Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Gefiederter Mossadagent? Foto: Thinkstock

Ableben
Die Witwe des legendären Jerusalemer Bürgermeisters Teddy Kollek, Tamar Kollek, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Das Paar war bis zu Teddys Tod 2007 sieben Jahrzehnte lang verheiratet. Tamar, eine gebürtige Wienerin, war mit ihrer Familie 1937 ins damalige Palästina immigriert. Zeitlebens hatte sie sich für die Rechte von Behinderten in Israel starkgemacht. Gemeinsam mit ihrem Ehemann gehörte sie auch zu den Gründern des Kibbuz Ein Gev an den Ufern des Kinneret. Sie wurde neben ihrem Mann auf dem Herzlberg beigesetzt. Tamar und Teddy hinterlassen zwei Kinder und fünf Enkelkinder.

Abdanken
Er wollte mit fliegenden Fahnen zurückkehren. Jacob Frenkel, der von 1991 bis 2000 schon einmal der Bank of Israel vorstand, war im Juni als Nachfolger von Stanley Fischer in dieser verantwortungsvollen Position nominiert worden. In seiner früheren Amtszeit hatte Frenkel unter anderem die Inflation gesenkt und die Finanzmärkte liberalisiert. Doch bevor das Kabinett seiner Ernennung zustimmen konnte, stolperte Frenkel über einen Vorfall aus dem Jahr 2006. Laut einem Bericht der Haaretz soll er damals in einem Duty-Free-Shop am Flughafen von Hong Kong eine Flasche Parfum stibitzt haben. Zwar betont der 70-Jährige, es habe sich dabei um ein »Missverständnis« gehandelt, trat aber dennoch von seiner Kandidatur zurück. Stanley Fischer beendete seine Amtszeit am 30. Juni, seine Geschäfte werden vorerst kommissarisch von Fischers Stellvertreter Karnit Flug weitergeführt.

Abfliegen
Doch kein fliegender Spion: Die Türkei hat einen Turmfalken, der wegen des Verdachts festgesetzt worden war, ein israelischer Geheimdienstmitarbeiter zu sein, wieder freigelassen. Der Vogel hatte einen Fußring mit der Aufschrift »24311 Telavivunia Israel« getragen und damit die Aufmerksamkeit von Bewohnern eines Dorfes im Osten des Landes erregt. Sie fingen den Vogel und übergaben ihn den Behörden. Die untersuchten ihn gründlich mit Röntgenstrahlen und trugen ihn als »israelischen Spion« in ihre Akten ein. Eine Weile später jedoch befanden die Türken, dass es sich wohl nur um ein Tier handelte, das zu Forschungszwecken beringt worden war, und entließen es in die Freiheit.

Abschrecken
Sie dachten, es wäre real. Dutzende von Passagieren des Flughafens in Haifa erlitten in der Nacht zum Sonntag den Schreck ihres Lebens, als plötzlich laute Rufe durch das Terminal hallten: »Schüsse, Schüsse! Sie schießen auf uns.« Auch Explosionen seien zu hören gewesen, berichtete ein Mann dem Fernsehkanal 2. Fluggäste, die auf ihre Maschine nach Eilat warteten, warfen sich auf den Boden und fürchteten, mitten in einem Terroranschlag geraten zu sein. Ganze 20 Minuten hielt die schauerliche Situation an. Bis durch die Lautsprecher verkündet wurde, dass »die Übung vorüber« sei. Die Flughafenbehörde entschuldigte sich am Sonntag und gab zu, sie hätte es deutlicher machen müssen, dass es sich lediglich um einen Probealarm gehandelt habe.

Absichern
Ist die Hightech-Industrie doch nicht der Traum eines jeden Israeli? Einer Studie des Meinungsforschungsunternehmens BDI-Co Face zufolge wünschen sich junge Berufstätige eher einen sicheren Job als einen in der Start-up-Branche. Zwar ist die Aussicht auf ein höheres Gehalt in neu gegründeten IT-Firmen größer, doch offenbar lockt die Sicherheit mehr. »Es gibt klare Favoriten, und das sind die großen Firmen der Branche mit sicheren Anstellungen«, heißt es in der Studie.

Abkaufen
Pitabrot gehört in Israel auf jeden Tisch. Nun bald auch in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Spanien und den USA – dank einer Pitabäckerei aus der israelisch-arabischen Stadt Baka-Al-Garbieh. Das Unternehmen »Omar al-Saba« besteht bereits seit 1985, wirklicher Erfolg stellte sich allerdings erst vor zwölf Jahren ein, als die Bäckerei beschloss, den jüdischen Markt zu erobern. Seit zwei Jahren hängt sogar ein Kaschrut-Zertifikat an der Wand. Einer der Eigentümer, Izdihar Ghanem, spricht vom Wahrwerden eines Traums. Nach dem Aufbau einer eigenen Website verließ vor einigen Monaten eine erste Lieferung mit 28.000 gefrorenen Pitabroten den kleinen Ort in Richtung Schweiz. Einige Wochen später trafen Backwaren in Deutschland ein.

TV-Tipp

Doku zeigt das Leben arabischer Transpersonen in Israel

Eine Arte-Dokumentation porträtiert Transpersonen aus Gaza, die im Exil in Tel Aviv den Traum ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu verwirklichen versuchen

von Manfred Riepe  17.06.2026

Wonderwerk-Höhle

Forscher finden älteste Spuren gezielter Feuernutzung

Auch die israelische Wissenschaftlerin Liora Kolska Horwitz von der Hebräischen Universität Jerusalem ist an der bahnbrechenden Entdeckung beteiligt

 17.06.2026

Jerusalem

Likud verzichtet auf Wahlkampf mit Trump-Nähe als zentralem Thema

Parteistrategen meinen, dass Benjamin Netanjahus Verbindung zum amerikanischen Präsidenten dem Ministerpräsidenten keinen Vorteil verschaffen würde. Hintergrund ist der neue Iran-Deal

 17.06.2026

Tel Aviv

Israelischer Luftwaffenchef: Geplanter Großangriff auf Iran kurz vor Start gestoppt

Generalmajor Omer Tischler sagt, die Einsatzkräfte seien bereits vollständig für die Mission vorbereitet gewesen

 17.06.2026

Kommentar

Der Judenhass hat Platz genommen

Die neuen RIAS-Zahlen sind alarmierend. Und sie zeigen einmal mehr eindrücklich: Antisemitismus ist kein Minderheitenproblem und ganz sicher nicht nur ein Judenproblem. Er ist ein Demokratieproblem

von Nelly Eliasberg  17.06.2026

Dokumentation

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Wortlaut

Der saudische Sender »Al Arabiya English« hat das Memorandum of Understanding zwischen Teheran und Washington veröffentlicht

 17.06.2026

Westjordanland

Smotrich will Hebron-Abkommen kündigen – Außenministerium widerspricht

Seit 1997 regelt die Vereinbarung die Teilung der Stadt. Jetzt will der Finanzminister daran rütteln.

von Sara Lemel  16.06.2026

Nahostkonflikt

Donald Trump lobt sich selbst - und tadelt Israel

Beim G7-Gipfel im französischen Evian holte der US-Präsident erneut zu einem rhetorischen Rundumschlag aus. Anstelle von Benjamin Netanjahu lobte er Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa

 16.06.2026

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 16.06.2026