Katzav

Wenn nicht, dann ...

Eine ehemalige Sekretärin des israelischen Präsidenten Mosche Katzav wirft dem Staatsoberhaupt sexuelle Belästigung vor. Die Frau erwägt nach Pressemeldungen eine Strafanzeige und hat eine Rechtsanwältin mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt. Den Berichten zufolge soll die Ex-Mitarbeiterin, die ihren Posten im Vorjahr verließ, eine Affäre mit Katzav gehabt haben. Die Anschuldigungen weist Katzav zurück. Er habe niemals Beziehungen zu einer Mitarbeiterin unterhalten, die über das rein Berufliche hinausgegangen seien, beteuerte das Staatsoberhaupt am Montag. Kommentatoren fragen zudem, wie regelmäßige »Schäferstündchen« in der Präsidentenresidenz möglich gewesen sein sollen, in der auch Katzavs Gattin Gila wohnt und ihr Büro hat.
Katzav seinerseits wirft der ehemaligen Sekräterin Erpressung vor und hat den Rechtsberater der Regierung, Meni Masus, entsprechend unterrichtet. Medienberichten zufolge hat die Frau in der vergangenen Woche bei einem Besuch im Präsidialamt von Katzav eine halbe Million Dollar verlangt. Andererseits werde sie aufdecken, wie der Präsident Geld für die Gewährung von Amnestien kassiert habe. Das Gespräch soll vom Sicherheitspersonal aufgezeichnet worden sein. Den Erpressungsversuch streitet die Sekretärin ab. Wie sie über Vertraute verlauten ließ, habe sie den Ex-Chef lediglich um Hilfe bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz gebeten.
Nun muß Rechtsberater Masus, der auch das Amt des Generalstaatsanwalts ausübt, entscheiden, ob er Ermittlungen gegen die Ex-Sekretärin von Katzav einleitet. Die öffentliche Meinung hält sich derzeit auffällig mit Schuldzuweisungen an den Präsidenten zurück. wst

Glosse

Der Rest der Welt

Immer lustig, manchmal seltsam: Mischpoche kann man sich nicht aussuchen

von Margalit Edelstein  08.02.2023

Antisemitismus

documenta Thema im Kulturausschuss des Bundestages

Für das Gespräch ist der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, Daniel Botmann, eingeladen

 08.02.2023

Bundestag

Drei Generationen

Jüdinnen und Juden sprechen darüber, was es bedeutet, in Deutschland zu leben

von Ralf Balke  07.02.2023

UNESCO-Welterbe

Bundespräsident besucht jüdische SchUM-Stätten am Rhein

Frank-Walter Steinmeier wird in Speyer, Worms und Mainz erwartet

 01.02.2023

Musik

Wird Lahav Shani neuer Chefdirigent der Münchner Philharmoniker?

Am Mittwoch informiert Oberbürgermeister Reiter über die Leitung

 31.01.2023

Berlin

Interreligiöses Gespräch

Douglas Emhoff und Deborah Lipstadt haben sich im Leo-Baeck-Haus mit Vertretern von Judentum, Christentum und Islam getroffen

von Katrin Richter  02.02.2023 Aktualisiert

Rock

50 Jahre Kiss

Das Make-up war noch spärlich. Feuerwerk gab es nicht. Und vor der Bühne standen nur wenige Leute. Den ersten Auftritt der US-Rockband Kiss hat kaum jemand mitbekommen. Doch es war der Startschuss für eine Weltkarriere. Im Sommer sind Kiss wieder in Deutschland

von Philip Dethlefs  30.01.2023

Interview

Ron Prosor: Linker Antisemitismus wird »salonfähig«

Der neue israelische Botschafter warnt vor Judenhass aus dem linken Spektrum

 27.01.2023

Einspruch

Ein würdeloser Fonds

Igor Matviyets ärgert sich über den beschämenden Umgang von Bund und Ländern mit jüdischen Zuwanderern

von Igor Matviyets  26.01.2023