»Nu-Campaign«

Shirts mit Sinn

Heute schon die Welt verbessert? Wenn es nach David Kramer geht, zieht man sich einfach ein ultracooles Shirt über und schon geht’s los. Der junge Israeli ist Initiator der »Nu Campaign«, einem einzigartigen Projekt, das Botschaften, die mit dem Leben in Israel verbunden sind, auf
T‐Shirts druckt und weltweit vertreibt. Auf jedem Shirt prangt vorn ein anderes Logo. 50 Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf gehen an wohltätige Zwecke.
»Nu« ist Umgangssprache und hat viele Bedeutungen. Meist will damit gesagt werden, »Na los, komm, mach schon!« Das ist auch Kramers Motto. »Worauf noch warten?« fragt er, der sich selbst als jüdisch‐israelischen Aktivisten bezeichnet. »Lasst uns loslegen und Gutes für Israel tun.« Aus diesem Grund hat er die »Nu Campaign« ins Leben gerufen, die junge Leute überall auf dem Globus mit der menschlichen Seite des jüdischen Staates in Verbindung bringen soll. Vor drei Monaten ist die Kampagne mit einer eigenen Webseite online.

Geschichte Jedes T‐Shirt erzählt eine ganz persönliche Geschichte, die im Innern aufgedruckt ist. »Direkt am Herzen«, wie Kramer sagt, »da berührt sie, da soll sie mit Leidenschaft getragen werden.« Die Mode soll auch zum Diskutieren aufrufen. »Die Leute werden fragen, ›Hey, was bedeutet dein T‐Shirt?‹«. Wie das mit der Zahl 15 vorn drauf. So viele Sekunden dauert es, bis eine Kassamrakete aus dem Gasastreifen in der israelischen Kleinstadt Sderot einschlägt. Die Idee zu diesem Kleidungsstück ist von der 17‐jährigen Ella Abekasis inspiriert worden, die sich auf ihren kleinen Bruder warf, als eine Rakete neben den beiden einschlug. Sie starb an den Wunden, rettet ihrem Bruder aber das Leben. Das T‐Shirt feiert ihren Mut und erinnert gleichzeitig an den Wahnsinn, dessen wegen sie ihr junges Leben verlor.
Ein anderes T‐Shirt erzählt vom Hai und dem kleinen Fisch. Das ist die Geschichte, die der entführte Soldat Gilad Shalit schrieb, als er elf Jahre alt war. Ein Hai und ein kleiner Fisch werden Freunde, obwohl ihre Eltern das nicht erlauben. Nach Jahren der Freundschaft schließlich lernen sogar die Erwachsenen sich zu verstehen. In Planung ist ein weiteres Hemd, das die humane Seite der israelischen Armee zeigt, und andere, von denen Kramer momentan allerdings noch nichts verraten will.

Botschaft Kramer, der vor acht Jahren aus Südafrika einwanderte und heute in Jerusalem lebt, kennt sich bestens aus mit der israelischen Sache. Als Jugendleiter von Birthright, der Organisation, die jungen Juden Israel nahebringt, führte er jahrelang Gruppen durchs Land und erzählte ihnen von der heimischen Sicht der Dinge. »Ich habe oft erlebt, dass die jungen Leute den Nahen Osten und unsere Historie ganz anders aufgenommen haben, sobald ich persönliche Geschichten eingeflochten ha‐
be. Die Verbindung wurde auf einmal viel stärker.« Die Käufer würden Israel mit einem T‐Shirt der »Nu Campaign« noch stärker verbunden bleiben, ist der 30‐Jährige überzeugt. Und sie können damit sogar zu einer Art Sprachrohr in allen Ländern der Erde werden. »Es ist wirklich einfach«, meint er, »mit Mode kann man etwas für Israel tun. Einfach auf der Straße anziehen – wann immer man will.«

kampagne Die Kleidungsstücke sind trendig, von jungen Leuten entworfen, von kleinen israelischen Produzenten hergestellt. 50 Prozent der Einnahmen gehen direkt an die Einrichtung oder Organisation, die hinter der Geschichte des T‐Shirts steht. Bei der »15« ist es eine Jugendgruppe für Schülerinnen in Sderot, die eine Theatergruppe gegründet hat, um mit den Schrecken der Raketen besser umgehen zu können. Mit dem Geld aus dem Verkauf können sie durch Israel reisen und ihr Theaterstück auf die Bühnen des Landes bringen. Ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf des Haifisch‐Shirts fließen »habanim.org« zu, der Organisation, die für die Freilassung Gilad Shalits kämpft. Durch das soziale Networking auf Facebook oder Twitter kann jederzeit nachvollzogen werden, was mit dem Geld geschieht.
Die T‐Shirts, alle aus 100 Prozent Baumwolle, können auf der Website der Kampagne bestellt werden. Jedes kostet 25 US‐Dollar plus 5 Dollar Versandkosten. Jeder kann per Internet seine eigene Idee mit der persönlichen Geschichte dahinter einbringen. »Wir wollen mit Menschen zusammen arbeiten und hoffen, dass wir die Talente und künstlerischen Fähigkeiten der Leute für Israels Nutzen einbringen können«, macht Kramer deutlich. So sollten Freiwillige gewonnen und die Kampagne in der ganzen Welt verbreitet werden. »Das ist das Ziel. Wir sind wirklich offen für jeden, der mit uns gemeinsam in Israels Sinn arbeiten will.«

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