„Lo-Minor“

Theater mit den Nachbarn

von Marina Maisel

Quer über den Jakobsplatz verbindet ein szenischer Dialog die Nachbarn. Die Theatergruppe „Lo‐Minor“ der Israelitischen Kultusgemeinde München und Schülerinnen der Kollegstufe des Theresia‐Gerhardinger‐Gymnasiums am Anger haben zwei Abende lang als gute Nachbarn zusammen auf zwei Bühnen Theater gespielt. Zuerst im Robert‐Wagner‐Jugendzentrum im Gemeindezentrum der IKG und dann in einem Saal des Gymnasiums.
Zustande gekommen ist dieses außergewöhnliche Projekt im Rahmen des 16. Internationalen Figurentheaterfestivals und brachte im Festivalmotto „Gegen Über Neben An“ einen ganz eigenen und besonderen Aspekt zum Vorschein. Anastasija Komerloh, die Leiterin der Theatergruppe „Lo‐Minor“, erzählt: „Unser Dank geht an Jörg Baesecke, den Präsidenten der Münchner Gesellschaft zur Förderung des Puppenspiels, der mit der Idee zu uns kam, einen künstlerischen Dialog mit unseren Nachbarn zu beginnen“.
Sie hat diese Gelegenheit gern angenommen und sie mit Leben erfüllt. Schon die Zusammenstellung des Programms und später die gemeinsamen Proben haben die Jugendlichen von „Lo‐Minor“ und des Theresia‐Gerhardinger‐Gymnasium näher zueinandergebracht. Entstanden ist dabei ein reizvolles Programm, das unter dem Titel „KleinKunst und Vielklang“ zweimal zu sehen war. Unter den siebzehn Nummern mit Tanz und Akrobatik, Schauspiel und Musik verdienen drei Szenen ganz besondere Aufmerksamkeit. „Algorithmus“ und „Gemeinsamer Algorithmus“ veranschaulicht auf sehr humorvolle Weise die Begegnung und das Zusammenkommen der Nachbarn. Und die berühmte „Fuge aus der Geografie“ von Ernst Toch zeigte auf beeindruckende Weise, zu welchen Leistungen diese junge Gruppe fähig ist.
Die 13 Akteure von „Lo‐Minor“ und die 35 Mädchen aus dem Gymnasium zeigten abwechselnd teils tänzerische, teils musikalische oder szenische Nummern und fanden sich zur Eröffnung des Abends und zweimal nach der Pause zu gemeinsamen Darbietungen zusammen. Unter den 17 Nummern mit Tanz und Akrobatik, Schauspiel und Musik verdienen die drei Szenen ganz besondere Aufmerksamkeit, in denen beide Gruppen gemeinsam auftraten. Sie fanden in dem fulminanten vierstimmigen Sprechgesang zu einer großen gemeinsamen Kraft, was das Publikum mit begeistertem Beifall honorierte. Zwei Tage, zwei Auftritte. Einmal zu Hause und einmal bei den Nachbarn. Was hat es gebracht? Aus Nachbarn wurden gute Bekannte und sogar Freunde. Weit über 400 begeisterte Gäste an beiden Abenden. Und viele neue Pläne.
Bei der Abschlussparty, die zu solch einem Projekt einfach dazugehört, beschlossen die Jugendlichen, einmal pro Jahr einen gemeinsamen Auftritt zu organisieren. Die Pädagogen hier wie dort –Schwester Annemarie Bernhard und Stefan Flierl vom Gymnasium und Anastasija Komerloh von „Lo‐Minor“ – haben nichts dagegen. Ganz im Gegenteil: Die nachbarschaftlichen Beziehungen werden vertieft und die Menschen nicht nur rings um den Jakobsplatz können sich auf ein gemeinsames und spannendes Bühnenprogramm im Jahr 2008 freuen.

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