Archäologie

Antiker Siegelabdruck in Jerusalem gefunden

Foto: imago/imagebroker

In Jerusalem ist ein winziger Siegelabdruck aus dem siebten Jahrhundert v.d.Z. gefunden worden. Eine israelische Zivildienstleistende fand das einen Zentimeter große Tonstück mit der Inschrift »Adonijahu, der Verwalter« beim Durchsieben von archäologischem Schutt von Grabungen an der Klagemauer, wie israelische Medien am Montag berichteten.

Nach Angaben von Eli Schukron, Archäologe der Israelischen Antikenbehörde, handelt es sich um eine seltene Inschrift »größter Bedeutung«. Die Position »königlicher Verwalter« komme mehrfach in der Bibel vor und beschreibe den ranghöchsten Minister am königlichen Hof. Das Tonsiegel wurde demnach in der Zeit des Ersten Tempels dazu benutzt, um wichtige Dokumente zu versiegeln.

inschrift Die Adonijahu-Inschrift könnte laut Bericht in Zusammenhang stehen mit einem 1870 von dem französischen Archäologen Charles Clermont-Ganneau ausgegrabenen Höhlengrab aus dem 7. Jahrhundert, das ebenfalls die Inschrift »königlicher Verwalter« trägt. Die heute im Britischen Museum ausgestellte beschädigte Inschrift des Grabes zeigt Teile eines Namens, der auf denselben hebräischen Buchstaben endet, wie das jetzt gefundene Siegel.

Ob es sich bei dem Grab um die letzte Ruhestätte des Adonijahu handele, sei unklar, so Schukron. Gleichzeitig spreche man aber über dieselbe Zeit und dieselbe geografische Gegend.

In der Bibel kommen mehrere Personen namens Adonijahu vor, darunter ein Sohn König Davids. Eine Nennung Adonijahus aus dem 7. Jahrhundert findet sich in den biblischen Texten jedoch nicht.  kna

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