Katzav

Wenn nicht, dann ...

Eine ehemalige Sekretärin des israelischen Präsidenten Mosche Katzav wirft dem Staatsoberhaupt sexuelle Belästigung vor. Die Frau erwägt nach Pressemeldungen eine Strafanzeige und hat eine Rechtsanwältin mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt. Den Berichten zufolge soll die Ex‐Mitarbeiterin, die ihren Posten im Vorjahr verließ, eine Affäre mit Katzav gehabt haben. Die Anschuldigungen weist Katzav zurück. Er habe niemals Beziehungen zu einer Mitarbeiterin unterhalten, die über das rein Berufliche hinausgegangen seien, beteuerte das Staatsoberhaupt am Montag. Kommentatoren fragen zudem, wie regelmäßige „Schäferstündchen“ in der Präsidentenresidenz möglich gewesen sein sollen, in der auch Katzavs Gattin Gila wohnt und ihr Büro hat.
Katzav seinerseits wirft der ehemaligen Sekräterin Erpressung vor und hat den Rechtsberater der Regierung, Meni Masus, entsprechend unterrichtet. Medienberichten zufolge hat die Frau in der vergangenen Woche bei einem Besuch im Präsidialamt von Katzav eine halbe Million Dollar verlangt. Andererseits werde sie aufdecken, wie der Präsident Geld für die Gewährung von Amnestien kassiert habe. Das Gespräch soll vom Sicherheitspersonal aufgezeichnet worden sein. Den Erpressungsversuch streitet die Sekretärin ab. Wie sie über Vertraute verlauten ließ, habe sie den Ex‐Chef lediglich um Hilfe bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz gebeten.
Nun muß Rechtsberater Masus, der auch das Amt des Generalstaatsanwalts ausübt, entscheiden, ob er Ermittlungen gegen die Ex‐Sekretärin von Katzav einleitet. Die öffentliche Meinung hält sich derzeit auffällig mit Schuldzuweisungen an den Präsidenten zurück. wst

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