Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Khirbet Qeiyafa Foto: Flash 90

Geschossen
In einem Einkaufszentrum und Bürogebäude an der Jaffa Road in Jerusalem, in der Nähe des Mahane-Yehuda-Marktes, sind am Dienstagvormittag zwei Menschen erschossen worden. Nach Polizeiangaben hatte der mutmaßliche Todesschütze, ein 30-jähriger jüdischer Wachmann, in einem Rechtsanwaltsbüro im dritten Stockwerk des Gebäudes das Feuer eröffnet. Der Besitzer des Büros und seine Tochter starben. Der Täter wollte nach den Schüssen fliehen, wurde aber von einem ehemaligen Polizisten überwältigt. Sanitäter von Magen David Adom versuchten vergeblich, die Opfer wiederzubeleben. Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat versicherte, es handle sich nicht um einen Terroranschlag, sondern um einen »klassischen kriminellen Vorfall«. Der Polizei zufolge hatte es zwischen dem Schützen und dem Rechtsanwalt zuvor eine Auseinandersetzung um Geld gegeben.

Gewählt
Die Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem wurde vom Online-Portal TripAdvisor auf Platz 4 der 25 besten Museen der Welt gewählt. Außerdem erhielt Yad Vashem den Exzellenz-Preis der Tourismus-Website. TripAdvisor.de bewirbt die Gedenkstätte mit dem Zitat eines Besuchers: »Es ist nicht einfach, diesen Ort zu besuchen, aber mir fällt keiner ein, bei dem ein Besuch wichtiger wäre. Jeder sollte hierherkommen und sehen, wie nüchtern und normal die Gesichter des Bösen aussahen.«

Gewonnen
Nerds sind Gewinner. Bei der internationalen Physik-Olympiade in Dänemark räumten die israelischen Teilnehmer ordentlich ab. Die fünf Schüler nahmen eine Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille mit nach Hause. Der achttägige Wettbewerb fand in diesem Sommer zum 44. Mal statt. Schüler aus 83 Ländern waren vertreten; die Israelis belegten den 13. Platz und stiegen damit gegenüber dem Vorjahr um zwölf Ränge auf. Goldmedaillengewinner Dan Karliner aus dem Jugenddorf Hakfar Hayarok sagte: »Vor dem Wettbewerb habe ich eine Silbermedaille erwartet, entsprechend froh bin ich über die goldene. Der Test war sehr lang, aber nicht allzu schwer.« Die Teilnehmer mussten Fragen zu den Auswirkungen eines Asteroideneinschlags, zu einer neuen Methode der Wasserverdampfung und zur Klimaforschung beantworten. Außerdem untersuchten die Schüler im Labor die Leistung von Solarzellen. Bereits in der Woche zuvor hatten israelische Schüler bei der Informatik-Olympiade in Australien vier Medaillen gewonnen.

Gegraben
Archäologen haben bei Ausgrabungen in der Ruinenstätte Khirbet Qeiyafa bei Beit Schemesch, etwa 30 Kilometer südwestlich von Jerusalem, zwei Gebäude freigelegt, die möglicherweise zu einem Palast des biblischen Königs David gehörten. Eine Radiocarbonanalyse zur Altersbestimmung ergab, dass der Palast zwischen 1020 und 980 v.d.Z. existierte, bevor er niedergebrannt wurde. Grabungsleiter Jossi Garfinkel von der Hebräischen Universität Jerusalem und Saar Ganor von der Antikenbehörde sind sicher, dass es sich bei der Anlage um die biblische Stadt Schaaraim handelt und dass König David persönlich in dem Palast residiert hat. Skeptiker wie der Archäologe Israel Finkelstein verlangen jedoch eindeutigere Beweise für diese These. Finkelstein meint, die Festung könnte auch von den Philistern oder Kanaanitern gebaut worden sein.

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026

Ramallah

Fatah-Funktionär bietet Terror-Häftlingen Entscheiderrollen an

Tayseer Nasrallah spricht von einer »echten und ernsthaften Vertretung der palästinensischen Gefangenen«. Dabei handelt es sich auch um Täter, die wegen tödlicher Terroranschläge gegen Israelis verurteilt wurden

 14.04.2026

Jom Haschoa

Erinnerungen im Wohnzimmer

Am Holocaustgedenktag kommen in Israel Menschen bei »Sikaron Ba‘Salon« zusammen, um Überlebenden zuzuhören

von Sabine Brandes  14.04.2026

Automatisierter Handel

»Geistiger Schaden«: Bnei Brak will Verkaufsautomaten nachts schließen

Stadtrat Rabbiner Ze’ev Lipschitz, der die Änderung eingebracht hatte, spricht von ökologischen, körperlichen und vor allem »spirituellen« Schäden durch Automaten

 14.04.2026

Jerusalem

Israel begeht den Jom Haschoa im Zeichen des Krieges – Netanjahu kritisiert Europa

Der Kontinent leide an »tiefer moralischer Schwäche«, sagt der Ministerpräsident

 14.04.2026

Nahost

Darüber sprachen Merz und Netanjahu

Kurz vor direkten Gesprächen von israelischen und libanesischen Vertretern greifen zwei deutsche Regierungsmitglieder zum Telefonhörer. Wer mit wem spricht und wie Berlin auf die Gespräche blickt

 13.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Washington

Streben nach einem Friedensabkommen, Waffenruhe und Normalisierung: In Washington treffen sich Israel und Libanon zu direkten Gesprächen. Aber wie realistisch sind die Ziele?

 13.04.2026