Israel

Netanjahu wirft Demonstranten spalterisches Verhalten vor

Premier Netanjahus Regierung ist ständig im Zentrum der Kritik von Demonstranten Foto: picture alliance / REUTERS

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat angesichts des anhaltenden Kriegs zu Einigkeit aufgerufen. Bei all den Fronten, an denen Israel gegenwärtig kämpfe, dürfe es nicht auch noch Bürgerkrieg geben, sagte er laut Mitteilung seines Büros (Dienstagabend) bei einer Gedenkfeier für jüdische Untergrundkämpfer in Tel Aviv. Einheit sei Stärke, Spaltung hingegen Schwäche.

In seiner Ansprache wandte sich Netanjahu auch gegen die Demonstranten, die gegen seine Regierung protestieren. Es gebe eine extremistische, lautstarke und gelegentlich gewalttätige Minderheit, die »in einem unvorstellbaren Ausmaß organisiert und finanziert« werde, so der Regierungschef. Sie repräsentiere jedoch nicht die Mehrheit der Israelis, die hinter den Soldaten stünden.

Vor der Veranstaltung kam es laut israelischen Medienberichten zu Protesten gegen Netanjahu. Demonstranten forderten ihn auf, Verantwortung für jene Fehler zu übernehmen, die zum Massaker der Hamas am 7. Oktober geführt hätten.

Gantz: Eine Demonstration gegen die Regierung sei keine Demonstration gegen die Soldaten der israelischen Armee

Der Vorsitzende der Nationalen Einheit, Benny Gantz, der am Sonntag aus der Notkoalition ausgetreten war, wies Netanjahus Kritik zurück. Eine Demonstration gegen die Regierung sei keine Demonstration gegen die Soldaten der israelischen Armee, sagte er laut der Zeitung »Times of Israel« (Mittwoch).

Regierungsgegner haben zu einer »Woche des Widerstands« mit landesweiten Protesten aufgerufen. In Jerusalem versammelten sich am Montag- und Dienstagabend Tausende Menschen vor dem Parlament und forderten vor Netanjahus Residenz vorgezogene Neuwahlen. Am Montagabend gingen Polizeibeamte unter anderem mit Wasserwerfen gegen die Demonstranten vor. Drei Personen, darunter eine Ärztin im Freiwilligeneinsatz, wurden laut Medienberichten teils schwer verletzt. Mehrere Ärzteverbände forderten, den Einsatz von Wasserwerfern einzustellen. kna

Polen

»Wo Erinnerung zur Ware wird, gerät die Würde ins Wanken«

NRW-Europaminister Nathanael Liminski (CDU) hat in Warschau Briefe von NS-Opfern an Gedenkstätten übergeben

von Holger Spierig  23.10.2026

Weimar

Verein will Gedenken an KZ-Außenlager stärken

Buchenwald war mehr als ein einzelnes NS-Konzentrationslager. Mehr als 100 Außenstandorte gehörten zu diesem Lagerkomplex. Längst nicht an alle wird heute erinnert – ein Verein will das ändern

 23.10.2026

Deutschland

Wie hält es die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD?

AfD-Politiker Siegmund braucht drei Stimmen aus anderen Reihen, um Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt zu werden. Ein CDU-Abgeordneter stellt sich nun gegen die CDU-Fraktionslinie

von Christopher Kissmann  22.10.2026

Kino

Film über einen kreativen Geist

»Biermann« ist ein dokumentarisches Porträt des Liedermachers Wolf Biermann, der auch 50 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR noch immer künstlerisch aktiv ist. Allerdings hat der Film auch Leerstellen

von Reinhard Kleber  22.10.2026

Siedlergewalt

Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«

Tel Avivs Bürgermeister verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern und Journalisten scharf. Er warnt vor dem Zerfall rechtsstaatlicher und zionistischer Werte

von Sabine Brandes  22.10.2026

Schwerin

Schwesig wirbt für Bund-Länder-Gruppe zur Prüfung der AfD

Den verfassungsrechtlichen Umgang mit der AfD prüfen? Gut, findet Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin – und spricht sich für den Vorstoß eines CDU-Ministerpräsidenten aus

 22.10.2026

Nahost

Israels Armee erhöht Alarmbereitschaft vor den Wahlen

Vor der Wahl herrscht laut einem TV-Bericht die Sorge vor Anschlagsversuchen, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen werden könnte. Der Militärchef ordnet umfassende Sicherheitsmaßnahmen an

 19.10.2026

Berlin

Zwei Parteien in Berlin entscheiden über Koalitionsgespräche

Nach teils zähen Sondierungen entscheiden Grüne und SPD in Berlin über Koalitionsgespräche mit der Linken. Aber aus den Reihen der Sozialdemokraten gibt es Zweifel und Kritik, auch aufgrund der Antisemitismus-Skandale bei der Linkspartei

 19.10.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Einmal Gastro, immer Gastro

von Margalit Edelstein  14.10.2026