CeBIT

Schnell, smart, sicher

von Hannes Rügheimer

Am vergangenen Sonntag schloss sie wieder ihre Pforten: die weltgrößte Computermesse CeBIT. In den Messehallen in Hannover waren auch in diesem Jahr wieder viele Firmen aus Israel vertreten und mischten im Rennen um schlaue Software, starke Rechner und schnelle Datenübertragungen mit. Das Angebot an Produkten und Dienstleistungen war dabei so bunt wie nie. So sorgte die Firma ITS Telecom aus Azur beim Fachpublikum für Furore mit ihrem „Connecto“ – einem zentralen Kommunikations‐Adapter, der über schnelle Mobilfunk‐Anbindung eine komplette Firma drahtlos an Internet und Telefonnetz anschließt. Mit sechs Antennen und zusätzlichen Kabelanschlüssen sorgt das Gerät dafür, dass die Mitarbeiter auf jedem technisch möglichen Weg telefonieren oder Daten übertragen können.
Bei Endverbrauchern genossen vor allem die Produkte von „Tonino Lamborghini“ viel Aufmerksamkeit. Der Markenname dieses Anbieters von Designer‐Note‐ books und -Computern klingt zwar italienisch, und die Firma nutzt tatsächlich das Können von Produktgestaltern aus Italien, hat ihren Hauptsitz aber in Ness Ziona, Israel. Neu auf der CeBIT waren zwei Edel‐Notebooks im Lamborghini‐Look und ein innovativer Mini‐PC.
Die Firma Gamatronic aus Jerusalem präsentierte verschiedene „unterbrechungsfreie Stromversorgungen“, bis hin zum mannshohen Akku‐Turm „MegaPower Plus“, der bis zu 250 Kilowatt speichert und damit ein komplettes Rechenzentrum im Falle eines Stromausfalls mehrere Stunden lang mit Energie versorgen kann.
Ganz auf die Herstellung von Akku‐ Batteriepacks hat sich auch die Firma Amicell aus Ashdod, Israel, spezialisiert. Sie produziert Stromspeicher in allen erdenklichen Formaten, vorzugsweise für kleine, mobile Geräte – aber auch für Werkzeuge, Modellbau und Spezialanwendungen.
GPS‐gestützte Flottensteuerung und Lokalisierung von Fahrzeugen und Gütern bieten Inphodrive aus Kadima sowie Pointer Telocation und Traffilog aus Rosh Haayin an. Und auf die akustische Isolation von Einzelplatz‐Computern und Rechnerschränken hat sich die Firma Silentium aus Rehovot spezialisiert.
Kleinere israelische Hersteller haben sich an zwei Gemeinschaftsständen dem Publikum präsentiert: einem in der auf Telekommunikations‐Anlagen spezialisierten Halle 13 und einem in der für Sicherheits‐Software vorgesehenen Halle 6.
Zu den Anbietern in Halle 13 zählten unter anderem die Firmen Bezeq aus Petah Tikva und IPGallery aus Ra’anana, die virtuelle Telefonanlagen für Geschäftskunden anbieten. Eurotech Communication aus Rosh Pina und BoomeRing aus Netanya entwickeln Module, mit denen sich bestehende Telefonanlagen so erweitern lassen, dass sie Anrufe auf Handynummern direkt über das Mobilfunknetz abwickeln. Das bietet Kostenvorteile gegenüber dem Rufaufbau per Festnetz. Telco Systems aus Kfar Netter stellt Systeme her, mit denen sich größere Firmen per Standleitung ans Internet anschließen lassen. Sogenannte Switches und Media‐Converter für Computernetzwerke aller Ausbaustufen sind auch die Spezialität von WizLan aus Haifa. Yitran Communications aus Beer‐Sheva wiederum entwickelt Bauteile für „Powerline“, also die Übertragung von Daten über die Stromleitung. Solche Lösungen sind insbesondere beim Trendthema private Heimvernetzung hilfreich, wenn es keine Möglichkeit gibt, konventionelle Netzwerkkabel zu verlegen. Eine weitere Alternative in solchen Fällen ist drahtlose Datenübertragung – entsprechende Adapter und Antennen bieten die Firmen Radwin aus Tel Aviv sowie WaveIP aus Yokneam an.
Der Israel‐Gemeinschaftsstand in Halle 6 versammelte Anbieter, die sich mit Sicherheits‐Lösungen befassen. Zu ihnen zählt etwa Snapshield aus Petah Tikva, die spezielle Handys für abhörsicheres mobiles Telefonieren anbieten. Zugangskontrolle und die automatische Erkennung von Schadsoftware sind das Geschäftsfeld von Analytics aus Netanya, DataMills aus Ra’anana, Safend aus Tel Aviv sowie N‐Trance aus dem Kibbuz Yakum. Eine besonders pfiffige Lösung bietet die Firma Yoggie aus Beth Halevy an: Ihr „Gatekeeper Pico“ ist ein kleiner USB‐Adapter, der sich an konventionelle Notebooks andocken lässt, jedoch einen kompletten, eigenständigen Mini‐Computer auf Basis des Betriebssystems Linux enthält. Alle sicherheitskritischen Anwendungen laufen auf dem Mini‐Stick, so dass Schadprogramme oder unautorisierte Nutzer an deren Inhalte oder Daten nicht herankommen. Für das schlaue Konzept durfte Yoggie‐Marketing‐Chef Avi Dardik auf der Messe sogar den „Innovationspreis IT Security 2008“ in Empfang nehmen.

Fußball

»Wusste nicht, was Nazi-Gruß ist«

Torwart des Premiere-League-Clubs Crystal Palace entgeht mit einer sehr besonderen Begründung einer Strafe

 16.04.2019

Ferdinand von Schirach

Die zweite Schuld

Der Autor stellt Studie über Raubkunst in seiner Familie vor – und fordert Nazi-Nachkommen zu Transparenz auf

 12.04.2019

USA

Polizeihund darf nicht »Rommel« heißen

Mit den Worten »Willkommen an Bord, Rommel!« hatte das Sheriff-Büro den Neuzugang stolz vorgestellt

 08.04.2019