Bedeutung

Schalom, Israel!

Meine Ladestation
»In Israel kann ich meine Identitätsbatterien immer wieder aufladen. Ich bin dort 1943 in der Hadassa auf dem Skopus in Jerusalem geboren. Drei- bis viermal im Jahr besuche ich meine Familie und Freunde, vor allem im Großraum Tel Aviv. Diese hochmoderne Region wurzelt im Altertum, was für mich ihre Vitalität ausmacht. Die Stadt versprüht einen Duft, eine Sprache, einen Dreck, eine Neurose, eine Aggressivität und eine Herzlichkeit – eine Mischung von so vielen Gegensätzen. Im Winter ist sie mir zu kalt, weil es keine Heizungen gibt. Und im Sommer ist es mir manchmal zu heiß. Aber Israel ist und bleibt ‚mein Ort‘. Zum 60. Geburtstag wünsche ich Israel zweierlei: Zum einen, dass seine Nachbarn sich selbst zunächst klarmachen, wer sie sind, und dann bestimmen, was sie wirklich wollen. Und zweitens, dass von westlicher Seite nicht immer mit dem moralisierenden Zeigefinger Israel einseitig für die Nahostpolitik beschuldigt würde, mehr Politanalyse betrieben wird und weniger vorgefertigte Meinungen herrschen.« (Edna Brocke, Leiterin der Alten Synagoge Essen)

Mein Kamel
»Seit ich im Alter von 15 Jahren 1970 das erste Mal in Israel war, hat sich meine Verbindung zu diesem Land verfestigt. Für mich als Jugendlicher war diese erste Reise eine Art Abenteuer im Orient. Wir haben in Jugendherbergen geschlafen und im Freien in Schlafsäcken kampiert, im Kibbuz Obst gepflückt und Kartoffeln ausgebuddelt. In Israel habe ich meine ersten Kamele gesehen. Seit dieser Zeit bin ich fast jedes Jahr einmal dort und besuche meine Schwester in Jerusalem. Diese Stadt strahlt für mich eine ganz spezielle Atmosphäre aus. Aber am liebsten fahre ich durch das Land. In diesem winzigen geografischen Flecken gibt es so unterschiedliche Landschaften vom Meer über die Wüste bis zum Gebirge. Wenn ich in Israel bin, fühle ich mich zu Hause. Ich kann überall eine Kippa tragen, ohne angestarrt zu werden, und beim Einkauf im Supermarkt brauche ich nicht zu überlegen, ob das Produkt koscher ist oder nicht. Ich hoffe, dass es in einem andauernden Frieden sich weiter so gut entwickeln kann. Es ist schließlich unsere Versicherung als Juden.« (Michael Grünberg, Gemeindevorsitzender Osnabrück)

Meine Faszination
In Israel fasziniert mich fast alles: das Land, seine tausendjährige Geschichte, der Brennpunkt der Religionen und was man heute davon noch an Ausgrabungen besichtigen kann. Die Menschen beeindrucken mich und ebenso die Landschaften. Ich wünsche mir sehr, dass dieses Land endlich zur Ruhe kommt und dass mein Onkel Joe nicht jeden Freitag Schießübungen machen müsste. Er und seine Familie leben 16 Kilometer vom Westjordanland entfernt und in ständiger Ungewissheit. Es stimmt mich etwas traurig, dass ein Teil meiner Familie bis auf den heutigen Tag ein gespaltenes, fast ablehnendes Verhältnis zu Deutschland hat. Wenn ich sie besuche, darf ich nichts schenken, wo »Made in Germany« drauf steht. Ich kann es verstehen: Sie hat ein so schweres Schicksal erlitten, und so viele Angehörige wurden ermordet. Auch, dass ich immer noch in Deutschland lebe, ist für sie unverständlich.» (Klaudia Krenn, Gemeindemitglied Leipzig)

Mein Zuhause
«Wenn ich Israel besuche, bin ich nicht nur im Zuhause meiner Frau, die dort geboren ist, ich bin auch in meinem ideellen Zuhause. Das ist derzeit in Raanana, wo mein Cousin und seine Familie leben. Landschaftlich habe ich zwei Lieblingsplätze: die Negevwüste und den Strand zwischen Jaffa und Tel Aviv und ein Stück nördlich davon. Mit dem Negev verbinden mich zwei Dinge: erstens der Paul-Spiegel-Wald, der dort entsteht und mich an die lange Freundschaft mit Paul erinnert und zweitens Innovation. Was im Negev geleistet wird, aus Ödnis Leben zu schaffen, ist für mich ein lobenswertes Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn man Energie, Wissen und Intelligenz einsetzt. Wie schön wäre es, wenn die Anstrengungen aller Wissenschaftler, Techniker, Gelehrten und Politiker dahin führen könnten, dass dem Land eine positive Zukunft garantiert ist und all das verwirklicht würde, was an Potenzial in ihm liegt. Israel sollte einst eine Heimstatt aller Juden werden. Heute leben hier Menschen aus 120 Nationen gut zusammen. Das ist eine einmalige Leistung. Trotzdem wird Israel in der Welt als Buhmann abgestempelt. Das tut mir weh, das ist eine nicht zu fassende Ungerechtigkeit. (Herbert Rubinstein, Geschäftsführer des Landesverbands Nordrhein)

Mein Land
»Ich lebe seit 14 Jahren in Deutschland und fühle mich hier wohl, aber mein Land ist und bleibt Israel. Viele Verwandte und Freunde leben dort. In Tiberias und in Nazareth-Illit, wo ich studiert und gelebt habe, fühle ich mich besonders zu Hause. Israel ist wunderschön, hier kann ich aufatmen und entspannen. Und doch besuche ich meine Familie und Freunde selten. Telefonisch bin ich allerdings immer mit ihnen in Kontakt. Emotional und gedanklich bin ich immer mit Israel verbunden. Dieses Gefühl versuche ich auch hier in der Gemeinde zu vermitteln. Optisch und in Gesprächen: In unserem Gemeindehaus hängen israelische Fahnen, ich versuche mich so oft es geht mit Gemeindemitgliedern über Israel zu unterhalten. Ich interessiere mich für die israelische Politik. Einer meiner Cousins sitzt für Kadima in der Knesset. Dem Land wünsche ich noch viele Geburtstage und immer wieder Ad mea weesrim und vor allem Schalom. Ich meine, wir können in der Diaspora solange in Frieden leben, wie es Frieden in Israel gibt.« (Leah Floh, Gemeindevorsitzende, Mönchengladbach)

Mein Herz
»Israel war immer das Land meines Herzens. Mit elf Jahren wusste ich, dass ich in Israel leben möchte. Ich habe dann auch Alija gemacht und bin mit meinen Kollegen von der Yeshiwa zur Armee gegangen. Alle meine Geschwister, Neffen und Nichten leben in Israel. Als Schweizer liebe ich den Norden des Landes mit den Bergen. Dort ist es kühler. Jenseits aller Politik, diesem Land Frieden zu wünschen, klingt sicherlich abgedroschen, aber dem kann ich mich nur anschließen. Über die persönliche familiäre Bindung hinaus ist mir die geistige, historische und nationale Verbindung und die Unabhängigkeit, die wir erreicht haben, sehr wichtig. Jenseits aller Politik wünsche ich dem Land vor allem auch eine innere Harmonie der verschiedenen Bevölkerungsteile untereinander.« (Jaron Engelmayer, Rabbiner in Aachen)

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