Nachrichten

Armee, Öl, Alija

IDF: mehr Frauen in Führungspositionen Foto: Flash 90

Posten
Frauen sollen verstärkt Führungsposten in der israelischen Armee einnehmen. Stabschef Aviv Kochavi erklärte am Wochenbeginn, er wolle einen Plan voranbringen, der die Zahl von Offizierinnen in den nächsten fünf Jahren um 50 Prozent erhöhen soll. In den vergangenen Jahren war die Zahl von Beförderungen bei Frauen im Militär dramatisch zurückgegangen. In den zwei Jahren, in denen Kochavi an der Spitze der IDF steht, ist keine einzige Frau zur Generalmajorin ernannt worden und lediglich eine zur Brigadegeneralin. Von den 200 Offizieren, die er zu Obersten ernannte, waren lediglich 19 weiblich. Kochavi verkündete den Plan am Internationalen Frauentag im Hauptquartier der Armee in Tel Aviv.

Gericht
Die israelische Frau, die kürzlich die Grenze nach Syrien überquert hat, steht in Nazareth vor Gericht. Unter anderem wird ihr vorgeworfen, »das Land illegal verlassen zu haben«. Bei der 25-Jährigen soll es sich um eine Frau aus Modiin Illit handeln, die ihre charedische Gemeinschaft verlassen hat. Noch ist unklar, warum sie nach Syrien wollte. Laut israelischen Medien soll sie in der Vergangenheit unter psychischen Problemen gelitten haben. Nach eigenen Angaben suchte sie »Abenteuer«. Die Frau wurde in einem Deal freigelassen, den Moskau vermittelt hatte. Angeblich habe Israel als »Lösegeld« russische Vakzine im Wert von 1,2 Millionen US-Dollar kaufen müssen. Die Impfstoffe sollen für Syrien bestimmt sein.

Öl
Nach der Ölkatastrophe, die vor einigen Wochen die gesamte israelische Küste verschmutzt hat, seien jetzt 17 Strände wieder sicher und für die Öffentlichkeit geöffnet. Umwelt-, Gesundheits- und Innenministerium erklärten, dass die Säuberungsaktionen dort beendet seien. Allerdings warnten sie, dass noch immer Teer angeschwemmt werden könne. Die israelische Natur- und Parkbehörde nannte es das »größte Umweltdesaster in der Geschichte«. Das israelische Umweltministerium hatte die »Emerald« als das Schiff identifiziert, das für das Ablassen von Öl verantwortlich gemacht wurde. Der libysche Tanker, der unter der Flagge von Panama fährt, soll angeblich Öl aus dem Iran nach Syrien geschmuggelt haben. Noch ist nicht geklärt, ob es sich bei dem Vorfall um einen Unfall oder bewusstes Ablassen handelte.

Alija
Kenny Rozenberg hat Alija gemacht. Sein Sohn Eli war vor rund einem halben Jahr Kontrollaktionär der Fluggesellschaft EL AL geworden. Vater Kenny hatte den Deal in Höhe von 160 Millionen US-Dollar finanziert. Der Senior landete in einer EL-AL-Maschine auf dem Ben-Gurion-Flughafen und wurde sofort mit einem israelischen Pass begrüßt. Das Unternehmen Kanfei Nesharim der Rozenbergs hatte den Betrag in zwei öffentlichen Runden an der Tel Aviver Börse TASE investiert und war damit zum Hauptaktionär geworden. Vater Kenny war damals nicht in der Lage gewesen, die Aktien zu erstehen, da er kein israelischer Staatsbürger war. Das hat sich nun geändert. Rozenberg war mit einer Entourage aus den USA angekommen, darunter hochrangige Mitarbeiter seines US-Unternehmens. Dort betreibt er unter anderem Altenwohnheime und Rehabilitationszentren. Rozenberg hatte eine Genehmigung vom Ausnahmekomitee erhalten, nach Israel zu fliegen.

Kabel
Israel, Zypern und Griechenland haben eine Erklärung unterzeichnet, dass sie das längste Unterwasserkabel der Welt verlegen wollen. Damit sollen die Stromnetze der drei Länder miteinander verbunden werden. Der »EuroAsia Interconnector« ist in Nicosia vom israelischen Energieminister Yuval Steinitz sowie seinen zypriotischen und griechischen Kollegen Natasa Pilides und Kostas Skrekas unterzeichnet worden. Das 2000-Megawatt-Kabel soll auf einer Länge von 1200 Kilometern verlaufen. In einer Gemeinschaftserklärung hieß es: »Wir haben uns darauf verständigt, unsere Zusammenarbeit voranzubringen und das Projekt umzusetzen.« Es sei ein großer Schritt in die Richtung, erneuerbare Energien zu integrieren.

Untersuchung
Der israelische Pharmahersteller Teva wird von der EU-Behörde zur Bekämpfung von Kartellen untersucht. Dabei geht es darum, ob Teva Wettbewerber illegal daran hinderte, Zugang zu dem Medikament »Copaxone« zu erhalten. Dies breche Kartellregulationen in der EU und könnte zu hohen Strafen führen. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, dass es seine Marktexklusivität künstlich ausgeweitet habe, indem es strategisch Patente eingereicht und zurückgezogen habe, nachdem im Jahr 2015 das grundlegende Patent für das Medikament ausgelaufen war.

Sport

Teamgeist und Trikottausch

Nach der kriegsbedingten Verschiebung wird die 22. Makkabiade in Jerusalem zum Fest jüdischen Zusammenhalts. Mehr als 8000 Sportler aus aller Welt gehen in Israel an den Start

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nachrichten

Pillen, Wahlen, Gaza

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss von Schiffen: USA greifen Ziele im Iran an und verschärfen Sanktionen

Die Luftschläge richten sich auch gegen die iranischen Revolutionsgarden

 08.07.2026 Aktualisiert

Sicherheit

Der NATO-Gipfel darf nicht zum Kniefall vor dem national-islamistischen Autokraten Erdoğan werden

Ein Kommentar von Ali Ertan Toprak

von Ali Ertan Toprak  08.07.2026

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der umstrittene Podcaster Ben Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Beitrag für Yad Vashem

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Die Bundesrepublik will sich künftig verstärkt an der Finanzierung beteiligen

 07.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026

Humantitäre Hilfe

IDF arbeitet mit an Venezuelas Wiederaufbau

Nach den verheerenden Erdbeben entwickelt eine IDF-Delegation mit der Übergangsregierung einen Plan für die zerstörten Regionen. Oberrabbiner Cohen hofft, dass die humanitäre Operation ein erster Schritt zur Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Caracas und Jerusalem sein könnten

von Sabine Brandes  07.07.2026

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Unterstützung für Yad Vashem

Außenminister Wadephul und sein israelischer Amtskollege Sa’ar haben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Ausbau der Förderung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte angekündigt. In den Fragen zu Iran und Libanon herrschte Einigkeit, beim Westjordanland nicht

von Sabine Brandes  07.07.2026