Gaza/Israel

Armee ruft zu Räumung des Al-Schifa-Krankenhauses auf

Die Al Schifa-Klinik am 10. November Foto: copyright (c) Flash90 2023

Vor dem Hintergrund anhaltender Kämpfe im Al-Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza hat die israelische Armee die Menschen in dem Gebäude sowie in den umliegenden Vierteln zum Verlassen der Konfliktzone aufgerufen.

»Um Ihre Sicherheit zu gewährleisten, müssen Sie das Gebiet sofort nach Westen und dann (…) zum humanitären Bereich in Al-Mawasi (an der Gaza-Küste) evakuieren«, schrieb ein israelischer Militärsprecher am Montagvormittag auf der Plattform X, vormals Twitter.

Der Aufruf richtete sich an alle Personen im Stadtteil Rimal sowie im Al-Schifa-Krankenhaus und seiner Umgebung. Augenzeugen zufolge wurden über dem Gebiet auch Flugblätter mit diesem Aufruf abgeworfen.

Neu gruppierte Terroristen

Kampfeinheiten der israelischen Streitkräfte waren in der Nacht zum Montag in das größte Krankenhaus des Gazastreifens eingerückt. Ein Armeesprecher hatte das damit begründet, dass sich die Terrororganisation Hamas neu gruppiert und im Spitalskomplex verschanzt habe.

Nachrichtendienstliche Informationen deuteten darauf hin, dass die Klinik von ranghohen Mitgliedern der Hamas zur Durchführung terroristischer Aktivitäten genutzt werde.

Ursprünglich hatte die Armee erklärt, dass für die Patienten und das medizinische Personal keine Verpflichtung bestehe, das Krankenhaus verlassen zu müssen. Augenzeugen berichteten am Montagvormittag, dass die Kämpfe anhielten.

Patienten und Binnenflüchtlinge

Die israelische Armee habe bis dahin rund 80 Menschen festgenommen, unter ihnen medizinisches Personal. Nach diesen Angaben halten sich in dem Komplex 3000 Patienten und 10.000 Kriegsvertriebene auf.

Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium in Gaza nutzte die Kämpfe in der Klinik für mehr Terror-Propaganda. Es hieß dort, das militärische Vorgehen Israels ziele »auf die Zerstörung des Gesundheitswesens im Gazastreifen« ab. Die Terrorgruppe, die den Krieg mit ihren Massakern begann und mehr Attacken im selben Stil ankündigte, warf Israel auch in Zusammenhang mit dem Einsatz im Krankenhaus ein »Verbrechen« vor.

Das israelische Militär war bereits Mitte November in das Schifa-Krankenhaus eingedrungen. Dort fand die Armee einen Tunnelkomplex der Hamas und Videoaufnahmen, die belegen, dass Geiseln der Terroristen aus Israel im Oktober in die Klinik gebracht wurden. dpa/ja

Umfrage

Umfrage: Netanjahu-Lager holt auf, beide Blöcke bei 53 Mandaten

Noch vor einer Woche hatte dieselbe Umfrage ein deutlich anderes Bild ergeben. Damals lag die Opposition mit 57 Sitzen vorn

 03.09.2026

Jerusalem

Katz: Israel ist bereit, Ausreise aus Gaza »auf jedem möglichen Weg« zu ermöglichen

»Es gibt letztlich keine wirkliche Lösung für Gaza ohne diese Auswanderung«, sagt der israelische Verteidigungsminister

 03.09.2026

Tel Aviv

Nur jeder sechste Israeli fährt mit Bus oder Bahn zur Arbeit, andauernde Staus als Folge

Trotz Milliardeninvestitionen in den öffentlichen Nahverkehr wird dieser weniger genutzt als erhofft

 03.09.2026

Eklat

Yair Golan und Sara Netanjahu drohen einander mit Klage

Der Streit droht, vor Gericht zu landen. Der Parteivorsitzende der Demokraten weist die »Verräter«-Vorwürfe als haltlos zurück

von Sabine Brandes  02.09.2026

Wahlen

Paukenschlag

Zum ersten Mal steht ein jüdischer Politiker auf einer arabischen Liste: Der hochrangige Ex-Polizist Yoav Segalovitz kandidiert für die Partei Ra’am

von Sabine Brandes  02.09.2026

Jerusalem

Netanjahu sagt, Sicherheitschefs hätten ihn am 7. Oktober absichtlich nicht geweckt

Neu ist vor allem die Behauptung, die Sicherheitsführung habe ihn nicht lediglich aus einer Fehleinschätzung heraus nicht informiert, sondern sich bewusst dagegen entschieden

 02.09.2026

Militär

Der »Drache« ist unterwegs

Nach Jahren deutsch-israelischer Planung und Bauzeit hat das dritte U-Boot der Dolphin-Klasse die Kieler Werft verlassen und Kurs auf Israel genommen

von Sabine Brandes  02.09.2026

Nachrichten

Schule, Gewalt, Wasser

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  02.09.2026

Jerusalem

Netanjahu vor UN-Auftritt: Israel stellt sich auf Proteste und Boykotte ein

Auch mit einer Demonstration gegen den Ministerpräsidenten, zu der New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani aufrief, muss die israelische Delegation rechnen

 02.09.2026