Sarah Silverman

Schluss mit Jesus und Jimmy

von Ingo Way

Und wieder ist ein christlich-jüdischer Dialog gescheitert. Fünf Jahre lang galten die Schauspielerin Sarah Silverman (Jüdin mit polnischen und russischen Vorfahren) und der Late-Night-Talker Jimmy Kimmel (Katholik deutsch-italienischer Herkunft) als das Traumpaar der US-Comedy-Szene. Vorbei. Silverman und Kimmel ließen durch ihre Pressesprecher bestätigen, dass sie sich getrennt haben.
Silverman ist bekannt für ihren politisch unkorrekten Humor (vgl. JA vom 5. Januar 2006). Mit Sprüchen wie »Alle geben den Juden die Schuld am Tod von Jesus Christus. Ich persönlich glaube, es waren die Schwarzen«, machte sie sich nicht nur Freunde, wenngleich ihre Fans sie dafür umso inniger lieben. Hierzulande mag man solche Sprüche dem breiten Publikum offenbar nicht zumuten. In Deutschland kennt man Silverman allenfalls aus Gastauftritten in den Fernsehserien Seinfeld, Monk und Star Trek Voyager sowie in dem Film Verrückt nach Mary. In den USA dagegen feierte sie Triumphe mit ihrem Bühnenprogramm Jesus is magic, das 2005 auch als Film ein Erfolg wurde. Darin spielt sie mehrfach auf ihren Lebensabschnittsgefährten Jimmy Kimmel an: »Ich bin zwar Jüdin, aber trotzdem trage ich manchmal diesen Sankt-Christophorus-Anhänger. Mein Freund ist katholisch und hat ihn mir geschenkt. Er war so süß, er hat gesagt: ‚Wenn er dir kein Loch in die Haut brennt, wird er dich beschützen.‘« Sollten sie einmal Kinder haben, so Silverman, »würden wir ihnen sagen: Deine Mutter gehört dem Auserwählten Volk an, und dein Vater glaubt an den Zauber von Jesus.«
Im Februar dieses Jahres überraschte Silverman ihren Freund zum Fünfjährigen mit einer ganz besonderen Liebeserklärung. In seiner eigenen Talkshow präsentierte sie ein Video mit dem Titel: I’m fu-cking Matt Damon. Matt Damon, muss man dazu wissen, war ein Running Gag der Jimmy-Kimmel-Show. In jeder Folge kündigte der Moderator den Schauspieler als Stargast an, nur um zum Schluss, wenn die Abspanntitel liefen, mit scheinbarem Bedauern zu verkünden, leider sei die Sendezeit vorbei, Damons Auftritt werde auf die nächste Show verschoben. In besagtem Video singen Silverman und Damon im Duett, wann und wo sie es überall treiben, während Kimmel seine Sendung vorbereitet. »Als wir letzte Woche Online-Scrabble gespielt haben, habe ich währenddessen mit Matt Damon gevögelt.« Am Ende des Liedes wendet Silverman sich tröstend an Kimmel: »Ich hoffe, wir können Freunde bleiben.« Und Damon fügt diabolisch hinzu: »Sorry, Jimmy, die Sendezeit ist um.«
Kimmel rächte sich einige Wochen später, ebenfalls mit einem Video: I’m fucking Ben Affleck. Affleck, der als bester Freund von Matt Damon gilt, ruft darin Silverman zu: »Hey Sarah, er hat größere Titten als du.« Und ein All-Star-Chor – darunter die Schauspieler Brad Pitt, Robin Williams, Cameron Diaz und Harrison Ford sowie die Rocklegenden Meatloaf und Joan Jett – besingt im Stil von We are the World den Sex zwischen Kimmel und Affleck, wobei das böse F-Wort immer schön ausgepiept wird. Auf der Internet-Plattform YouTube sind beide Videos inzwischen millionenfach angeklickt worden. Doch aus dem Gag ist nun Wirklichkeit geworden. Es ist aus für das jüdisch-katholische Traumpaar. Für Sarah Silverman könnte es dennoch ein Happy End geben: I’m fucking Matt Damon wurde für den Emmy nominiert – in der Kategorie »Herausragende Musik und Texte«.

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