventioniert. Laut Bloomberg betrage das tägliche Einkommen der Israelis im Durchschnitt 65 Euro. Eine Gallone Benzin nimmt damit circa elf Prozent davon in Anspruch. Mit dieser Zahl liegt Israel im Mittelfeld.

Eingesehen
In einem bisher einmaligen Urteil hat das Oberste Gericht beschlossen, die Haft eines transsexuellen Mannes zu verkürzen. Der Grund: Um seine Sicherheit zu gewährleisten, sitzt der Gefangene, der sich als Frau sieht, in Isolationshaft. Nach einem Überfall auf eine Tankstelle waren er und zwei Komplizen zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. »Die persönlichen Umstände der Gefangenen sind derzeit nicht normal«, erklärte Richter Neal Hendel in der Begründung des Gerichts. »Ich glaube, dass es ausreichend Grund für Milde gibt.« Nach zehn Monaten soll der 29-jährige Gefangene, der sich im Prozess einer Geschlechtsumwandlung befindet, nun wieder in die Freiheit entlassen werden.

Eingeladen
Er hat es sich schon fast überall schmecken lassen, doch in Israel war er noch nie. Bis jetzt. Der Kultkoch Anthony Bourdain, der mit seiner Show »Parts Unknown« des Fernsehsenders CNN Millionen von Zuschauern begeistert, schlemmte sich kürzlich durch das Heilige Land. Zum Auftakt der zweiten Staffel ließ er sich allerlei Köstlichkeiten auf dem Mahane-Jehuda-Markt von Jerusalem schmecken und langte kräftig beim Hummus von Abu Schukri zu. Lange hatte Bourdain Israel gemieden und musste sich Vorwürfe anhören, er wolle nicht kommen. Doch dass es ihm gefallen hat, machte er im Anschluss deutlich. Zwar sagte er auch: »Es gibt hier keine Hoffnung, dass man etwas über dieses Stück Land sagt, ohne dass man zumindest einem, meist aber allen, auf die Füße tritt.« Dann jedoch schwärmte er, Israel sei ein wunderschönes Land mit tollen Leuten.

Eingefroren
Ein israelisches Team von Wissenschaftlern hat eine Methode entwickelt, die vielleicht dazu beitragen kann, Ernten auf der ganzen Welt vor Dürre zu schützen. Ist das Projekt erfolgreich, kann es helfen, weltweit den Hunger zu bekämpfen. Schimon Gepstein vom Kinneret College entwickelte mit seinen Mitarbeitern eine Pflanze, die sich in Dürrezeiten praktisch selbst »einfriert« und damit für eine Weile auch trockene Perioden überstehen kann. Nachdem der Wasserzufluss wiederhergestellt ist, kann die Pflanze unbeschadet weiterwachsen. Versuche mit Tabakpflanzen, die in Gewächshäusern vier Wochen kein Wasser erhielten, seien erfolgreich gewesen, erklärten die Wissenschaftler voller Stolz.

Eingestellt
Wer sehen möchte, wie sich Israel in den vergangenen 40 Jahren verändert hat, muss keine alten Karten mehr wälzen. Vergleichende Satellitenbilder von 1970 und 2013 sind jetzt von der amerikanischen Universität von Arkansas ins Internet gestellt worden (Corona Atlas of the Middle East). Die Aufnahmen aus den 70er-Jahren waren Teil eines Militärprogramms mit Namen Corona. 13 Stätten können so verglichen werden, darunter das Tote Meer, die Hafenanlagen von Haifa, der Flughafen Ben Gurion und der Kinneret. Besonders bei dem berühmtesten Salzsee der Welt sind dramatische Veränderungen zu sehen. Ein Teil des Toten Meeres ist in den 40 Jahren durch Austrocknung komplett verschwunden.

Eingesetzt
Ovadia Yosef, spirituelles Oberhaupt der orthodoxen Schas-Partei und ehemaliger sefardischer Oberrabbiner, hat sich einen Herzschrittmacher einsetzen lassen. Yosef, der in dieser Woche seinen 93. Geburtstag begeht, war am Wochenende zum zweiten Mal innerhalb eines Monats ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die behandelnden Ärzte im Jerusalemer Hadassah-Hospital sagten, sein Zustand sei stabil. Dennoch muss er bis auf Weiteres auf der Intensivstation verbleiben. Yosefs Sohn Yitzhak ist seit Juli der neue sefardische Oberrabbiner.

Terror

Held von Flug FZ1073: Jetzt spricht erstmals der Flydubai-Pilot

Der bei dem Messerangriff in einer Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv verletzte Flugkapitän äußert sich zu den Vorgängen im Cockpit. Er berichtet auch, was ihm Mut gegeben hat

 02.10.2026

Nahost

Flydubai-Drama: Auch VAE-Vertreter spricht von Terror

Aus Israel kam schon früh die Einschätzung, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlagsversuch handelte. Nun äußert sich ein emiratischer Regierungsvertreter ähnlich

 02.10.2026

Kibbuz Nahal Oz

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff entsteht die Kollektivsiedlung neu

Der 7. Oktober 2023 hat eine tiefe Wunde in die israelischen Gemeinden entlang des Gazastreifens gerissen. Mittlerweile ist der Wiederaufbau in vollem Gange – mit gemischten Gefühlen

von Andrea Krogmann  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Tel Aviv

Nach Geiselhaft: »Das Leben wird nie wieder dasselbe sein«

Am 07. Oktober 2023 überfielen Terroristen aus dem Gazastreifen Grenzorte in Israel. Sie ermordeten und entführten viele Menschen, darunter auch Deutsche. Wie geht es den ehemaligen Geiseln heute?

von Cindy Riechau  02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Tel Aviv

»Es ist viel sicherer, mit einer israelischen Airline zu fliegen«

Der Sicherheitsexperte Eyal Tsir Cohen über den Anschlag auf den »Fly Dubai«-Flug, die aktuelle Terrorbedrohung im Luftverkehr und die Effizienz israelischer Maßnahmen

von Detlef David Kauschke  02.10.2026

Tel Aviv

Co-Pilot aus Oman trotz Einreiseverbot mehrfach nach Israel geflogen

Warum wurden Sicherheitsregeln nicht umgesetzt?

 02.10.2026