Israel

Abtrünnige Meretz-Abgeordnete zurück in Koalition

Die Knesset-Abgeordnete Ghaida Rinawie Zoabi Foto: Flash 90

Die Regierung in Jerusalem hat vorerst eine neue Krise abgewendet. Am Sonntag gab die Abgeordnete Ghaida Rinawie Zoabi von der Linkspartei Meretz bekannt, dass sie ihre Entscheidung, die Koalition zu verlassen,  zurücknimmt.

UNMUT Doch wie wackelig die Koalition aus acht Parteien unter Premierminister Naftali Bennett tatsächlich ist, zeigte sich nur Stunden später, als ein Mitglied von Bennetts Rechtspartei Jamina, Nir Orbach, seinen Unmut äußerte.

Zoabis Ankündigung Ende der vergangenen Woche hatte den Anteil der Koalitionssitze von 59 wieder auf 60 Abgeordnete in der 120 Sitze zählenden Knesset erhöht. Damit schien die unmittelbare Gefahr einer Auflösung der Knesset und der Einberufung vorgezogener Wahlen beseitigt.

»Die Alternative zu dieser Regierung wird Ben-Gvir als Polizeiminister sein.«

meretz-Abgeordnete zoabi

Zoabis Entscheidung fiel nach einem Treffen in Jerusalem mit Außenminister Yair Lapid und mehreren Kabinettsministern sowie Bürgermeistern, um ihre Bedingungen für die Rückkehr in die Regierung zu erörtern. »Da es meine Mission ist, den lokalen Behörden zu dienen und Errungenschaften zu erzielen, um den Bedürfnissen der arabischen Gemeinschaft gerecht zu werden, werde ich die Koalition unterstützen«, sagte sie.

Sie habe erkannt, dass »die Alternative zu dieser Regierung Ben-Gvir als Polizeiminister sein wird, und ich möchte diese Alternative verhindern«. Itamar Ben-Gvir ist der Vorsitzende der rechtsextremen Partei Otzma Jehudit. Lapid begrüßte Zoabis Rückkehr in die Koalition und bedankte sich für den »offenen Dialog«. Man habe die Meinungsverschiedenheit hinter sich gelassen und kehre jetzt zur Regierungsarbeit zurück.

VERSPRECHEN Angeblich habe Zoabi keine direkten Anforderungen gestellt und stattdessen ihrer Frustration Ausdruck darüber verliehen, dass die Regierung ihre Versprechen gegenüber der arabischen Gemeinschaft nicht einhalte. Es wird berichtet, dass nun Finanzhilfen, die bereits für arabische Städte vorgesehen waren, freigeben werden.

Orbach erklärte im Anschluss, »er sei kurz davor, die Koalition zu verlassen«. Berichten zufolge habe er gesagt, dass »diese Regierung zunehmend vor den Arabern kapituliert. Wenn das nicht aufhört, bin ich schneller draußen, als sie vielleicht denken.«

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der sich ab dem 1. Mai als Global Reporter weiter auf seine Podcast-Formate konzentriert

 17.04.2026

Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Es kommt weniger darauf an, was man über sich preisgibt, als wie man es tut

 17.04.2026

Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Weniger als 40 Prozent sagen, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären

 17.04.2026

Studie aus Israel

KI treibt Arbeitslosigkeit bei Programmierern und Verkäufern nach oben

Bei Programmierern gehen zwischen 12 und 20 Prozent des jüngsten Anstiegs der Erwerbslosigkeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zurück

 17.04.2026

Bildung im Krieg

Israel lockert Abiturprüfungen wegen Kriegslage – Sonderregeln für den Norden

Die Maßnahmen schließen eine »flexiblere Berechnung« von schulischen Leistungen mit ein

 17.04.2026

Nahost

Details zur Waffenruhe zwischen Israel und Libanon veröffentlicht

Ein Sechs-Punkte-Plan soll zunächst zehn Tage lang für Ruhe sorgen. Die Einzelheiten

von Imanuel Marcus  17.04.2026

Nahost

Trump verkündet zehntätige Waffenruhe im Libanon

Zuvor habe es Gespräche mit Israels Premier Netanjahu und Libanons Präsidenten Aoun gegeben

 16.04.2026 Aktualisiert

Hintergrund

Hickhack um Friedensgespräche - und eine zehntägige Feuerpause

Nachdem Präsident Trump direkte Verhandlungen erzwingen wollte, setzte er sich schließlich mit einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah durch

von Sabine Brandes  16.04.2026