Glossar

Tanach

Tanach ist die Heilige Schrift des Judentums. Er besteht aus den drei Hauptteilen Tora (»Weisung«), Nevi’im (»Propheten«) und Ketuvim (»Schriften«), deren Anordnung ihrem Alter und theologischem Rang weitgehend entspricht. Die Tora enthält Gottes bleibend gültige Erwählung der Israeliten und Offenbarung seiner Rechtsordnung, auf die die Schöpfung der Welt von Anfang an zielt. Darum ist dieser erste zugleich der theologisch wichtigste Hauptteil des Tanach, auf den die beiden später entstandenen Teile bezogen bleiben. Ihre Rangfolge spiegelt nach orthodoxem Glauben einen abnehmenden Grad an Inspiration. Die Tora beruht demnach auf direkter Zwiesprache Moses mit Gott, die Nevi’im beruhen auf gottgesandtem Wortempfang und die Ketuvim auf indirekter Beeinflussung durch den Heiligen Geist. Der Tanach entstand als Sammlung verschiedenster, religiöser und profaner jüdischer Schriften in einem komplexen Prozess von circa 1200 Jahren innerhalb der wechselvollen Geschichte Israels. Er wurde um das Jahr 100 nach der Zeitrechnung in 22 beziehungsweise 24 Bücher eingeteilt und kanonisiert. In ihm wird die Geschichte der Schöpfung und des Volkes Israel über einen Zeitraum von etwa 1300 Jahren erzählt.