Festival

Tanzen, singen, spielen

Im Foyer des Gemeindezentrums hängen Bilder, die von der jüdischen Geschichte erzählen. Ab kommender Woche können sie nun im Jugendzentrum besichtigt werden. Entstanden sind sie im Kunstatelier des Jugendzentrums unter Leitung der Kunstpädagogin Svetlana Durkova im Rahmen des alljährlichen Kunstwettbewerbs. Sie geben dem Besucher einen kleinen Vorgeschmack und ersten Eindruck von der anspruchsvollen Arbeit des Jugendzentrums der Münchner Gemeinde. Und sie sind ein angemessener Rahmen für das Sommerkonzert, das dieses Jahr im Hubert‐Burda‐Saal die Gemeinde zum Klingen bringt.

applaus Die Kinder‐ und Jugendmusikband »Klezmer« stimmt die Zuhörer mit dem israelischen Lied David Melech Israel ein. Drei Streicher geben zusammen mit ihrem Musiklehrer Lior Uleviche, der sie auf der Trompete unterstüzt, ihr Bestes – sehr zur Freude des Publikums. Besonders starken Applaus bekommt das von diesem Quartett vorgetragene Hava Nagila. »Klezmer« ist nur eines der vielen Angebote der Musikschule Zlilim (zu Deutsch: Noten) des IKG‐Jugendzentrums. Im Einzelunterricht lernen die Kinder hier unter Leitung von Musikpädagogen Geige und Klavier, Akkordeon und Gitarre, Klarinette und Saxofon, Trompete und Blockflöte spielen. Was sie hier im Laufe eines Jahres gelernt haben, das zeigen besonders eindrucksvoll die ganz jungen Musiker beim Sommerkonzert. Der 6‐jährige Mathis Rimmele spielt Stücke von Dmitrij Kabalewskij und Joseph Haydn und beweist damit nicht nur Können, sondern auch Mut. Denn sein Geigenlehrer Vladimir Gaba bleibt größtenteils hinter den Kulissen und lässt seinen Schüler ganz selbstständig auftreten.
Gesang Nach den jungen Instrumentalisten treten die Sänger auf die Bühne. Die Chöre Ziporim und Hasamir (hebräisch für Vögel und Lerche) sind in der Kultusgemeinde längst bekannt. Bei Festen und Feiern erklingen immer wieder die zwei dutzend hellen Kinderstimmen und zeigen ihr großes Repertoire in verschiedenen Sprachen. Luisa Pertsovska, die von Anfang an beide Chöre leitet, begleitet die jungen Sänger am Keyboard. Aufgeregt sind aber nicht nur die jungen Künstler. Auch für die Musikpädagogen Irina Novikova, Luisa Pertsovska, Vladimir Gaba und Lior Uleviche sind es immer besondere Erlebnisse, wenn ihre Schützlinge auf der Bühne in aller Öffentlichkeit zeigen, was sie in vielen Unterrichtsstunden fleißig einstudiert haben. Drei Moderatorinnen führen durch das Sommerkonzert. Elena Kotsirova und Tatjana Cherezova, Schauspielerinnen von Lo‐Minor, sowie die Leiterin der Theatergruppe, Anastasija Komerloh. Witzig und voller Humor mo‐ derieren sie die Darbietungen an und bringen damit nicht selten das Publikum zum Lachen. Lo‐Minor selbst darf auf der Bühne natürlich auch nicht fehlen. »Ein Date zu dritt« heißt der Sketch, mit dem die Theatergruppe in tollen Kostümen und wie immer bestens inszeniert ihr Publikum beeindruckt. Lo‐Minor‐Junior, die ganz Jungen der Theatergruppe, setzen Sepp Österreichers Gedicht »Die Fliege« in Szene mit der zierlichen Nathalie Schörken in der Titelrolle. Ein vergnüglicher Insektenschwarm, der das ganze Haus in Bewegung bringt.
Nicht nur Musikschule und Theatergruppen, auch das Show‐Ballett Genesis gehört zum Kulturangebot des Jugendzentrums. Ballettmeister Stanislav Kuharkov stellt ein neues Tanzprojekt vor und lädt Interessierte in zwei neu eröffnete Tanzgruppen ein. Zuerst geben die beide Tanzpädagogen Viktoria Slavina und Stanislav Kuharkov selbst eine Kostprobe ihres Könnens. Dann tritt das Show‐Ballett Genesis auf. Die Nummer »Israelische Armee« beeindruckte besonders. Eine Mischung aus Tanz, Musik und Worten, die man auch mit dem Wort Stomp bezeichnet.

aktiv Eine Überraschung erwartet das Publikum während des Konzerts. Der neue Jugendleiter Zvi Bebera, der aus der Schweiz nach Deutschland gekommen ist, stellt sich vor und lädt alle Kinder dazu ein, die zahlreichen Angebote der IKG zu nutzen und in der Gemeinde aktiv zu sein. Zuletzt ist die Gruppe vom Jugendzentrum Neshama auf der Bühne. Ilya Krasnov, der Rosh von Neshama, begleitet auf der Gitarre seine Neshumniks, die das Lied von Shiri Maimon, »Jeder ein Stern«, singen (Text Debby Lieber und Vivien Salzer) Gleich danach werden alle Kinder zum traditionellen und wöchentlichen Sonntagsprogramm des Jugendzentrums Neshama eingeladen, noch weiter in die Welt der Jü‐ dischkeit einzutauchen.

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